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 The Game of Heaven and Hell

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Lioness

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BeitragThema: The Game of Heaven and Hell   Mi Jun 24, 2015 12:32 pm

Dies ist der zweite Versuch von "Das Spiel von Himmel und Hölle" zwischen Azumi und mir ^-^











Prolog

Seit jeher wachen die Hüter Gottes über die Menschheit.
Sie beschützen die geliebten Wesen ihres Vaters vor Leid und Kummer.



Doch nicht alle von ihnen waren reinen Herzens.
Neid und Hass wuchs in Reihen der Engel, bis schließlich ein Erzengel sich gegen Gott erhob, um seinen Platz einzunehmen und ihm die Bedeutungslosigkeit dieser absurden Menschen vor Augen zu führen.



Ein Krieg entbrannte, den es so zuvor noch nie im Himmelsreich gegeben hatte.



Doch anders als erhofft wurde der rebellische Engel von seinem Bruder im Kampf geschlagen und von Gott mitsamt seinen Anhängern in die Hölle verdammt...










Charaktere

Hauptcharktere


○ Midori Kahoko ○:
 

○ Ophelia ○ :
 

○ Luzifer ○ :
 

○ Camael ○:
 






Nebencharaktere


○ Mercutio Francesco di Gregorio ○:
 


○ Azul ○:
 

○ Lilith ○:
 

○ Anastasia Romanow ○:
 

○ Estella ○:
 







Zuletzt von Lioness am So Dez 18, 2016 1:27 am bearbeitet; insgesamt 9-mal bearbeitet
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Azumi
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Mi Jun 24, 2015 9:56 pm

Mirdori

*Ring.Ring* Ich öffnete murrend meine Augen einen kleinen Spalt und tastete mehr blind als sehend nach meinem Handy auf dem kleinen Nachttisch neben meinem Bett. Es war mein Handywecker, welcher mich aus meinen Träumen gerissen hatte. War vielleicht auch ganz gut so, da ich mal wieder nur absoluten Mist geträumt hatte. Ich stellte den Wecker auf aus und robbte zu der Bettkante, wo ich noch einige Sekunden verweilte und mir dann noch mal müde über die Augen rieb. Schließlich stand ich dann aber doch noch auf, schnappte mir saubere Klamotten und schlenderte mit nackten Sohlen ins Badezimmer, wo ich mich erst mal duschte. Nichts machte wacher an einem Morgen wie diesen, als eine schöne kühle Dusche!
Als ich mit dem Duschen fertig war, trocknete ich mich ab und wickelte das Handtuch um meinen Körper und föhnte meine langen blonden Haare. Als sie soweit trocken waren, band ich mir einen Pferdeschwanz und zog mich dann an. Eine dunkelblaue Hotpants und ein weißes Top. Dann lüftete ich jedoch einmal das Badezimmer durch, räumte noch schnell Handtücher und meine Schlafsachen weg und ging dann in die Küche, wo ich mir einen Tee aufsetzte. Eigentlich wollte ich ja frühstücken, doch plötzlich klingelte mein Handy.
Ich zog es aus meiner Hosentasche und drückte auf annehmen. „Hallo?“, fragte ich. “Ah Midori. Gut, du bist schon wach. Ich hab ein kleines Problem. Durch den Sturm gestern haben sich einige Ziegel vom Dach gelöst und es hat ein Loch. Könntest du kommen und es reparieren? Die Kinder würden sich bestimmt auch freuen, wenn sie dich sehen!“, hörte ich die Stimme von Marta -die Frau, die sich um die Kinder im Waisenhaus kümmerte. Ich lächelte ein wenig am Hörer. „Klar, ich bin gleich da“, sagte ich lächelnd und hörte dann noch ein „Danke“ von ihr, ehe ich auflegte. Das mit dem Frühstücken konnte ich jetzt wohl vergessen...
Seufzend stellte ich den Wasserkocher wieder aus und schnappte mir meinen Geldbeutel und meinen Haustürschlüssel. Ich zog mir meine schwarze Lederkacke und meine weißen, Halbschuh Chucks an, ehe ich die Tür öffnete und schon kurz darauf das Haus verließ.
Da ich echt Hunger hatte und noch etwas zwischen die Zähne bekommen wollte, holte ich mir beim Bäcker noch schnell was zu Essen und einen Kaffee zum Mitnehmen. Schnell schob ich mir auf den Weg zum Waisenhaus das Essen in den Mund, und trank den Kaffee aus. Den Müll schmiss ich  in den Mülleimer, welcher auf dem Weg kam.
Bald schon kam ich am Waisenhaus an und noch bevor ich mir das Chaos angucken konnte, welches durch den Sturm letzte Nacht verursacht wurde, öffnete sich die Haustür zum Haus und ich hörte mehrere Stimmen. „Midoriii!“, riefen die kleinen Kinder und rannten dann auf mich zu.  Ich lächelte sie an und nahm jeden von ihnen einmal in den Arm. „Guten Morgen“, sagte ich lächelnd und streichelte einigen von ihnen über den Kopf. „Ist Marta im Haus“, fragte ich. „Ja sie bereitet gerade das Frühstück für uns vor! Komm mit!“, sagte eines der Kinder und nahm dann meine Hand, ehe der kleine Junge mich auch schon hinter sich herzog. Ein paar andere zogen an meiner Kleidung oder nahmen meine andere Hand, je nachdem wo gerade Platz war. Ich konnte mir ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen und folgte den kleinen Rabauken dann ins Haus. Sie brachten mich in die Küche, wo Marta gerade am Tisch decken war. „Gott sei Dank, dass du kommen konntest!“, sagte sie sofort erleichtert, als sie mich erblickte. Sie kam auf mich zu und umarmte mich liebevoll. Natürlich erwiderte ich die Umarmung sofort und sog den mir vertrauten Duft etwas ein. Endlich war ich wieder Zuhause!
„Es gibt Frühstück, möchtest du mit uns essen?“, fragte sie mich lächelnd, als wir uns wieder voneinander gelöst hatten. „Nein danke, ich hab schon gefrühstückt. Ich würde mich lieber direkt um das Dach kümmern. Da Sommerferien sind, hab ich mir die Zeit genommen, die Schichten meiner Mitarbeiter im Restaurant zu übernehmen, um noch etwas Geld zu verdienen. Ich bin also ziemlich auf Zack“, meinte ich etwas lachend. Sie nickte lächelnd.
Ich verließ die Küche und ging auf die Rückseite des Hauses, wo ich mir alles ansah. Herrje, hier war ja das reinste Chaos ausgebrochen! Überall auf dem Boden lagen Dachziegel verteilt. Glücklicherweise schien keiner kaputt gegangen zu sein. Kurzerhand, sammelte ich alle ein, schnappte mir aus dem Schuppen eine Leiter. Ich stellte sie an die Hauswand, brachte die Ziegelsteine aufs Dach und kletterte dann selbst hoch. Zum Glück war ich schwindelfrei!
Ich begann mit meiner Arbeit und setzte die Dachziegel wieder drauf, als ich plötzlich ein Bellen vernahm. Miki! Ich sah vom Dach herunter und unten auf dem Boden stand mit dem Schwanz wedelnd der golden Retriever.
Da ich mit meiner Arbeit fertig war, ging ich die Leiter wieder runter, doch plötzlich stieß Miki gegen die Leiter und sie fiel. Scheiße!


Ophelia

Okay, jetzt reichte es mir endgültig! Ich sah auf meine kleine Schwester, welche in ihrem Bett lag und versuchte, gegen ihre Schmerzen zu kämpfen. Es tat mir unglaublich weh, sie so leiden sehen zu müssen und am liebsten hätte ich ihr all die Schmerzen abgenommen. „O-Ophelia?“, fragte sie mit schwacher Stimme und ich sah sofort in ihre grünen Augen. „J-Ja?“, fragte ich sie und nahm ihre Hand. Sie war so kalt... „W-Wann hört es endlich auf weh zu tun?“, fragte sie mich leise und ich spürte deutlich, wie sie mit den Tränen zu kämpfen hatte. „Keine Sorge. Du hast es bald geschafft, mein Engel“, flüsterte ich sanft und lächelte sie etwas an, wobei mein Lächeln eher aufgesetzt war, um sie zu besänftigen. „Ich geh Mama holen, ja? Ich muss jetzt los“, flüsterte ich und gab ihr noch einen sanften Kuss auf die Stirn, ehe ich ihre kleine zierliche Hand los ließ und von dem Stuhl neben ihrem Bett aufstand.
Ich verließ das Zimmer, vor deren Tür schon unsere Mutter stand. „Du solltest zu Astera gehen“, meinte ich ruhig, aber dennoch bedauernd. „Du willst wirklich gehen?“, fragte mich unsere Mutter besorgt. „Ja. Es gibt keine andere Möglichkeit sie von ihren Schmerzen zu befreien“, meinte ich und sah meine Mutter leicht entschuldigend an. Die Weißhaarige schritt auf mich zu und legte ihre Hände auf meine Schultern, durchbohrte mich förmlich mit ihren blauen Augen und das obwohl sie einen besorgten Blick aufgesetzt hatte. Aber wahrscheinlich war es genau er, der mir so auf der Seele brannte. Ich wollte ihr keine Sorgen bereiten, doch musste ich Astera -meine kleine Schwester- beschützen und dafür sorgen, dass sie keine Schmerzen mehr hatte. „Ich werden den weißen Falken mitnehmen. Er wird dir das Gewächs bringen... nur für den Fall das ich erwischt werde“, fügte ich den letzten Teil leise hinzu.
Noch bevor ich reagieren konnte, hatte mich meine Mutter in ihre Arme gezogen und ich spürte deutlich, wie wir beide den Tränen nah waren. „Hör mir zu, solltest du das Gefühl haben, beobachtet zu werden, kehr sofort zurück!“, sagte sie ernst, aber auch bestimmend. Ich nickte nur stumm und löste mich dann von meiner Mutter. „Mach dir keine Sorgen, ich bin schneller wieder zurück, als dir lieb ist!“, sagte ich und zwang mich zu einem lachen. Dann hörten wir aber die Stimme meiner kleinen Schwester, welche nach meiner Mutter rief. Ich sah zu der geschlossenen Tür hinter uns, blickte dann aber wieder in die Augen meiner Mutter. „Ich sollte jetzt los“, sagte ich und ging dann an meiner Mutter vorbei.
Ich lief in den Keller des Hauses, nahm den weißen Falken aus seinem großen Käfig. Er setzte sich auf meinen rechten Arm und wir verließen schließlich zusammen das Haus und traten unseren Weg in die Hölle an. - Wortwörtlich.
 Wir hatten die Hölle erreicht, es wurde ziemlich heiß um mich herum und ich flog mit meinen schwarzen Flügel über verschiedensten Orte. Der weiße Falke hatte sich mittlerweile von mir gelöst und und flog über mir.
Ich landete auf meinen Beinen, als ich das heilende Kraut gefunden hatte. Welch eine Ironie... Ausgerechnet das Kraut, welches meine Schwester von ihrem Schmerzen befreien würde, wuchs nur in der Hölle. Es würde sie nicht gesund machen, doch wenigstens hatte sie dann keine Schmerzen mehr. Und genau das war es, was ich für sie wollte!
Ich pflückte das Kraut und gerade, als ich mich wieder zurück auf den Weg begeben wollte, hörte ich die Stimmen einiger Dämonen, was mich zusammen zucken ließ. „Sieh mal einer an. Ein Engel!“, sagte einer der Wachen hämisch grinsend. Ich biss mir auf die Unterlippe. Sie waren zu fünft und hatten scharfe Waffen bei sich. Ich sah auf das Kraut in meiner Hand ließ es den weißen Falken, welcher auf meiner Schulter saß in den Mund nehmen. Ich ließ ihn weg fliegen und sorgte dafür, dass die Dämonen nicht in der Lage waren, ihm in die Quere zu kommen. Als der Falke die Hölle erfolgreich verlassen hatte, entfachte ein Kampf und ich schaffte es, zwei von denen zu enthaupten. Doch plötzlich wurde ich auf den Boden gedrückt, man brach mir den einen Flügel, weswegen ich laut aufschrie. Ich packten mich grob und ich ließ meine schwarzen Flügel verschwinden und sie brachten mich weg.
Nach einem kurzen Fußmarsch waren wir in einem Art Thronsaal angekommen und wurde auf dem Boden abgesetzt, man trat mir in die Kniekehlen und ich wurde so gezwungen auf die Knie zu gehen. Direkt auf die Knie vor diesem Widerling von einem „Engel“ Pah! Das ich nicht lachte! Der Kerl war so voller Sünde, dass er es gar nicht Wert wahr, noch als „Engel“ bezeichnet zu werden!
„M-Meister. Wir haben einen Eindringling gefunden!“, sagte einer der Dämonen.l „Sie hat es geschafft zwei von uns zu töten. Was sollen wir mit ihr machen?“, fragte er Luzifer. Mein Blick huschte zu eben diesem und ich sah ihm hasserfüllt in die Augen, während einer von den Dämonen dafür sorgte, dass ich auch unten auf meinen Knien blieb. Verdammt noch mal!


Zuletzt von Azumi am Do Jun 25, 2015 8:23 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Do Jun 25, 2015 6:32 pm

○ Camael ○

Grelles Licht. Ohrenbetäubender Lärm. Das war alles was ich von meinem Abstieg auf die Erde realisieren konnte. Es war nur ein kurzer Augenblick, der noch nicht einmal einen Wipmernschlag lag andauerte und doch durchfuhr mich der lähmende Schmerz wie ein donnernder Blitz der durch meine Knocken und mein Muskelgewebe zuckte, klang bei meiner Ankunft in den Wirtskörper jedoch schnell wieder ab.
Ich sah an mir herunter. Es war ein männlicher Gläubiger dessen Körper ich für meinen Auftrag befehligen durfte, dessen konnte ich anhand der fehlenden weiblichen Brust und des schmaleren Beckens erkennen. Auch die Hände waren nicht zierlich, sondern groß und rau. Bei meinem ersten Abstieg in der Prüfung war es ein weiblicher Körper gewesen von dem ich hatte Besitz ergreifen sollen. Mir fielen die Worte meines Mentors ein, der mich immer wieder ermahnt hatte, dass unsere menschlichen Wirte atmen mussten, um zu überleben. Mitgleich diesem Gedanken sog ich langsam und tief die Luft in meine Lungenflügel ein.
Meine nächste Umgebung musternd, stellte ich fest, dass ich mich in einem Wohnzimmer der Menschen befand. Es war dunkel im Raum, ebenso wie außerhalb des Hauses. Demnach schlussfolgerte ich, dass es entweder sehr früh am Morgen sein musste, oder aber bereits Nacht war. Lediglich eine Lichtquelle blendete mich, stach mir förmlich in die Augen - war dabei jedoch kein Vergleich zu dem Licht, dass ich beim Abstieg gesehen hatte wie eine schwach fackelnde Kerzenflamme - und ich erkannte nach einigem Blinzeln andere Menschen, klein und farbenfroh hinter dem hell erleuchteten Glaskasten. Ein missgestimmter Ton drang aus der Kehle die ich übernommen hatte und ich erhob eine Hand gen Licht, sodass ihr Schatten auf die Augenpartie des Menschenwirtes fiel.
"Liebling, geht es dir nicht gut?" Ertönte eine Frauenstimme und ich blickte in die Richtung der Sprechenden. Die Menschenfrau saß neben mir auf dem ledernden Sofa. Es dauerte etwas bis ich diese irdische Sprache der lokalen Region zuordnen und verstehen konnte. Doch schließlich hatte ich die Botschaft der Worte entschlüsselt. Doch statt zu antworten, stand ich wortlos auf und ging an ihr vorbei. Dabei legte ich der Menschenfrau im Vorübergehen beruhigend eine Hand auf die Schulter, ehe ich die Haustür aufschloss und hinaus auf die offene Straße schritt.
Es war ein mittelständiges Wohnviertel, indem mein Wirt wohnte.
Ich war die Straße hinauf gegangen, es wurde inzwischen schon hell, der Tag brach an. Ich war noch nicht lange meinen Weg gegangen, da erklang eine Stimme. "Camael." Ich drehte mich ihr zu und fand einen riesigen dunkelhäutigen Menschen vor. Sein kahl geschorender Kopf glänzte in der aufgehenden Sonne und seine schwarzen Augen sahen auf mich herab. "Uriel." Grüßte ich nickend im ernsten Ton zurück. Es war ungewohnt in einer fremden Stimme meine eigenen Worte zu hören. Mein Onkel war für diese Mission als mein Partner vorhergesehen und hatte ebenfalls einen Wirt übernommen. Dessen Körper war Muskel bepackt und die Adern beulten sich schon unter der warmen braunen Haut auf. Wir beide sahen nun nach Süden. "Nicht mehr weit, mein Neffe." Sprach mein Onkel mit der tiefen Stimme seines Menschen. Ich nickte darauf und wir machten uns auf den Weg.
Seltsamerweise kam es mir so vor, als würde unser Ziel sich von uns weg bewegen.
Während wir nebeneinander in Richtung unseres Ziels gingen, fiel mir nebensächlich auf, dass Uriels Wirt nicht nur groß für einen Menschen sein musste, sondern meiner zudem recht klein. Doch das störte mich wenig, denn spätestens während unseres Aufstiegs würde ich diese Hülle zurück lassen und in meiner wahren Gestalt umher wandern können.
Als wir dann einen kleinen Hügel, den uns die Straße hinauf geführt hatte, hinab stiegen spürte ich es. Die Anwesenheit eines anderen Engels außer Uriel und mir. Nur war diese Präsenz nicht ganz so wie die unsrige. Irgendwie fühlte sie sich unvollkommen, unvollständig an. War ja auch nicht anders zu erwarten bei einem Nephilim.
Vor dem Haus aus dessem Inneren diese spirituelle Kraft kam, blieben wir stehen und sahen uns kurz um. Niemand sonst war auf der Straße zu sehen, außer einer streunenden Katze. Also tat ich den ersten Schritt zur Tür und klopfte an.
"Camael, die Menschen haben sich weiterentwickelt seit deiner Prüfung." Klang es tief von dem dunklen Riesen, der versetzt hinter mir stand. Ich drehte mich zu ihm. "Es gibt eine Gerätschaft die ein Signalton erklingen lässt, damit sie wissen, dass jemand an ihrer Türe wartet." Erklärte er mir und wies auf einen Knopf in der Wand. Kurz zog ich kaum merklich die Augenbrauen zusammen ehe ich meinen Finger ausstreckte und darauf drückte. Ein Läuten war zu vernehmen, während der Zeit die ich den Knopf gedrückt hielt. Uriel begann sich nach einigen Sekunden zu räuspern und erklärte mir dann, dass die Menschen für gewöhnlich nicht so lange die 'Klingel' gedrückt hielten. Prompt ließ ich von dem Knopf ab und lenkte meine Aufmerksamkeit von der Klingel zur Haustür. Man konnte Kinderstimmen von drinnen hören. Ich drehte meinen Oberkörper zu Uriel. "Bist du dir sicher, dass wir hier richtig sind?" Fragte ich ihn. Die Stimme meines Wirts klang weder zweifelnd, noch skeptisch, doch kannte er mich gut genug um zu wissen, dass ich mir in dieser Ansicht nicht mehr ganz sicher war. So war ich von der Tür leicht abgewandt, als sie geöffnet wurde.




○ Luzifer ○

"WAS?!" Schnellte mein Wort hart wie ein Geschoss dem Dämon entgegen, der mir die Nachricht verkündet hatte. Dieser zuckte zusammen, wobei er sein bestes tat sich nichts anmerken zu lassen. Mir war bisher nicht aufgefallen, dass ich vor Fassungslosigkeit aufgesprungen war, erst als ich mich kurz darauf besann und meine besagte Fassung zurückgewann. Obwohl in mir die Wut über eine solche Inkompetenz grade zu sprudelte. Dämonen waren letzten Endes doch zu nichts zu gebrauchen! Wenn man wollte, dass etwas vernünftig vollzogen werden sollte, musste man es selbst in die Hand nehmen!
Für mich stellte sich da nur ein Problem auf: ich konnte nicht auf die Erde.
"Wir haben alles versucht, mein Gebi..." "Schweig." Schnitt ich ihm bestimmt das Wort ab und begann auf der erhöhten Plattform  meines Thrones auf und ab zu tigern. Ich musste mir einen neuen Plan überlegen. Wenn es stimmte was Assuras sagte und er und seine Gruppe sie verloren hatten, musste ich unverzüglich Gegenmaßnahmen ergreifen!
"Komm her." Befahl ich dem Dämon. Zuerst wusste er nicht, ob er meiner Anweisung wirklich nachgehen wollte und zögerte aus Angst ich könnte ihm etwas antun, gehorchte mir letztendlich dennoch durch der selben Angst, da er wusste was Ungehorsam mit sich bringt und setzte sich in Bewegung, bis er vor dem Treppenabsatz des Thrones stand. Ich ging währenddessen Stufe für Stufe, Schritt für Schritt hinunter, auf ihn zu.
Als ich ihm gegenüberstand, konnte ich seinen Angstgeruch eindeutig wahrnehmen und sah wie sich kleine Schweißperlen auf seiner Stirn bildeten. Ich musterte ihn.
"Du warst für diese Mission verantwortlich." Sagte ich in ruhiger Stimme, ließ es so klingen als würde ich es bedauern, dass er zu unfähig für eine simple Aufgabe war und begann dabei ihn langsam zu umkreisen. Die Gesichtszüge des Dämons entglitten ihn immer mehr und die Hoffnungslosigkeit gepaart mit unerträglicher Angst war deutlich in seinem Gesicht abzulesen.
"Ja, m-mein Gebieter." Begann seine Stimme brüchig zu werden. "Und du hast versagt." Zog ich weiter meine Kreise. "J-ja, mein Gebieter..." Ich blieb vor ihm stehen, legte den Kopf schief und seufzte, ehe ich weiter sprach. "Du enttäuschst mich, Assuras." Mit diesen Worten meinerseits begann der Dämon zu jammern. "Es war nicht meine Schuld! Bitte glaubt mir! Ich konnte nichts dafür! Die Engel müssen ihre Fährte aufgenommen haben!" "Schhh, schhh..." klopfte ich dem Kleineren beruhigend auf die Schulter.
"Weißt du was? Ich glaube dir." Sagte ich ihm mitfühlend und konnte die erleichternde Überraschung in seinen mit Tränen gefüllten Augen erkennen. "Das tut Ihr?" "Ja," bestätigte ich ihm und lehnte mich etwas zu ihm hervor, "aber ich kann es mir solche Fehler nicht leisten." Knurrte ich den letzten Teil mit Verachtung in sein Ohr und stieß mit einem Ruck meine Hand ins innere seines Körpers. Stumme Schreie wollten aus der Kehle von Assuras entweichen, während ich erbarmungslos hinauf zu seinem Herzen griff und es mit einem Hieb heraus riss. Schwarzes Blut schlug auf den Boden auf und drang an die Ränder der Thronstufen heran. Ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen drehte ich mich von diesem armseligen Geschöpf ab und ging die Treppe hinauf, um dort meinen Thron zu besteigen.
Gereizt ließ ich meine mit schwarzen Blut verzierten Finger nacheinander auf dessen Armlehne aufschlagen. Immer und immer wieder. Das schwarze Blut Assuras tropfte noch von meiner anderen Hand herab. Das Herz war noch ganz warm und weich, pochte nun immer langsamer. Die Worte des Dämons hallten immer wieder in meinen Ohren nach. Ich musste mir immer und immer wieder anhören, dass dieser unzuverlässige Bastard Filia - meine geliebte Filia, die ich damals hatte weggeben müssten - aus den Augen verloren hatte.
Finster sah ich zu Alastiar, der die ganze Zeit über als einer der beiden Wachen das riesige Tor zum Thronsaal bewachten.
"Schick deine besten Sucher und findet sie!" Knurrte ich und verengte den Griff um das Herz, sodass einige Adern aufplatzten.
Der andere Dämon nickte nur stumm. Kurzzeitig hatte man Angst in seinen Augen sehen können, als ich das Herz des anderen Dämons in meiner Rage heraus gerissen hatte. Angst und Entsetzen. Doch war diese schnell wieder durch den Schleier der Kälte übertrumpft worden. Während er nun aus meinen Augen trat, blickte ich angewidert auf das Herz hinab. "Dreckiger kleiner Bastard." Sagte ich angewidert grinsend und ließ das Herz plump zu seinem früheren Besitzer in den Deck fallen.
Kurz nach meinen Worten sollte ich nicht nur einen dreckigen kleinen Bastard zu Gesicht bekommen, sondern auch ein dreckiges kleines Engelchen.
Die Tore des Saals wurden aufgestoßen und drei meiner Dämonen hatten mir anscheinend ein Geschenk zu machen. "Wurde aber auch Zeit." Murrte ich zu mir selbst. Meinen Blick fixierte die dunkelhaarige Engelsgestalt, welche vor mir auf die Knie geworfen wurde.
Zwei meiner Dämonen hielten die Schnüfflerin fest während der dritte zu mir sprach, sie hätten diesen Eindringling hier gefunden.
"Das hat ja lang genug gedauert, meine Herren!" Verkündete ich, war mein Interesse geweckt und ich spürte förmlich wie sich meine Laune hob, da ich die AUssicht auf ein neues Spielzeug bekam. "Ich hatte schon befürchtet, dass sie niemand von euch entdeckt und ich sie mit einem Fluch belegen müsste, sodass sie nicht mehr hinaus kann." Hämisch grinsend erhob ich mich und ging auf den Engel zu.
Mir war mein Auftreten, dass ich ausstrahlte durchaus bewusst und auch wie ich sowohl auf das weibliche, wie auch das männliche Geschlecht wirkte. Langsam beugte ich mich zu dem kleinen Engelchen. "Sag, warum schickt mir Vater einen solch erbärmliches Geschöpf wie dich?" Es war mehr eine rhetorische Frage und ich ließ ihr keine Zeit um zu antworten. "Anscheinend musst du begabt sein." Stellte ich fest, richtete mich wieder auf und ging einige Schritte um sie herum, während sie von den beiden Dämonen in einem Siegel, welches speziell für Engel galt, festgehalten wurde. "Oder aber ihm liegt einfach nichts an dir." Gab ich abschätzig von mir.
Hinterhältig lächelnd trat ich vor sie und näherte mich ihr bis aufs Äußerste, indem ich so nah mit meinem an ihrem Gesicht ging, dass sich unsere Nasenspitzen hätten berühren müssen und sah in ihre großen gelben Augen.
"Et maledicam maledicentibus tibi. Ut forever're cepissem fugiunt a me, et non erit. Numquam posse sine me liberet." (= dt.: "Ich verfluche dich. Auf dass du ewig meine Gefangene bist und dich nie von mir losreißen wirst. Nie wirst du frei sein ohne mich.")
Sprach ich den Fluch über sie aus und legte ihr dabei die Hand auf.
Ich spürte wie meine Macht mich durchspülte, wie sie meine Glieder durchzog und durch meinen Körper raste. Wie sie sich in das mir bekannte Dunkle verwandelte und den Fluch deshalb so mächtig werden ließ. Als meine Tat vollendet war, sah ich zu ihr hinab. "Niemand, nicht einmal dein über alles Gott, wird dir helfen können."
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Azumi
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Do Jun 25, 2015 8:21 pm

Midori

Gerade als ich drohte, von der Leiter zu fallen, biss ich mir für einen kurzen Augenblick auf die Unterlippe, lief dann aber die letzten zwei Stufen, während des Falls hinauf, drückte meine Füße gegen die letzte Stufe und machte einen Rückwärtssalto, ehe ich auf dem Ast eines großen Baumes landete, an diesem ließ ich mich schließlich mit meinen Armen runter hängen und landete zum Schluss auf meinen Beinen, während die Leiter bereits den Boden erreicht hatte. Ich atmete einmal tief ein und wieder aus. Noch deutlich konnte ich das Adrenalin in meinen Adern spüren und legte dann meine Hand auf meine Brust, wobei ich deutlich mein pochendes Herz spüren konnte. Was für ein Morgen...
Ich packte mir die Leiter und brachte sie zurück in den Schuppen. Nach getaner Arbeit ging ich wieder mit Miki zurück ins Haus, er hatte sich bis eben hinter einem Busch verkrochen und  lautstark gewinselt, doch da niemand zu schaden gekommen war, lief er nun wieder schwanzwedelnd neben mir her.
Ich klingelte bei Marta an der Haustür und sie machte mir sofort auf. Da sie wie immer ein Lächeln auf den Lippen hatte, ging ich davon aus, dass sie von all dem nichts mit bekommen hatte, was wahrscheinlich auch besser so war, sie hatte schon genug Sorgen, da sollte sie sich nicht auch noch um mich kümmern müssen. Immerhin wollte ich ihr helfen und nicht zur Last fallen! Das wäre wirklich das letzte, was ich wollte.
„Soweit ist alles erledigt, aber du solltest schleunigst einen Dachdecker anrufen, der sich das ganze noch mal genauer anguckt, für ein paar Tage sollte es halten, aber verlass dich nicht drauf und lass die Kinder auf keinen Fall bei stärkerem Wind draußen spielen, nicht dass eines von ihnen am Ende noch von einem herumfliegenden Dachziegel erwischt wird“, erklärte ich Marta und lächelte sie ebenfalls ein wenig an. Sie nickte und bedankte sich bei mir.
„Ich weiß das es vielleicht ein bisschen viel verlangt ist..., aber würdest du Miki noch ein bisschen spazieren führen? Er war heute noch nicht draußen und ich habe momentan ein wenig Stress um die Ohren, was Yukis Geburtstagsfeier angeht“, sagte sie und sah mich entschuldigend an. „Mach dir keine Sorgen, ich mach das doch gerne. Ich werde Yuki und ein paar von den anderen mitnehmen, damit du in Ruhe alles vorbereiten kannst. Hat Miki denn schon was zum Futtern bekommen?“ „Ja, schon heute Morgen“, lächelte Marta und ich nickte, ehe ich mir die Leine vom Haken an der Garderobe nahm. „Yuki, Minako, Ren, Sho. Kommt, wir gehen gemeinsam Gassi!“, rief ich durch das Haus und nur ein paar Sekunden später waren die vier auch schon angelaufen gekommen. Wie immer wirkten sie bestens gelaunt und zogen sich alle samt an, wobei Marta und ich ihnen hier und da noch etwas helfen mussten.
„So... Seid ihr alle so weit?“, fragte ich die Kleinen lächelnd, worauf man nur begeisterte Zustimmung von den anderen vernahm. Ich schmunzelte ein wenig, nahm Miki dann aber an die Leine und verließ mit den vier kleinen Rabauken das Waisenhaus. Jeder von ihnen durfte mal die Leine halten. Doch gerade als Ren mit Gassi gehen an der Reihe war, lief der golden Retriever ziemlich schnell los, da er eine streuende Katze gesehen hatte. Sofort riss Miki Ren mit, dieser eilte ihm mit seinen kurzen Beinchen sofort hinter her, fiel dann aber hin und ließ die Leine los. Man hörte ein lautes weinen und ich lief sofort zu Ren, während ich Miki einfach laufen ließ. Er wusste ja wo sein Zuhause war und würde spätestens heute Mittag wieder beim Waisenhaus auftauchen, daher machte ich mir erst einmal größere Sorgen um Ren, welcher noch immer bitterlich am Weinen war.
Ich setzte ihn auf den Bürgersteig und sah sein blutiges Knie. Yuki und die anderen beiden hatten sich um uns versammelt und beobachteten das ganze Geschehen. „Wie sieht's aus? Kannst du laufen“, fragte ich den Kleinen, doch dieser weinte nur weiter und schüttelte den Kopf. Ich streichelte ihm sanft durchs Haar, nahm ihn dann aber Huckepack und ging mit den anderen zurück zum Waisenhaus. Glücklicherweise war Miki auf halber Strecke zu uns zurück gekommen und ich nahm ihm die Leine ab. Da ich keine freie Hand hatte, ließ ich Sho die Leine tragen und Miki frei neben uns her laufen. Ich wollte nicht riskieren, dass sich noch ein weiteres Kind verletzte. Als wir dann wieder am Waisenhaus angekommen waren, musste ich feststellen, dass wir nicht alleine waren. Marta stand bereits in der Tür und unterhielt sich mit zwei Männern. „Oh du lieber Gott! Was ist passiert?!“, rief sie, als sie uns erblickte und lief direkt an den zwei Männern vorbei und stürmte eilig zu uns. „Miki hat sich los gerissen und Ren ist dann hingefallen“, erklärte ich knapp und gab Marta dann den kleinen schwarzhaarigen Jungen, welcher sich an ihr festkrallte. „Und wer ist das?“, fragte ich sie leicht skeptisch und blickte zu den zwei Männern. „Ich weiß nicht, aber sie haben nach dir gefragt“, erklärte sie mir. „Okay. Verarzte du im Haus am besten Ren und ich kümmere mich um unsere Gäste“, sagte ich und sie nickte, ehe sie zurück ins Haus verschwand und ich zu den beiden Männern ging. „Wie kann ich Ihnen behilflich sein?“, fragte ich sie mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen.


Ophelia

Ich biss die Zähne aufeinander, als ich Luzifer, genau den Luzifer vor meinen Augen sah. Mein Augenmerk huschte für einen kurzen Augenblick woanders hin und ich sah auf dem Boden liegend einen toten Dämon liegen. Neben ihm wohl sein Herz. Zumindest was davon übrig geblieben war.
Als Luzifer auf mich zukam, versuchte ich mich erneut gegen die Wachen durchzusetzen, jedoch ohne Erfolg, stattdessen trat mir einer von ihnen in den Rücken, weswegen ich schmerzerfüllt aufstöhnte. Immerhin wurde mir vorhin einfach so ein Flügel gebrochen und ich hatte die dementsprechenden Schmerzen in meinem Rücken. Doch wurde ich direkt von eben diesen abgelenkt, als Luzifer begann, irgendeinen Spruch auszusprechen, da ich doch recht geübt war, was das anging, hörte ich sofort alle Worte raus und kannte auch die Wirkung dieser Formel. Stärker als vorher begann ich mich zu wären, doch vergebens. Luzifer hatte seine Worte mittlerweile zu Ende gesprochen und ich konnte nichts mehr dran ändern.
Aus verhassten, aber mindestens genauso erschöpften Augen sah ich ihn an. Ich hatte diese Nacht wie immer schlecht geschlafen und auch die Reise nach hier unten war ziemlich Kräfte zerrend für mich gewesen, nicht zuletzt auch noch der Kampf gegen die fünf Dämonen, naja jetzt waren es ja nur noch drei.
„Ich wüsste da vielleicht was!“, grinste der eine Dämon und zog meinen etwas gesenkten Kopf in die Höhe, in dem er nach meinem dunkeln Haar gegriffen hatte und es grob hoch zog. „Sie besitzt schwarze Flügel! Das Engelchen ist für den Himmel einfach zu unfein!“, kicherte der Dämon, weswegen ich mir nur leicht auf die Lippen biss. „Nein!“, sagte ich schließlich angestrengt, aber dennoch energisch. So war das alles nicht! Vater wollte mich nicht los werden! Ich war ihm nicht zu unrein! Niemals!
„Vater hatte es mir sogar verboten, um mich zu schützen!“, verteidigte ich meinen Schöpfer und biss mir etwas fester auf die Lippen, so dass ich schon kurz darauf etwas warmes an meinem Mundwinkel spürte. „Es war ganz allein meine Entscheidung gewesen, hier her zu kommen! Vater hatte damit rein gar nichts zu tun!“, sagte ich weiter wurde dann aber auch schon wieder etwas gröber gepackt. Ich konnte deutlich spüren, wie nicht nur Luzifer ein Hass gegen die Engel hatte, sondern auch seine Untertanen, was mich nicht wirklich wunderte. Es hatte ja einen Grund, warum sie hier waren.
„Das Engelchen hat außerdem zwei von uns getötet“, sagte schließlich der eine Typ, welcher mich, beziehungsweise mein Haar, noch immer in seinen Händen hielt und grob nach oben gezogen hatte. „Am Anfang waren wir uns nicht mal sicher, ob sie wirklich ein Engel war... Wir konnten ihre unreine Aura deutlich spüren und für einen Engel sieht sie ziemlich ungewöhnlich aus“, erklärte der Typ weiter.
Ich schloss kurz meine Augen, wanderte mit meinem Blick dann aber wieder zu dem am Boden liegenden Dämon. Ich hasste Dämonen und alles andere was unrein und Sündhaft war, doch solch einen grausamen Tot hatten nicht mal diese verdient. Ich konnte Luzifer nicht verstehen. Sein Hass gegen die Menschen war jedem bekannt und doch verhielt er sich genauso wie sie. Sie schlachteten sich ja auch gegenseitig ab, töteten sich aus den lächerlichsten Gründen und führten gegeneinander Krieg. Ohja... Luzifer war genau wie sie und kein Stück besser!
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Lioness

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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Di Jun 30, 2015 8:18 pm

○ Camael ○

Die Tür wurde geöffnet und eine Frau mittleren Alters sah uns entgegen, die von einem Schwarm von Kindern umringt wurde. Sie waren eindeutig keine Nephilim, auch wenn die Aura aller strahlend hell war. Wieder fragte ich mich, ob sich mein Onkel nicht doch vertan hatte, was den Standort des Nephilim anging. Er war schließlich nicht hier, auch wenn man noch die verbliebene Energie eines übernatürlichen Wesens noch eindeutig spüren konnte, die es hinterlassen hatte. Ich wandte mich der Frau zu und gab ihr zu verstehen nach wem wir suchten. Unseren Informanten nach war der irdische Name des Nephilim Midori Kahoko. Die Frau wollte zum antworten ansetzen, da wanderte ihr Blick von mir ab hinter mich und sie eilte an mir und Uriel vorbei. Ein Mädchen war mit ein paar Kindern und einem Hund aufgetaucht. Der große schwarze Mann, der nicht so recht in diese asiatische Welt passen wollte, lehnte sich leicht zu mir. "Ja, ich bin mir sicher." Antwortete er auf die Frage die ich ihm zuvor gestellt hatte, ob wir hier denn richtig waren. Just in diesem Moment spürte ich es auch. Die Kraft die von der Blonden ausging war größer als bei allen anderen Nephilim, die ich bisher getroffen hatte. Vielleicht war sie ja wirklich diejenige die wir seit langem gesucht hatten.
Die Frau unterhielt sich kurz mit dem Mädchen, ehe sie mit den Kindern wieder zurück ins Haus verschwand. Mir viel der kleine Junge ins Auge, der sich verletzt haben musste und von der Frau hinein getragen wurde. Es erinnerte mich daran, wie unterschiedlich doch die Kindheit von Menschen und Engeln war. Mich hatte niemand getröstet, wenn ich gefallen war, oder mich anderweitig verletzt hatte, denn das machte uns nur schwach. Die Menschen hingegen durften Schwächen haben, sie zeigen. Unsereins war es verwehrt. Wir Engel, insbesondere wir Seraphim, existierten einzig um die Menschen vor dem Bösen des Diesseits und Jenseits zu beschützen, solange sie auf dem rechten Weg blieben. So hatte es der Schöpfer vorherbestimmt und so würde es auch für immer bleiben. Es war eines der ungeschriebenen Gesetze, ohne welche die Ordnung im Himmel und auf Erden zusammen brechen würde. Ich sah dieses Menschenkind an, im Wissen dass seine Kindheit völlig anderes verlaufen würde als es meine getan hatte. Ohne Drill und dem stetigen Streben nach Perfektion.
Die Nephilim kam auf uns zu und fragte freundlich lächelnd, wie sie uns helfen könne. Oh wenn sie wüsste wie sie uns helfen würde. Da Uriel mir bei allen folgenden Taten und Handlungen den Vortritt ließ, weil ich - laut ihm - so am besten lernen würde, war ich es der auf ihre Frage etwas erwiderte. "Ich bin Camael und das ist Uriel. Wir sind..." "Hättest du Zeit, um uns für einen Augenblick zu begleiten?" Unterbrach mich mein Onkel, die blauäugige Nephilim offen anlächelnd. Zugegeben, Uriel machte selbst als einen solchen Bären von einem Mann einen vertrauenswürdigen Eindruck. Dennoch verstand ich den Sinn und Zweck des ganzen nicht. Scheinbar wollte ich ihm die Sache zu schnell erledigen. Was sollten wir allerdings noch mit ihr besprechen? Alles wichtige war doch bereits gesagt. Wozu dann noch Zeit verlieren?
Mir viel auf, dass Uriel uns geschickt von den Wohnsiedlungen weg führte, in eine von Pflanzen dominierte Umgebung. PARKANLAGE stand auf einem Schild am Eingang des Grundstücks. "Wir haben schon lange nach dir gesucht." Teilte mein Onkel der Nephilim mit und musste grinsen als er fortfuhr. "Und Gott weiß, es war nicht einfach dich zu finden." Lächelte er sie an. Wir waren an einer Bank angekommen auf der sich der dunkle Riese nieder ließ. Ich blieb derweil lediglich stehen und hatte dem ganzen bisweilen nur zugehört. Doch nun schien Uriel sich wieder etwas zurück zu ziehen, also ergriff ich das Wort, schließlich konnten wir nicht ewig hier die Zeit verschwenden. "Wir sind Engel Gottes", berichtete ich ihr kühl. Nun hatten wir meiner Meinung nach mehr als genug geplaudert, "und du wirst uns begleiten." Alles Wichtige war nun gesagt und spätestens würde der Hohe Rat sie über alles weitere aufklären. Eh ich zu Ende gesprochen hatte, wanderte meine Hand unmerklich hinter meinen Rücken. Dort hatte ich den Dolch versteckt. Es war jedoch kein gewöhnlicher Dolch, sondern die Seelenklinge. Sie war mittels für solche Zwecke erschaffen worden, nämlich um Menschen oder auch Nephilim von ihrem irdischen Dasein zu befreien, damit sie ohne dass ihre Seele davon schaden tragen würde, hinauf ins Himmelreich gelangen konnten, wenn nach ihnen verlangt wurde. Doch bevor ich etwas ausrichten konnte legte Uriel mir eine Hand auf meine Schulter. Allein diese Tatsache verdeutlichte mir nochmals, dass mein Wirt in jeglichen Körperlichkeiten zu kurz geraten war. Ich entspannte meine Muskeln wieder und schwieg.
Uriel hingegen zog seine Hand wieder zurück und sah wieder zur Nephilim. "Du hast doch sicher fragen an uns. Es kommt bestimmt nicht jeden Tag vor, dass zwei Wildfremde nach dir fragen und solch wüste Behauptungen von sich geben, nicht wahr Midori?" Schaffte er es trotz seiner kraftvollen äußeren Erscheinung sanft und verständnisvoll zu klingen. Dazu musste man erwähnen, dass mein Onkel geübt im Kontakt zu Menschen war, schließlich war er einer der obersten Botenengel.
Er lehnte sich mit den Unterarmen auf seine Oberschenkel und sah das Menschenmädchen einladend an. "Hast du dich denn nie gefragt woher du diese Kräfte hast?" Er machte eine kurze Pause, ehe er fortfuhr. "Hattest du noch nie Wutausbrüche, oder gar erschreckend real wirkende Träume? Vorahnungen oder häufige Déjà vus?" Klang die dunkle Stimme des kahlköpfigen Wirts mit den Worten meines Onkels. Ich hatte mittlerweile die Arme vor der Brust verschränkt und war gespannt wie die Nephilim auf das alles reagieren würde.




○ Luzifer ○

Ich sah den Dämon belustigt an, der dem Engelchen in den Rücken trat. "Wo bleiben denn eure Manieren, Gentelmen? Behandelt man etwa so einen Gast?" Lachte ich schon fast.
Als ich vor dem Engelchen stand, erklang die Stimme meines Dämons, der hämisch überlegte, dass die Schwarzhaarige zu unfein für den Himmel war, weil sie schwarze Flügel besaß. Das erregte mein Interesse und ließ mich breit grinsen. "So so." Sah ich ihr in die goldenen Augen entgegen. "Ein schwarzes Schaf unter den frommen Lämmern des Hirten." Stellte ich ruhig und bestimmt fest. Das Grinsen versiegte auch nicht, als sie mir energisch ins Gesicht rief. Mir nun siegessicher, da offensichtlich dort einer ihrer Schwachpunkte lag, entfernte ich mich leicht von ihr und begann sie zu umkreisen. Wie ein Raubtier, dass die Schlingen um seine Beute immer enger zog. Sie wollte Vater verteidigen, indem sie meinte, er hätte ihr sogar verboten hierher zu kommen, doch das war kein Argument für mich. "Sicher doch, Liebes." Sagte ich abschätzig. "Dann verrate mir eins: warum wohl hat er es dir verboten, wenn er doch weiß, dass du ihm nicht gehorchst? Schließlich ist er der Allwissende." Nun blieb ich gänzlich vor ihr stehen, war ihr dabei jedoch halb abgewandt. Ich ließ meine Worte wirken, ehe ich einen Schritt auf sie zu trat. "Ihr Engel sagt doch selbst, Vater hat für alles einen Plan, eine Bestimmung."
Der Dämon berichtete mir, dass das schwarze Schäfchen zwei meiner Untergebenen getötet hätte. Ich winkte dem nur ab. "Sag mir später wer sie waren, dann bringe ich sie zurück." Entgegnete ich dem locker. Es war so, dass solange man Dämonen oder Engel bloß tötete war ich und auch die Erzengel in der Lage, diese wieder zurück zu holen. Es stellte nur ein Problem dar, wenn man ihre Existenz auslöschte. Dann konnte niemand sie wieder zurück holen, da ihre Seele zerstört wurden war. Doch solange ihre Seelen noch existierten, war noch etwas zu machen. Ansonsten konnte noch nicht einmal Vater dann etwas dagegen tun. Und die einzigen die eine Existenz völlig auslöschen konnten waren, abgesehen von Vater, den Erzengeln und meiner Wenigkeit, die Seraphim und einige meiner Dämonen. Doch dieses Engelchen hier sah mir nicht nach einem Seraphim aus, zumal zu zudem viel zu jung war und wenn überhaupt in der Ausbildung sein musste.
Wie auch immer. "Bringt sie in Lillith's Gemächer." Und damit war die Sache für mich auch erledigt, denn nun hatte ich das Engelchen an mich gebunden. So konnte es ebenso wie ich nie wieder aus meinem Reich hinaus. Nie wieder zurück ins Himmelreich oder gar auf die Erde. Das was mir verwehrt war, blieb ihr auch verwehrt. Es war wie ein unsichtbares Band was uns nun verbund. Diesen Fluch hatte ich schon des Öfteren gesprochen bei den Spionen Vaters, und die Engel die er bislang geschickt hatte hielten es nicht lange hier unten aus und entweder brachten sie sich selbst um oder aber sie langweilen mich, was so ziemlich auf das gleiche hinaus lief.
Und in Liliths Räumlichkeiten würde sie sich erstmal umsehen können. Die Dämonin hatte schließlich einen prachtvollen Wohnbereich und war immerhin auch nicht umsonst eine meiner engsten Vertrauten. Schätzungsweise würde sie erst in einigen Tagen zurück kehren von ihrer Mission. Bisdahin konnte das Engelchen bei ihr wohnen.
Mich umdrehend schritt ich wieder auf meinen Thron aus Engelsgebeinen zu. "Macht das hier sauber!" Befahl ich und einer der Wachen verschwand, um einen Diener zu rufen. "Ich kann diesen unfähigen Bastard nicht mehr ertragen." Knurrte ich mürrisch.
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Mi Jul 01, 2015 12:19 pm

Midori

Ich war mir nicht wirklich im Klaren darüber, ob ich diesen Typen wirklich folgen sollte, man hörte in den Nachrichten ja schließlich immer wieder von irgendwelchen Verrückten, die junge Mädchen entführten, töteten oder weiß der Geier was sie mit ihnen anstellten, doch besaßen die beiden etwas an sich, was mich irgendwie magisch anzog. Besonders der größere hatte so ein vertrauensvolles Gefühl in mir erweckt, welches ich vorher noch nie so verspürt hatte, daher entschied ich mich auch dafür, ihnen erst mal zu folgen. Ich vertraute einfach auf meine Fähigkeiten flüchten zu können und auch ein wenig auf meinen Instinkt, welcher mir verriet, dass die zwei Kerle nichts böses im Schilde führten.
Wir kamen an einer Parkanlage an und der größere von den beiden hatte sich auf eine Bank gesetzt, während der andere genauso wie ich lieber stehen blieb. Wie gesagt, ich musste einfach auf meine Fähigkeiten vertrauen flüchten zu können und dies beinhaltete auch darin, mir einige Fluchtwege frei zulassen. Ich glaubte zwar jetzt nicht, dass zwei Kerle ein „wehrloses“ Mädchen am helllichten Tag entführten, aber was hatte man nicht alles schon gehört?
Die zwei Männer, welche sich als 'Camael' und 'Uriel' vorgestellt hatten, erhoben nacheinander immer mal wieder ihre Stimme, wobei ich ihnen gut zuhörte, auch wenn ich immer mal wieder glaubte mich zu verhören. Es war schließlich alles andere gewöhnlich, was die beiden da von sich gaben. Doch wirkten sich nicht so als würden sie lügen. Zudem kam noch, dass die beiden meinen Namen kannten, was mich etwas verunsicherte. Das was mich jedoch am meisten Stutzen ließ, war dass die beiden von meinen kleinen Problemen kannten.
Der größere von den beiden fragte mich nun, ob ich noch ein paar Fragen hätte. Ganz zu Anfang hatte ich gefühlt tausend Fragen, doch jetzt waren sie alle wie weg gepustet. Es machte irgendwie Sinn... Naja irgendwie. Es machte dann Sinn, wenn man es schaffte, dieser doch wirklich sehr seltsamen Geschichte Glauben schenkt.
Ich überlegte einen kurzen Augenblick und sah dann etwas zur Seite, ehe mein Blick zwischen den beiden wieder hin und her wanderte. Einige Fragen hatte ich tatsächlich noch, wusste aber nicht so recht wie ich diese stellen sollte. Es war mir ziemlich unangenehm und ich wollte weswegen ich etwas nervös auf meiner Unterlippe herum kaute.
„I-Ist es denn auch normal das ich Schlafwandle und mich am Ende an nichts erinnern kann? Und was ist mir der Stimme in meinem Kopf?“, fragte ich etwas verlegen. Ich selbst kam mir immer wie eine Verrückte vor, wenn ich mal wieder schlafwandelte oder sich die Stimme in meinem Kopf breit machte. Meistens versuchte ich diese Dinge zu ignorieren, doch waren sie in letzter Zeit immer häufiger passiert, so dass ich fast ununterbrochen daran denken musste, was auf Dauer doch ziemlich unangenehm war, außerdem war meine Konzentration seit langer Zeit auf der Strecke geblieben -sehr zum Leidwesen meiner Schulnoten.
„U-Und was ist überhaupt mit Marta und den Kindern aus dem Waisenhaus?“, fragte ich. „Ich kann sie unmöglich alleine lassen! Marta braucht dringend Hilfe, sie schafft das alles unmöglich alleine mit den ganzen Kindern alleine lassen, außerdem sind sie meine Familie“, sagte ich etwas verunsichert. Ich wollte diesen verrückten Haufen nicht verlassen. Weder wollte ich es, noch konnte ich es übers Herz bringen. Marta hatte mir immerhin ein neues Zuhause gekümmert und sich liebevoll und aufopfernd um mich gekümmert da wollte ich sie nicht im Stich lassen und ihr so gut helfen wie ich nur konnte.


Ophelia

Ich biss mir etwas auf die Unterlippe, als Luzifer mir die Frage stellte, warum Vater mich denn nicht abgehalten hätte, da er ja immerhin der Allwissende war. Ehrlich gesagt hatte ich darauf keine Antwort und schenkte ihm daher nur einen hasserfüllten Blick. „Was wisst Ihr schon?!“, fauchte ich. Von dem Kerl würde ich mir gar nichts sagen lassen! Er war wirklich der letzte von dem ich mich verwirren lassen würde. Vater wollte mich ganz sicher nicht los werden! Er wusste, dass ich es für meine Schwester tat. Sicherlich konnte er es nicht länger ertragen, wie meine kleine Schwester leiden musste. Zu mindestens versuchte ich mir dies einzureden. Etwas anderes wollte ich nicht hören und auch nicht glauben.
Noch bevor ich etwas hätte erwidern können, sagte Luzifer seinen Untertanen sie sollten mich weg bringen. Natürlich hörten diese sofort und der eine zog mich an den Haaren wieder auf meine Beine. Ich biss mir wieder etwas auf meine Unterlippe, diesmal jedoch nicht so schlimm, dass ich wieder zu bluten anfing.
Der Kerle führten mich durch ein paar Gänge und brachten mich schließlich in ein großes Zimmer. Es war ziemlich luxuriös eingerichtet und noch bevor ich das Zimmer hätte besser angucken können, trat man mir einfach in den Rücken und ich fiel auf den Boden. Ich keuchte etwas, da ich ja nach wie vor Schmerzen hatte.
Ich biss meine Zähne etwas zusammen und versuchte mich wieder aufzusetzen, doch tat es einfach zu sehr weh und ich blieb auf dem Boden liegen. Die drei Dämonen warfen mir noch einen hasserfüllten Blick zu, verließen dann aber da Zimmer und ich konnte deutlich hören, wie sie das Zimmer von außen abschlossen.
Ich schluckte etwas leer und musste mir tatsächlich meine Tränen unterdrücken. Alleine schon der Gedanke, dass ich wohl nie wieder zu meiner Familie zurückkehren würde, versetzte mir einen Stich in mein Herz. Ich wollte gar nicht wissen wie meine kleine Astera sich gerade fühlen musste oder meine Mutter... Nachdem sie ihren Mann verloren hatte, verlor sie nun auch ihre Tochter... Aber wenigstens war es für einen guten Zweck. Astera würde nicht länger Schmerzen haben. Sie würde endlich wieder schlafen können und meine Mutter konnte sich wieder um andere Dinge kümmern, als um das Wohlergehen meiner kleinen Schwester.
Ich legte meinen Kopf auf meine Arme, während ich noch immer am Boden liegen blieb. Ein paar kleine Tränen rannen aus meinen Augen. Es tat mir unglaublich leid, dass ich ihnen nicht länger helfen konnte, dass sie erneut solche Schmerzen ertragen mussten, wie schon bei dem Tod unseres Vaters. Er wurde von einem hochrangigen Dämon getötet und seine Seele wurde ausgelöscht. Nicht ein mal mehr Gott konnte ihn zurückholen. Auch seine Macht war irgendwo begrenzt, auch wenn die Grenzen weit entfernt waren...
Ich rappelte mich ganz langsam auf und kniete auf dem Boden, dann krabbelte ich auf allen Vieren zum Fensterbrett, wo ich meine Ellenbogen abstützte und mir meine letzten Tränen weg wischte. Ich faltete meine Hände und schickte ein stummes Gebet an Gott und meine Familie. Sie mussten jetzt einfach stark sein. Ich würde mit Sicherheit einen Weg finden, um von hier fliehen und wieder zu ihnen zu stoßen. Luzifers Fluch musste einfach eine Schwäche haben! Auch seine Macht war nicht grenzenlos!
Plötzlich verzerrte die Umgebung um mich herum und ich kniff meine Augen zusammen, während meine Hände zu meinem Kopf wanderten und ich sie dagegen presste. Ein stechender Schmerz durchfuhr meinen Kopf und ich bekam einige Bilder in meinem Kopf zusehen. Ich sah den weißen Falken, welcher mich hier runter begleitet hatte. Er hatte meine Familie erreicht und ihnen das heilende Kraut gegeben. Doch dann sah ich die Gesichter meiner Familie. Meine Mutter und meine Schwester waren am weinen.
Das Bild verzerrte sich wieder und verschwand schließlich ganz aus meinem Kopf. Ich keuchte leise und drückte meine Hände noch etwas mehr gegen meinen Schädel. Als dann aber endlich dieser stechende Schmerz verschwand, lehnte ich mich -noch immer auf dem Boden sitzend- mit dem Rücken an das Fenster und versuchte die Bilder zu verarbeiten. „Es tut mir leid“, flüsterte ich leise und keuchte noch immer ein wenig atemlos, während ich meine Augen schloss und meinen Kopf dann in die Hände legte. "Es tut mir so unglaublich leid."
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Do Jul 09, 2015 7:15 pm

○ Camael ○

Der Nephilim hörte aufmerksam was wir zu sagen hatten, auch wenn es größtenteils Uriel war der redete. Man konnte eindeutig spüren, dass die Blonde immer beunruhigter wurde, desto mehr wir mit ihr redeten. Aber konnte man es ihr nicht ganz verübeln, da es auf der Erde für meinen Geschmack eh schon viel zu viele Ungläubige gab, die sich Gottes Wort verschlossen und wenn sie eine von jenen war, brauchte ich die Menschen nicht studiert zu haben, um mir sicher zu sein, dass sie uns für Wahnsinnige halten würde. Doch etwas musste dem Nephilim noch in Zügeln halten, dass sie bei uns blieb und uns sogar Fragen stellte. Ich schätzte es war Neugier, zumindest war es am einfachsten es so für mich zu erklären.
Ich ließ ein ungeduldiges Schnauben von mir hören und behielt meine Haltung bei, ehe der dunkle Riese ihr mit einem höflichem Lächeln auf den Lippen antwortete. "Möglich wäre es. Es fällt bei jedem deiner Art leicht unterschiedlich aus, wenn eure Kräfte erwachen. Mondsucht ist dabei keine Seltenheit." Klang er geduldig und bildete somit das genaue Gegenteil von mir.
Was jedoch die Stimme anging, die der Nephilim angeblich hörte, darüber ließ Uriel nichts von sich und ich würde sogar glauben, dass er es nicht mitbekommen hätte als die Nephilim sprach, wenn ich ihn nicht gut genug kennen würde um zu wissen, dass er es es selbst nicht wusste oder es ihr nicht sagen wollte, zumindest noch nicht. Ich persönlich war an der Stelle überfragt, da ich mich mit den Menschen nur im Groben auskannte und dies erst mein zweiter Nephilim war, den ich ins Himmelsreich führen sollte.
"Das verstehe ich. Aber es wäre doch kein Leb wohl. Du könntest sie wiedersehen." Sagte Uriel ruhig, als die Nephilim von Menschen anfing, die ihr offensichtlich etwas bedeuteten. Für mich klang das alles suspekt. Diese Welt war voller Fehler. Warum würde sie hier bleiben wollen?
Wind kam auf, so kühl, dass es meinem menschlichen Wirtskörper Gänsehaut verschaffte und mich frösteln ließ. Ein Blick zu meinem Onkel ließ mich erkennen, dass es seinem Wirt nichts ausgemacht hatte, auch wenn der Engel im menschlichen Körper es zur Kenntnis genommen hatte und sich nun von seinem Platz auf der Bank erhob.
Wiedereinmal fiel mir der Größenunterschied zwischen unseren Wirten auf. Ich konnte nicht genau ausführen, warum es so sehr an mir nagte, dass Uriel mich nun um schon fast drei ganze Kopfe überragte. Das war jedoch lediglich ein nebensächlicher Gedanke, der ehe er erschienen war auch sogleich den wichtigeren, für unsere Mission bestimmenden Gedanken platz machte. Der Blick des Größeren suchte den sich zu ziehenden Himmel ab. Ich spürte es auch und sah ebenfalls hinauf, nur um dann das Wort zu ergreifen. "Wir haben genug Zeit verschwendet, Uriel. Nehmen wir die Nephilim und kehre zurück." Spannte ich meine Muskeln instinktiv an. Der Horizont hatte sich in Sekunden verdüstert und eine dunkelgraue Wolkendecke hatte sich formiert. Der Wind steigerte sich zu sturmartige Böhen und es begann allmählich zu regnen.
"Zu spät. Sie sind hier." Das Lächeln auf dem Gesicht des Schwarzen war erloschen und eine ernste Mine war an dessen Stelle getreten. Kaum hatte er es ausgesprochen ertönte ein tiefes Donnern, dass direkt über uns zu sein schien.
"Sieh mal einer an..." Erklang hämisch eine weibliche Stimme hinter uns. Ich reagierte sofort und stellte mich vor die Nephilim, um die Sicht des Dämons auf sie zu blockieren. "Wenn das nicht Engel sind?" Vollendete die Dämonin ihren Satz und ein finsteres Grinsen wuchs in ihren Zügen heran. Wie auf ein stilles Kommando breiteten Uriel und ich unsere Auren aus, dass sie die Nephilim umgaben. Dies half, dass sie nicht den Flüchen oder gar einer Hypnose der Dämonen zum Opfer fiel.
"Was wollt ihr denn mit solch einem unreinen Geschöpf?" Erklang eine andere männliche Stimme abschätzig und erschien gegenüber der Dämonin, sodass wir eingekreist waren. "Camael, bring Midori hier weg, ich kümmere mich um unsere Freunde." Murmelte mir Uriel zu und fixierte den Dämon der wie seine Kameradin eine menschliche Hülle gefunden hatte, um hier auf Erden ohne Aufsehen zu erregen wandeln zu können. Ich war entsetzt. Was hatte er mir da gerade gesagt? "Ich werde sie ablenken und du bringst sie zum Rat! So war es abgemacht!" Knurrte ich und sah nicht ein zu flüchten. Ich war schließlich der Seraphim, der Krieger der dafür zuständig war, wenn es hart auf hart kam, meinem Partner und dem Nephilim den Rücken frei zu halten. Uriel war derjenige der dafür bestimmt war, sich um die Nephilim zu kümmern die wir fanden. Er war schließlich Botenengel! Er konnte besser mit Menschen und somit auch mit Nephilim als ich. Deshalb war seine Entscheidung für mich nicht nachzuvollziehen.
Dann rannten die Dämonen wie auf einen Schlag hin gleichzeitig auf uns zu. Uriel rannte entgegen den Dämonen. Ich hingegen wartete auf die Dämonin, um in letzter Sekunde die Nephilim aus der Bahn zu stoßen und ebenfalls auszuweichen, doch besaß meine Gegnerin scheinbar sehr gute Reflexe und schaffte es einen Hacken zu schlagen und sich erneut auf die Nephilim zu sturzen. Ich rannte auf beide zu. Siegessicher streckte die Dämonin die Hand nach der Nephilim aus, um sie zu packen, doch war ich schneller und griff die Angreiferin im Nacken und an der Schulter. Mit all meiner Kraft die ich in diesem mickrigen Körper aufbringen konnte schleuderte ich die Dämonin weg.
Ich sah nun ein, dass es keinen Sinn hatte mit Uriel zu diskutieren. Die Nephilim musste weg von hier und zwar schnell! Ich zog die Blonde zu mir. Zu meiner Missgunst musste ich feststellen, dass ich etwas zu ihr aufsehen musste, um ihr in die Augen zu sehen. Hinter ihr bemerkte ich, dass sich sowohl die Dämonin aufgerichtet hatte als auch weitere zwei weitere ihrer Art das Spielfeld betraten. Ich wusste es würden nur noch mehr werden, je länger ich warten würde. Ohne zu zögern zog ich die Seelenklinge aus meinem Gürtel und riss meine Faust mitsamt den fest umklammerten Dolch in die Höhe. Die Dämonen rannten erneut auf uns zu und hinter mir konnte ich Uriel aufschreien hören, als ich die Klinge in den Körper der Nephilim versenke.
Viele Nephilim von denen ich gehört hatte sagten, dass es gar nicht mal all zu sehr weh tat, wenn die mit Schriften gravierte Klinge sich in ihr Fleisch fraß. Die wirkliche Qual war das darauf folgende, wenn die Seele mit den begleitenden Engeln in den Himmel fahren würde.
Ich glaubte ihnen, denn selbst ich, Abkömmling zweier Erzengel ersten Grades, empfand dabei Schmerzen - wie musste dies dann wohl erst für einen Nephilim erst sein?
Doch der Dolch musste sein, denn hätten wir ein anderes Utensil genommen und sie damit brutal ermordet, hätte sie nicht mit uns einfach so in den Himmel auffahren können, sondern müsste sich der Prüfung der Reinheit unterziehen. Außerdem lag ein Segen auf ihm, dass er den Körper des Nephilim den er traf nicht schadete, er also bei seiner Rückkehr auf die Erde in seinen unbeschadeten menschlichen Körper zurück kehren konnte. Uriel und ich hingegen brauchten so etwas nicht. Wir wussten wie mir unsere Seele von den Körpern unserer Wirte lösten, sodass es ihnen nicht schaden würde.
Wieder ein grelles Licht. Solch ein Licht und Lärm mit dem die Mission begonnen hatte. Ich spürte wie meine wahre Gestalt nun sich frei entfalten konnte und nicht mehr an den irdischen Wirt gebunden war. Auch dass Uriel nicht bei mir war wie zuvor, ebenso dass ich die Nephilim festhielt und ihr hinauf half beim Aufstieg. Das spürte ich alles. Dann wieder der lähmende blitzartige Schmerz, der nicht länger als ein Wimpernschlag andauerte, dafür aber hart genug war, dass man erst einmal eine kurze Pause von einigen Sekunden brauchte, um sich in seiner neuen Umgebung zurecht zu finden. So wie ich es gewohnt war klang der Schmerz auch schon wieder ab.
Es war knapp gewesen, dass wir den Dämonen entkommen waren. Ich hätte auch mit jedem einzelnen Gekämpft doch wettete ich, dass wenn ich mit zweien kämpfte sich andere zwei anschlichen um Uriel und die Nephilim zu zerfetzen. Außerdem hatte ich da noch eine andere, viel dunklere und aggressivere Aura gespürt, die sich uns genähert hatte. Uriels Aufschrei fiel mir wieder ein, den ich noch auf Erden wahrgenommen hatte. Ich hätte bei ihm bleiben sollen und mit ihm kämpfen! Ich hätte derjenige sein sollen, der noch immer dort unten kämpft, nicht er!
Plötzlich spürte ich eine Aura, angeschlagen aber zutiefst rein. Uriel erschien nur einige Meter von uns entfernt. Er hatte Blessuren davon getragen, zumindest seine Kraft, doch hatte ich ihn auch schon im schlimmeren Zustand gesehen. Um so erleichterter war ich, dass er all den Dämonen entkommen war. Dass wir entkommen waren und den schweren Teil der Mission hinter mich gebracht zu haben. Mich aufrichtend ging ich auf meinen Onkel zu und legte ihm die Hand auf seine Schulter. Ja, nun konnte ich dies tun ohne mich dafür zu ihm hoch recken zu müssen, da in unseren wahren Gestalten ich es war der ihn um gut einen Kopf überragte und dabei war Uriel alles andere als klein, selbst für einen Engel. Der andere nickte mir stumm zu, wobei er mir ein Lächeln schenkte und sah dann an mir vorbei. Ich folgte seinem Blick. Weite Landschaften von grün, in der Ferne kaum erkennbar die hohen Tore. Davor stand die Nephilim. "Willkommen im Himmel." Lächelte Uriel ihr offen entgegen.



○ Luzifer ○

Als das mickrige Engelchen endlich abgeführt wurde, traf auch schon kurz darauf ein Dämon ein der den Haufen Abschaum der auf dem Boden lag, beseitigte. Ich schritt wieder die Treppen hinauf und ließ mich auf meinem Thron nieder. Ich spielte etwas mit den Fingern auf der Armlehne, ehe mir der Gedanke in den Sinn kam, ob die ermordeten Dämonen es denn überhaupt Wert waren, von mir, ihren Gebieter und Herrscher, wiedergeholt zu werden? Sie waren doch bloß Abschaum, wenn die sich von dem Engelchen von vorhin überwältigen gelassen haben. Dann jedoch dachte ich mir, dass sich meine Bestände an Gefolge nicht ins Unermessliche erstreckte, auch wenn ich zugegebener Maßen viele erbärmliche Seelen unter Vertrag hatte. Ich beschloss sie zwar wiederzuholen, denn schließlich brauchte jeden Imperium Kanonenfutter, jedoch auch meinen Dämonen - meinen fähigen Dämonen - die die Verträge mit den Menschen oben auf der Erde abschlossen, ausdrücklich mitzuteilen, dass sie darauf achten sollten, dass diese für uns auch später von Nutzen waren. Wenn man es genau betrachtete, konnte man mein Gefolge in Schichten aufteilen. Die Unterschicht war das bereits erwähnte Kanonenfutter. Stumpfsinnige Geschöpfe die es bloß durch ihre rohe Gewalt zu etwas bringen konnten. Dann die Mittelschicht, wobei diese sich nochmals in separate Gruppen aufspaltete. Sie waren jedoch gebildeter, schienen zumindest mehr Hirnmasse zu besitzen, als die niederen Dämonen. Die höhergestellten der Mittelschicht bildeten dabei meine Seelenhändler. Sie verleiteten die Menschen dazu einen Pakt mit mir einzugehen und sorgten dafür, dass der abgeschlossene Vertrag schneller zu meinen Gunsten ausfiel als unter natürlichen Umständen. Die Oberschicht bildeten im Gegensatz zur Unterschicht nicht all zu viele Dämonen. Es waren elitäre Streitmachtführer, wozu auch einige meine Palastwachen zählten, mächtige Dämonenfürsten, die mitunter einige meiner Berater waren und nicht zu vergessen ebenfalls einstige Engel, die sich mir in der großen Schlacht von einst gegen Vater und den Himmel gerichtet hatten.
Die Dämonen die das Engelchen in Liliths Gemach gebracht hatten, kamen nun wieder. Ich richtete mein Wort an sie. "Sagt mir wer die Gefallenen sind!" Befahl ich. "Es w-waren Betrayer und Bishop, mein Gebieter." Neigten sie demütig den Kopf. Ich erhob mein Kinn. Bishop, wie passend, dachte ich in Sarkasmus. "Bringt mir ihre Leichen!"

Als das Ritual durchgeführt war und das Kanonenfutter wiederbelebt, wies ich sie an aus meinen Augen zu treten.
Ich teilte mit, dass ich mich nun zurück zog und verließ die Halle, während der Thronsaal nun gesäubert war und ich sogar diesen Nichtsnutz Assura wiedergebracht hatte, jedoch würde er von der Mittelschicht zur Unterschicht degradiert werden. Ich war auf dem Weg mich in meine gemächer zurück zu ziehen - doch kam nicht umhin an Liliths Räumlichkeiten vorbei zu gehen. Prompt entschied ich mich dem Engelchen einen Besuch abzustatten. Ich wies meine Leibwächter an vor der Tür zu warten.
So öffnete ich in einem Schwung die massive Holztür und trat ohne Vorwarnung ein. Zügigen Schrittes ging ich auf einen Samt gepolsterten Sessel am Fenster zu und nahm Platz. Mit amüsierten Blick sah ich auf das Engelchen herab, schwieg jedoch. Es war schon seltsam warum ich mich hierher begeben hatte und die Befragung nicht einen meiner Dämonen überlassen hatte, doch dies lenkte mich von der Unfähigkeit dieser Würmer ab meine geliebte Filia wieder zu mir zurück zu bringen. So saß ich in diesem Sessel, mit leicht gespreizten Beinen und auf der Faust ruhendem Kinn. Ich wartete, die Dunkelhaarige vor mir intensiv musternd. Zum einen da ich meine Gefangene gut kennen lernen wollte und vielleicht sogar auch etwas über Vaters Pläne herausfinden würde. Zum anderen war ich auch nur ein Mann. Ein wirklich gut aussehender und attraktiver Mann, aber immer noch ein Mann.

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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Do Jul 09, 2015 11:03 pm

Midori

Es machte mich ein wenig unruhig, dass der Mann nicht auf meine Frage antwortete, was diese Stimmen in meinem Kopf zu bedeuten hatte. Das war sicherlich kein gutes Zeichen. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass er es einfach überhört hatte. Wenn er wirklich ein Engel war, würde das bei einem mir so -ernst scheinenden Thema- wohl eher nicht passieren. Das schien kein gutes Zeichen zu sein.
Eigentlich wollte ich gerade noch einen Einwand einschieben, als sich der Himmel mit einem Mal dunkel färbte. Sofort sah ich hinauf bete innerlich, dass es jetzt nicht zu gewittern anfing. Ich hasste nichts mehr als ein Unwetter. Doch dieses schien nicht wie die anderen zu sein. Es begann zu regnen und kurz darauf donnerte es einmal lautstark. Ich zuckte sofort zusammen und ging in die Hocke, wobei ich meine Hände gegen meinen Kopf drückte und die Augen zusammen kniff, dennoch konnte ich mir ein paar Tränen nicht unterdrücken und wimmerte leise. Das durfte doch alles nicht wahr sein! Wo war ich hier denn nur gelandet?!
Ein helles Licht umgab mich und ich öffnete meine Augen langsam wieder, wobei ich bemerkte, wie sich ein Kampf zwischen den Leuten entfacht war. Was zum Teufel war hier eigentlich los? Wer waren die denn auf einmal?
Ich hatte mich langsam wieder beruhigt und stellte mich wieder aufrecht hin. Mein Körper zitterte leicht, wobei ich nicht genau wusste, ob es der kalte Wind war, oder die Angst, die ich hatte. Egal, was es von beidem nun war... Ich wollte einfach nur weg von hier!
Ich sah dem ganzen Szenario bloß fassungslos zu, doch plötzlich kam die eine Frau auf mich zu und wollte mich packen, doch dann kam Camael ihr zuvor, packte sie sich und schleuderte sie weg. Ich war wie angewurzelt stehen geblieben und war unfähig irgendetwas zu sagen, geschweige denn zu tun.
Dann kam Camael aber wieder auf mich zu und nahm plötzlich so einen seltsam aussehenden Dolch hervor. Er schnellte auf mich zu und was ich kurz darauf spürte, waren nichts als Schmerzen. Sie hielten nicht lange an, doch sorgten dafür, dass ich mir ein Keuchen nicht verkneifen konnte. Noch nie in meinem ganzen Leben hatte ich etwas derartiges verspürt und ich brauchte einige Momente, um mich daran zu gewöhnen. Der Aufschrei von Uriel war mir dabei jedoch nicht entgangen, weswegen ich etwas besorgt war. Hoffentlich passierte ihm nichts!
Ich hatte mich soweit wieder gefangen und sah dann den Mann -oder den Engel- vor mir. Das musste wohl Camaels wahre Gestalt sein... Er war nun größer als ich und wirkte richtig männlich und auch durchtrainiert. Seine Haare waren dunkel, ebenso wie seine Augen. Er hatte mit einem mal eine ganz andere Aura angenommen. Irgendwie... mächtig... Ich hatte sogar das Gefühl, mich irgendwie vor ihm verbeugen oder gar niederfallen zu müssen, konnte mir diese seltsame Geste aber glücklicherweise verkneifen.
Ich bekam nicht mehr allzu viel Zeit, Camael zu mustern, da wandte er sich schon von mir ab und drehte sich einem anderen Engel zu. Schließlich ging er auch zu ihm und ich hatte das Gefühl, dass es sich bei diesem Engel um Uriel handelte. Ich wusste zwar nicht so genau warum, aber ich war doch ziemlich erleichtert darüber, dass es ihm gut ging, auch wenn er ein paar Blessuren davon getragen hatte.
„Willkommen im Himmel“, sagte Uriel nun und lächelte mich dabei offen an. Ich drehte mich um und sah durch die Gitterstäbe, des riesigen Tore. Es war unglaublich schön hier... Niemals zuvor hätte ich mir erträumt, dass es einen Ort gab, an dem es so schön sein könnte. Doch kam es mir zugleich wie eine Lüge vor. So vieles erschien für mich wie eine Lüge, wenn man versuchte, etwas perfekt darzustellen und das war es hier, zweifellos.
„Das ist also der Himmel...“, sagte ich leise und starrte auf das mir vorliegende „Paradies“. Wie würde es hier wohl werden? Würde das wirklich wie ein zweites Zuhause für mich werden können? Hoffentlich, auch wenn ich momentan nicht daran glaubte, dafür fühlte es sich einfach zu fremd an. Viel zu Fremd...


Ophelia

Ich war von dem ganzen Weinen ziemlich müde geworden, hatte aber nach wie vor in meiner auf dem Boden sitzenden Position verharrt und dachte ein wenig nach, auch wenn mein Kopf sich dabei ziemlich leer anfühlte.
Was machte ich denn jetzt nur? Ich konnte nicht von hier fliehen und würde keine Gelegenheit bekommen, zu meiner Familie zu kommen. Wenn ich ganz großes Pech hatte, würden die anderen Engel da oben sogar denken können, dass ich mich Luzifer angeschlossen hätte. Sie hatten ja schon damals alle gesagt, dass ich eines Tages mal hier landen würde... umso frustrierender war es, dass sie damit wohl oder übel recht hatten. Ich konnte mir schon ihre besserwisserischen Blicke ausmalen, welche sie von nun an meiner Familie zuwerfen würden. Diese Blicke würden sagen: „Ich hab es ja gesagt“ oder „Aus der konnte ja nichts besseres werden.“
Ich biss mir erneut auf die Unterlippe und meine Hände verkrampften sich. Seit jeher hatte ich meiner Familie nichts mehr als Schande gebracht. Immer wieder hatte sich meine Mutter um mich sorgen müssen, weil ich es nicht besser konnte und immer nur Probleme machte. Egal wie sehr ich mich auch bemühte, es kam nie etwas gutes dabei heraus.
Ich presste meine Hände gegen meine Ohren, als ich mit einem mal Stimmen in meinem Kopf hörte und immer und immer wieder ein und die selbe Szene sich vor meinem inneren Auge abspielte. Sie zeigten mit dem Finger auf mich, nannten mich sogar Monster, während ich als kleines Kind weinend in einer Ecke stand. Es gab keinen Ausweg für mich...
Ich schluckte leer und als diese grässlichen Bilder vor meinen Augen verschwanden, winkelte ich meine Beine noch ein wenig mehr an und legte meine Arme dann in die Kleine Kuhle zwischen Bauch und Beine.
Ich hatte mir meine Tränen gerade weggewischt, als sich mit einem mal diese massive Holztür mit einem Schwung öffnete. Ich zuckte etwas zusammen und bemerkte dann Luzifer, welcher sich in den Sessel setzte, welcher nicht weit von mir weg stand. Anstatt etwas zu sagen oder ihm auch nur einen Hauch meiner Aufmerksamkeit zu schenken, schloss ich einfach meine Augen und versuchte seine nervigen Blicke auf mir zu ignorieren. „Wenn Ihr mich weiter so angafft, werden Euch noch die Augen raus fallen“, meinte ich leicht genervt und öffnete meine Augen jetzt erst. Mein Blick war zu Luzifer gewandert, welcher die Ruhe selbst zu sein schien. Er wirkte sogar ziemlich gefasst und nur zu gerne hätte ich gewusst, was er jetzt gerade in diesem Moment dachte, doch schienen seine Augen keinerlei Gedanken vordringen zu lassen. An ihnen würde ich nicht erkennen, was er gerade dachte, da müsste ich ihn schon selbst fragen...
„Warum tötet Ihr mich eigentlich nicht? Ist Euch wirklich so schrecklich langweilig, dass Ihr nichts besseres zu tun habt, als einen Engel zu nerven?“, fragte ich, wobei man deutlich heraushören konnte, dass ich jetzt überall lieber wäre, als hier. „Bevor Ihr fragt... Ich habe keine Ahnung, was Vaters Pläne sind, ob er Euch angreifen will, oder sonst was, was mit ihm oder Euch zu tun hat. Ihr habt nach wie vor einen schlechten Ruf im Himmel und seit alles andere als willkommen. Kann ich dann jetzt gehen?“, fragte ich. Ich kannte bereits die Antwort auf meine Frage, sonst hätte er mich wohl nicht mit diesem Fluch belegt. Aber ein Versuch war es ja wert... naja vielleicht auch nicht. Aber ich wollte einfach nur weg hier und nie wieder kommen.
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Mo Jul 13, 2015 2:27 pm

○ Camael ○

Entweder hatte der Nephilim einen plötzlichen Hörsturz durch seinen Aufstieg erlitten, oder aber er war ein äußerst dummes Individuum seiner Spezies. Ohne dabei wertend zu sein, aber wir hatten es ihm doch erklärt. So überließ ich es Uriel alles nochmals zu wiederholen, der nun in seiner wahren Gestalt nicht mehr wie ein Riese auf uns hinab blickte - nur noch wie ein Halbriese, mit bleicher Haut und kastanienbraunen Locken sah er mit sanften Blick seiner  genauso blauen Augen auf das Mädchen. "Ich bin Erzengel Uriel und das ist mein Neffe Camael. Wir sind Diener des Herren und haben den Auftrag vom Rat bekommen, dich zu uns in das Himmelreich zu bringen, um dich deiner Bestimmung zu zuteilen. Denn hierher gehörst du hin. Dass du hier mit uns her gekommen bist, ist schon einmal der erste Schritt." Er machte eine kurze Pause ehe er fortfuhr. "Wie du sicher schon gehört hast, nannte dich mein Neffe 'Nephilim'. Du musst wissen, Nephilim sind die Nachkommen zwischen Engel des Herrn und Menschen. Was deine irdischen Wurzeln anbelangt, können wir dir nicht weiter helfen,  aber du hast das Recht dein übernatürliches Elternteil kennen zu lernen. Doch zuerst wirst du dem hohen Rat vorgestellt." Endete er indem er ihr wiedereinmal eines seiner herzlichen Lächeln schenkte.
Mit diesen Worten breiteten wir unsere Schwinge aus. Das Mädchen würde all dies erst noch erlernen müssen. So griffen wir ihr unter die Arme und flogen mit ihr zu den Toren, welche sich wie von selbst öffneten und dann nach unserem Passieren hinter uns wieder schlossen. Wir würden selbst wenn wir flogen noch eine Weile brauchen bis wir in der Hauptstadt des himmlischen Reiches, dem Paradies, waren.
Lange Zeit waren bloß die weiten Biotope unserer Heimat zu erkennen, die sich schier endlos erstrecken zu schienen, doch dann konnte man vereinzelte Häuser erkennen, die an Häufigkeit gewannen, je näher wir der Stadt kamen.  
Wir landeten auf dem Vorhof des riesigen weißen Gebäudes, welches das Rathaus bildete, umringt von einem prächtigen natürlichen Garten. "Da wären wir: hier drinnen wirst du dem Rat vorgestellt." Erklärte Uriel der Blonden und begann die Treppen hinauf zum Eingang zu nehmen.


○ Luzifer ○

Meine Haltung bewahrend spürte ich, wie ein erfreutes Grinsen in meinem Gesicht wuchs, als sie mir so frech entgegen trat. Doch statt etwas darauf zu erwiedern musterte ich sie bloß weiter, als hatte sie nie etwas gesagt. So machte ich mich beinahe schon über sie lustig und grinste schief.
Irgendwann schien es dem Engelchen zu reichen und es fragte mich, warum ich es nicht tötete unf ob es mir gefiel ihr auf die Nerven zu gehen. Das Grinsen wich darauf hin einer leidsamen Mine. "All die Jahrtausende die ich nun hier verbringe sind so zäh und lang zu ertragen." Ich klang so melodramatisch wie ein Schauspieler der Renaissance und war zufrieden mit meinem Auftritt. Dann schloss ich die Augen, ehe ich sie mit einem abschätzigen Lächeln wieder öffnete und dem Geschöpf vor mir direkt in die Augen sah. "Jemanden zu nerven war nie meine Absicht gewesen, doch äußerst tragisch ist es nicht." Lehnte ich mich bei meinen Worten vor und war mal wieder gut amüsiert. "Allerdings war dies auch nie meine Stärke gewesen..." , ließ ich meine Stimme dunkler klingen und sah ihr mit einer Mischung aus einem köstlich unterhaltenen und einem finsteren, ja geradezu bedrohlichen Blick an, "wo ich doch die Kunst der Folter zu schätzen weiß." Bewusst ließ ich unsere nächste Umgebung dunkler werden und die Temperatur ansteigen. Dann lehnte ich mich wieder zurück und nahm die Position von vorhin ein. Da begann das Engelchen ohne jeden Zusammenhang von Vaters Plänen zu sprechen. Ich brach in Gelächter aus, ehe ich ihr immer noch gut amüsiert antwortete. "Du scheinst wirklich zu glauben, mir lege etwas daran Vater um Verzeihung zu bitten, damit ich dort oben in dieser heilen Scheinwelt leben darf. Mein Gemüt schlug um und aus dem Halbdunklen redete ich. "Hier, in meinem Reich, wirst du keine Lügen finden. Sicher, die Wahrheit ist nicht immer so wie wir sie uns wünschen, doch versuche ich nicht sie hinter einem Schleier aus gespielter Glückseligkeit zu vertuschen." War ich während meiner Worte aufgestanden und zu ihr geschritten. Langsam beugte ich mich zu ihr hinunter und raunte ihr ins Ohr. "Du siehst also, dein geliebter Gott spielt euch allen nur etwas vor."
Ich sah ihr dann entgegen, hob ihr Kinn mit meinem gekrümmten Zeigefinger zu mir an. Unsere Gesichter waren nicht mehr als um einige Haaresbreiten voneinander entfernt. "Vater hatte schon immer einen Hang für das Schöne gehabt." Schnurrte ich ihr entgegen, als würde ich sie mit Komplimenten umgarnen.
Mich wieder aufrichtend tigerte ich nun seelenruhig durch den Raum und sah mir dabei so einige Antiquitäten Liliths an. Sie hatte einen ausgezeichneten Einrichtungs und Modegeschmack für einen Dämon, dass mußte man ihr lassen. Nun, ein gewöhnlicher Dämon war sie ja auch wiederum nicht. Mich zu dem Engelchen umdrehend sah ich sie lüsternd an. Von oben bis unten dabei verweilte ich dann schlussendlich bei ihren Augen. "Wenn ich keine Verwendung für dich habe, werde ich dich leider vernichten müssen. Wenn doch, kannst du dein mickriges Darsein noch etwas bis zu deinem endgültigen Tod heraus zögern ." Stand ich mit einem mal vor ihr - nah vor ihr und sah sie ausdruckslos an, als wäre das hier ein Geschäft.
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Mo Jul 13, 2015 5:35 pm

Midori

Ich sah Camael und Uriel mit leicht schief gelegten Kopf an, als die beiden mir erneut erklärten, warum ich denn eigentlich hier sei. Dachten die irgendwie, dass ich schwer von Begriff sei. „Das sagtet ihr bereits“, erwiderte ich nur darauf und lächelte etwas schief. Hatte ich denn etwas falsches gesagt, dass die beiden von mir dachten, dass ich etwas nicht verschwanden hatte? Hmm... Naja, war ja auch egal, jetzt hatten sie -naja eher Urliel- ein zweites mal erklärt, was wahrscheinlich auch nicht schaden konnte. Vor allem, als sich herauskristallisierte, dass ich ein Recht darauf hatte, meinen Elternteil kennenzulernen, welcher ein Engel sein sollte. Diese Nachricht verschaffte mit einen kleinen Aufschwung meiner Laune und ich betete innerlich schon, dass man meine Mutter oder meinen Vater finden würde. Ich hatte so lange drauf warten müssen... Hoffentlich war er oder sie auch noch am Leben... Uriel hatte eben auf der Erde noch gegen ein paar Dämonen kämpfen müssen, was bedeutete, dass es Engel alles andere als leicht hatten. Vielleicht war meine Mutter oder mein Vater bei einer Mission umgekommen.
Mir blieb es nicht gestattet, lange darüber nachzudenken, was mit meinen Eltern sein könnte, denn da hatten mich Camael und Uriel schon gepackt und wir flogen los. Völlig perplex blieb ich für den ersten Moment erst mal wie erstarrt, sah dann aber hinunter und schluckte etwas leer. Ich hatte eigentlich keine Höhenangst, doch zugegeben war das sogar für mich ein wenig zu hoch, besonders da meine einzige Sicherung zwei Engel waren. Aber ich vertraute einfach darauf, dass die beiden schon geübt darin waren und nichts passieren würde. Also entschloss ich mich dazu, mir die Landschaft ein wenig anzusehen. Es war wirklich schön hier... Kein Wunder warum man auf der Erde die Welt als das „Paradies“ betitelte. Es wurde dem auf jeden Fall gerecht. Jedenfalls machte es jetzt noch so den Anschein, keine Ahnung, wie es damit aussah, wenn ich erst mal etwas länger hier war.
Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich angekommen waren, landeten die zwei wieder und ich konnte mich wieder frei bewegen. Ich streckte mich einmal kurz und schob mir eine verrutschte Haarsträhne beiseite. Dann konnte es ja los gehen, oder?
Ich folgte Camael und Uriel, bis wir schließlich an einer großen Flügeltür ankamen, welche sich wie von selbst öffnete. Ich schluckte leer und folgte den beiden Engeln dann in den großen Raum, wo einem runden Tisch mehrere Engel saßen. „Willkommen, Midori... Wir haben dich bereits erwartet“, sagte einer der Engel und erhob sich dann. Ich nickte nur hastig, verbeugte mich dann aber tief vor dem Engel und als ich mich erhob, kaute ich nervös auf meiner Unterlippe herum, während ich etwas mit meinen Fingern spielte. „Wie jedes Wesen hast auch du eine Bestimmung, die dir von Gott gegeben wurde. Nach reichlicher Überlegung haben wir uns dazu entschieden, dich zu einem Seraphim ausbilden zu lassen... und du Camael... Du wirst ihr dabei helfen und sie in die Kampfkünste einweihen und ihr alles beibringen, was sie wissen muss. Midori. Wir werden auch nach deinen himmlischen Elternteil suchen und dir bescheid geben, sollten wir mehr darüber wissen. Und jetzt könnt ihr gehen.“
Vollkommen perplex und irritiert war ich gerade mal in der Lage dazu, zu nicken. Das waren dann doch ein paar Nachrichten zu viel.


Ophelia

Ich hörte mir an, was Luzifer zu sagen hatte und überdachte seine Worte dann. Erschreckender Weise musste ich sogar feststellen, dass wir hier und da die selben Ansichten teilten. Ich hoffte nur, dass es daran lag, dass wir alles mit einem objektiven Auge betrachteten und nicht, weil wir das eine mehr mochten, als das andere, wenn das aber doch der Fall sein sollte, sollte ich mir ein paar Gedanken darüber machen. War sicherlich nicht so gesund, den selben Geschmack wie Luzifer zu haben... Brr! Ich verkniff mir erst mal jegliche Antworten und ließ ihn reden. Auch seine Handlungen ließ ich vorübergehend zu. Selbst als wir uns so nahe kamen und ich seinen heißen Atem schon auf meiner Haut spürte sagte ich nichts und musterte ihn nur. Erst als Luzifer mir ein weiteres mal so nahe kam und seine Drohung verkündete, begann ich mich zu regen. Da wir uns eh schon so nahe waren, hatte ich keinerlei Probleme damit, ihn zu berühren. Mein rechter Zeigefinger fuhr sanft die Konturen seines Gesichts lang und wanderte sogar zu seinen Lippen. Ich musste feststellen, dass Luzifers Haut unglaublich zart war, weswegen ich zu grübeln begann. Ein Engel blieb einfach ein Engel... Sogar Luzifer.
„An Perfektion habe ich schon aufgehört zu glauben, als ich entstanden bin“, meinte ich schließlich ausdruckslos und hatte dabei meinen Zeigefinger wieder von seinem Gesicht genommen und stützte mich stattdessen einfach mit meinen Händen auf dem Boden ab. Ich sah tief in seine Augen und versuchte mir auszumalen, an was er gerade wohl dachte. Es herrschte für einige Momente Stille, wobei ihm eine kleine Haarsträhne verrutschte, welche ich ohne weiter nachzudenken einfach mit einem kleinen Luftstoß weg pustete und damit an den vorherigen Platz zurück beförderte.
„Dann sollte ich wohl einfach hoffen, dass ich euch nicht zu langweilig werde“, erwiderte ich noch auf seine Drohung hin. „Achja... Das ist mir übrigens zu nah“, meinte ich ruhig und legte dann meinen rechten Zeigefinger tatsächlich an seine Stirn und wagte es, ihn weg zu drücken, ehe ich unter seinem Arm hindurch krabbelte und schließlich aufstand, nur um mich wenig später auf die Bettkante des Bettes niederzulassen. Ich hatte erstaunlicherweise feststellen müssen, dass mein Rücken gerade eben nicht mal im Ansatz geschmerzt hatte. Der Angriff von dem einen Typ war wohl doch nicht so hart ausgefallen, wie am Anfang geglaubt...
Ich rief mich ins Hier und Jetzt wieder zurück und ließ meine Beine etwas baumeln. „Ich finde es jedoch eine ziemlich schwache Leistung von Vater, dass er es nicht mal schafft, seine Illusionen vor einem Engel wie mir zu verbergen. Er konnte sie ja nicht einmal mehr aufrecht erhalten...“, fügte ich den letzten Teil leise hinzu und nahm ein paar meiner Haarsträhnen in meine Hand. „Er hatte wohl ein schlechtes Jahrhundert...“, sagte ich und schmunzelte gespielt, auch wenn die Erinnerungen ziemlich schmerzten. „Man hatte lieber geglaubt, dass sich Vaters Blick für Ästhetik verschoben hatte, als das ihm ein Fehler unterlaufen war“, sagte ich nun wieder etwas leiser, strich dann aber mein schwarzes Kleid zurecht und zuckte schließlich mit meinen Schultern. „Meine Wenigkeit entstand wahrscheinlich nur aus einer Seiner Launen.“
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Do Jul 16, 2015 4:08 pm

○ Camael ○

Als wir vor der riesigen doppelschwingigen Tür ankamen, welche mit prunkvollen Goldverzierungen ein Muster aufbestückt war, öffnete diese sich wie gewohnt von selbst. Viele hatten gesagt sie sehen etwas aus den geschwungenen Lienen, dabei unterschied sich das Gesehene der Einzelnen stark voneinander. Doch ich sah bloß ein goldenes Wirrwarr.
Wir traten ein und blieben vor dem Hohen Rat stehen. Ich erkannte meinen Vater, der aus unserer Perspektive recht mittig saß und er war es auch, der sich erhob und die blonde Nephilim willkommen hieß. Mutter war ebenfalls da, zu Vaters Rechten. Auch der Rest der Erzengel war vertreten. Ich neigte meinen Kopf vor dem Rat, als Uriel und ich, mit der Nephilim in unserer Mitte, stehen blieben. Ein Platz war jedoch an der Runde des Rates frei und ich wusste, dass dieser Uriel zustand.
Nur mit geteilter Aufmerksamkeit hörte ich den Worten meines Vaters zu, doch als er meinte, dass die Nephilim zu einem Seraphim ausgebildet werden sollte, hatte ich bedenken. Es kam nicht oft vor, dass dies geschah und meist hatten die Nephilim es in ihrer Ausbildung schwerer als vollwertige Engel. Aber dies sollte nicht meine Sorge sein... zumindest dachte ich das, bis zu dem Zeitpunkt als Vater mich zum Mentor der Nephilim ernannte. Als Vater dies verkündete entglitten mir meine Gesichtszüge. Ich überhörte alles weitere, war wie taub. Nach dem Moment des Überraschens, keimte die Wut in mir auf. Für einen Augenblick vergaß ich jeglichen Anstand und guten Ton. "Nein! Das kannst du mir nicht antun!" Richtete ich mich prompt auf und sah ihm entschlossen entgehen.
"Camael, du wirst sie unterrichten!" Mahnte er mich und mir viel prompt meine niedrigere Position wieder ein. Sofort senkte ich demütig den Blick. "Verheih."
Ich spürte praktisch den eisernden Blick meines Vaters auf mir. Damit endete er und verließ mit meiner Mutter den Saal. Auch die anderen Engel lösten sich mehr und mehr auf. Mit gut unterdrückter Wut drehte mich zur Nephilim um.
Mein Vater wusste genau, dass ich meine Ausbildung gerade erst beendet hatte und da sollte ich auch schon einen Schüler bekommen? Und dann auch noch einen Nephilim!
Mit ausdrucksloser Mine sah ich zur Nephilim. Ich wusste was wir nun als erstes zu tun hatten, denn hatte mein Mentor es mit mir ebenso gemacht. "Komm, wir haben viel zu tun." Ging ich voran, ohne darauf zu warten dass sie mir folgen würde. Uriel begleitete uns nicht, aber ich hörte wie er sich von der Naphilim verabschiedete. Ich hingegen ging schnellen Schrittes durch das Tor und verließ bald darauf das Gebäude. Auf dem Hof blieb ich dann stehen und wartete auf meine neue Schülerin.




○ Luzifer ○

Es war für mich ein willkommenes Spiel, eine freudige Abwechslung zu meinem sonst so öden Alltag, mit dem Engelchen zu reden. Es passierte schließlich nicht täglich, dass sich einer dieser ach so reinen Wesen hierher verirrte. Wenn ich so überlegte, war der letzte Engel bereits vor einigen Jahrhunderten hinab in mein Reich gekommen, doch er hatte nicht lange durchgehalten, da ich ziemlich schnell von ihm gelangweilt war. Immerzu war er ausrichtig und wollte zurzurück zu seiner Familie. Dabei schien er zuerst das Potenzial zu haben, um sich hervorragend bekehren zu lassen und ihn auf meine Seite zu holen. Schade eigentlich, da der Großteil meines Gefolges den IQ von einem Sternhaufen besaß. Da wäre er kein schlechter Fang gewesen, immerhin war er kein schlechter Kämpfer gewesen, doch letzten Endes hatte ich nach einigen Jahrzehnten mir zugestehen müssen, dass er zu sehr an Vater und den Hohen Rat hielt. Deshalb hatte ich ihn vernichtet.
Bei diesem Engelchen standen mir jedoch noch alle Türen offen und bos jetzt unterhielt sie mich gut. Doch wenn ich eines während, durch und nach des großen Krieges gelernt hatte, dann dass man niemanden trauen kann, außer sich selbst. Es gab immer Verräter und solche die es bald werden würden.
Als ich der Schwarzhaarigen den Kopf angehoben hatte, berührte mich das Engelchen wie in einen Bann gezogen mit ihren zarten Fingern und fuhr die Konturen meines Gesichts nach. Ein triumphierender Ausdruck legte ich auf meine Augen nieder. Es fühlte sich zu mir hingezogen, dass war nun nicht mehr zu leugnen. Dann zog sie sich zurück und widersprach mir. Ich zog zweifelnd eine Augenbraue nach oben und musterte sie.
Kurz malte ich mir aus was geschehen würde, wenn ich sie nun einfach packte und mit ihr das anstellte, wonach mir der Kopf stand. Jedoch setzte ich dies nicht in die Tat um. Dafür war der Reiz der Jagt viel zu verlockend bei ihr, was sie mir abermals bewies, als sie mich - Herrscher der Unterwelt, Gebieter über aber milliardende von Dämonenlegionen und mächtigster Widersacher Gottes - mit ihrem Zeigefinger gegen meine Stirn von ihr wegdrückte, begleitet mit einer dreisten Bemerkung. Sie huschte von mir weg und ließ sich auf Liliths Bett nieder, ehe sie auf Vater zurück zu sprechen kam und ihn kritisierte. Ganz recht, ein Engel der Gott kritisiert. Wobei sie ihn in gewisser Weise mit ihrer darauf folgenden Aussage auch zu verteidigen versuchte. Ich blieb dort wo ich war, hatte mich lediglich in ihre Richtung gewandt. "Vater und 'schlecht'?" Ich ließ eine freudloses Geräusch hören. "Dass der der es behauptet hat dafür nicht ausgelöscht wurde, wundert mich." Stemmte ich sarkastisch die Hände gegen die Hüften. "Der Allwissende, Allmächtige hatte ein 'schlechtes Jahrhundert'?" Machte ich mich darüber lustig.
Dann bemerkte ich, dass sie leiser und auch zurückhaltender geworden war. Ich trat bis vor das Engelchen. "Selbstzweifel?" Grinste ich charmant und verlagerte mein Gewicht. Dann beugte ich mich zu ihr hinunter. "Bist du da oben denn wirklich so unbedeutend? Ein Nichts?" Seuselte ich ihr entgegen mit funkelnden Augen.
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Do Jul 16, 2015 8:22 pm

Midori

Mein Blick schweifte zu Camael, als eben dieser seine Stimme erhob und scheinbar alles andere als erfreut darüber war, dass er mich unterrichten müsste, weswegen ich mir ein missgestimmtes Grummeln verkneifen musste. Für wie viel besser hielt dieser Kerl sich eigentlich?! Der kannte mich ja nicht einmal und wagte es sich dann schon ein Urteil über mich zu bilde?! Wie eingebildet und hochnäsig konnte man denn nur sein?! Grr! Hat mich denn hier niemand gefragt? Ich war mindestens genauso wenig darüber erfreut wie er, also sollte der sich hier mal nichts einbilden! Mich traf es mit ihm als Lehrer ja wohl zehn mal schlimmer, als ihn mit mir als Schülerin! Der hatte sie ja nicht mehr alle...
Camael hatte sich schließlich -mehr oder weniger- damit abgefunden, dass ich nun seine neue Schülerin war und verließ dann das Gebäude. Ich wollte ihm ja eigentlich nachgehen, doch da ergriff Uriel schon das Wort und verabschiedete sich mit einem Lächeln von mir. Ich tat es ihm gleich und verbeugte mich noch einmal von ihm, ehe ich nur widerwillig Camael nach draußen folgte und kurz vor ihm stehen blieb. „Was passiert jetzt eigentlich?“, fragte ich ihn. „Wie wird diese Ausbildung aussehen? Was werden meine Aufgaben sein und wo werde ich eigentlich in dieser Zeit unterkommen?“, fragte ich Camael zugegeben neugierig. Ich hatte mich ja schon immer für Engel interessiert, doch hatte ich nie damit gerechnet, dass es sie wirklich gab. Umso aufgeregter war ich, dass ich nun zu einem Seraphim ausgebildet werden sollte. Konnte ich das als Halbengel überhaupt schaffen? Das war doch sicherlich eine Aufgabe, die schon für vollwertige Engel schwierig sein müsste.
„Gibt es eigentlich noch andere Nephilim hier? Werde ich sie kennenlernen?“, fragte ich nun schon etwas aufgeregter. Vielleicht wurden sie ja auch zu einem Seraphim ausgebildet und ich konnte mich ein wenig mit ihnen austauschen. Es wäre auf jeden Fall schön, nicht die einzige zu sein, die damit klar kommen müsste. „Gibt es eigentlich schon einen Seraphim, der nur ein Nephilim ist? Also hat schon jemand wie ich diese Ausbildung bestanden?“, löcherte ich Camael mit der nächsten Frage. Ich wollte einfach nur wissen, wie meine Chancen standen. Ob ich es tatsächlich schaffen konnte oder ob es nur ein dämliches Experiment war, für das ich das Versuchskaninchen war, wobei ich hoffte, dass es ersteres war.


Ophelia

Ich hatte noch etwas auf mein dunkles Haar gestarrt, als Luzifer plötzlich wieder vor mir stand und mir so nahe kam. Er fragte mich wieder, ob ich denn Selbstzweifel hätte, beugte sich dann aber schon zu mir runter und fragte mich, ob ich da oben denn so wenig wert sei.
Ich biss mir etwas auf die Unterlippe und wich seinen Blicken aus, während ich vor meinem inneren Augen die verschiedensten Bilder sah. Von Hänseleien bis zu ernsthaften körperlichen Angriffen war alles vertreten. „Was glaubt Ihr denn?“, fragte ich Luzifer nun und sah ihm fest in die Augen. „Ich bin gerade mal 500 Jahre alt und auch kein Seraphim. Noch dazu bin ich nicht annähernd so perfekt wie die anderen Engel und wage es sogar Gottes Handlungen in Frage zu stellen. Was glaubt Ihr, wie viel wert ich da oben schon wert sein kann?“, fragte ich ihn schon nahezu höhnisch, musste dabei aber allen Schmerz in meiner Stimme unterdrücken. „Ein Engel wie ich passt einfach nicht in Vaters Bild von dem 'Paradies'. Aber da passt niemand hin, wenn er nicht so denkt oder fühlt, wie Vater es vorschreibt“, meinte ich bloß ruhig, zuckte dann aber etwas mit den Schultern. „Ich habe mich schon lange mit dem Gedanken abgefunden anders zu sein“, meinte ich. „Womit ich mich allerdings noch nicht abgefunden habe, ist dass Ihr mir so auf die Pelle rückt!“, knurrte ich und drückte Luzifer dann wieder von mir weg, ehe ich vom Bett aufstand und mich dann mit dem Rücken gegen eine der Wände lehnte und die Arme vor der Brust verschränkte. Ich hasste es einfach. Ich hasste es, Nähe zulassen zu müssen. Ich konnte es einfach nicht. Manchmal klappte es ja nicht mal bei meiner eigenen Familie, wie sollte ich es dann bei anderen zulassen? Und vor allem wie sollte ich es bei jemandem zulassen, den ich Abgrund tief hasste?
Ich atmete einmal tief ein und ließ Luzifer nicht aus den Augen. Ich wollte auf jede seiner Bewegungen gefasst sein und ihnen vielleicht ausweichen können, sollte es wirklich ernst werden. „Wie lange war der Engel vor mir hier unten? Also wie lange habt Ihr ihn am Leben gelassen und wie ist er gestorben?“, fragte ich Luzifer irgendwann. Immerhin musste ich mich ja darauf vorbereiten... Allzu lange würde ich es hier wohl nicht machen. Es war nicht umsonst die Hölle.
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Fr Jul 17, 2015 1:09 pm

○ Camael ○

Kaum war die Nephilim bei mir im Hof angekommen, begann sie mich mit Fragen zu durchlöchern. Ich verkniff es mir die Augen zu verdrehen und sah ihr stattdessen aufmerksam entgegen. Fragen über Fragen und noch mehr Fragen. Ich riss mich zusammen, um meine Nerven beizubehalten. "Immer langsam, Nephilim." Sagte ich zu ihr mit perfektionierter Selbstkontrolle, als sie geendet hatte.
"Zuerst werden wir dich bei der Schülereinheit anmelden müssen." Antwortete ich ihr auf die erste Frage. Als ich bemerkte, dass sie nicht wissen konnte was diese Einheit war begann ich es ihr zu erklären. "Das ist eine große Einheit, der alle auszubildenen Seraphim angehören... es müsste bei euch auf Erden einem Internat am ähnlichsten sein?" Fragte ich eher mich selbst, als es wie eine Aussage klingen zu lassen, da ich nicht in Humankunde ausgebildet war, sondern wie erwähnt bloß das wichtigste über die Menschen wusste. "Aber du wirst dort bloß eine Bleibe für die Nacht finden und dort wirst du auch mit Nahrung versorgt und alles andere was du benötigst. Ich bleibe jedoch dein alleiniger Mentor: bilde demnach nur dich aus und bin für dich verantwortlich." Damit hätte ich schon einmal ihr etwas erklärt. "Deine Ausbildung verläuft individuell, da die Seraphim unterschiedliche Kräfte entfalten." Ich bemerkte wie wissensdurstig sie dem ganzen Thema gegenüber stand und die Begeisterung die ich schon beinahe fassen zu können glaubte. Wenigstens zeigte sie sich interessiert, da hätte ich es auch mit einem desinteressierten Schüler schlechter treffen können. Doch erstmal abwarten.
"Zu den Nephilim," begann ich und trat den Weg durch den Garten an. Es würde zwar länger dauern, wenn wir zu Fuß gingen statt zu fliegen, aber so konnte ich ihr besser antworten und sie mir - falls nötig - noch weitere Fragen stellen. "Es gibt nicht viele von ihnen, die das Privileg genießen dürfen ein zukünftiger Seraphim zu werden." Mit diesen Worten sah ich zu der Kleineren hinab und sah sie eindringlich an. "Vergiss das nie. Uns wurde damit eine große Ehre zuteil. Nur spezifisch ausgewählte Engel sind dazu auserkoren, ganz gleich ob Erzengel oder Nephilim." Dann sah ich weiter gerade aus auf den Weg. Der Garten stand in voller Blüte, nie war hier ein vertrockneter Zweig oder auch nur ein welkes Blatt zu sehen. Immer verzierten die Bäume und Sträucher farbenfrohe Blüten. "Ich glaube nicht, dass du auf einen anderen deiner Art so schnell treffen wirst. Es kommt sehr seltend vor, dass Nephilim zu Seraphim ausgebildet werden und auch in anderen Bereichen sind die Nephilim eher seltend vertreten, weil es nicht viele von ihnen gibt." Antwortete ich auf ihre nächste Frage. "Wenn ich mich recht erinnere waren es bisher fünf in all den Jahrtausenden die es geschafft haben zum Seraphim ausgebildet zu werden. Allerdings sind drei von ihnen bereits ausgeschlöscht wurden." Überlegte ich laut.
Wir verließen den Garten. "Wenn wir fliegen sind wir schneller bei deiner Einheit." Bot ich ihr an und streckte ihr meine Hand aus.



○ Luzifer ○

Nun wusste ich wo ihr wunder Punkt lag. Das Engelchen fühlte sich ausgeschlossen von den anderen Engeln, nicht dazugehörig und schlicht nicht geliebt. Das schlussfolgerte ich aus ihrem ausweichendem Verhalten und aus den offensichtlichen Worten, als ich sie spöttisch danach gefragt hatte, ob sie Selbstzweifel hätte. Und die hatte sie eindeutig. Wunderbar. Ein Grinsen umspielte meine Lippen.
Zudem verriet sie mir immer mehr Informationen, desto länger ich ihr 'auf die Nerven' ging, um es in ihren Worten auszudrücken. Perfekt. Emotionale Wracks waren meine Leibspeise und ich verspürte gerade einen immensen Hunger.
"Wie es aussieht scheint sich das Engelchen doch nicht ganz so damit abgefunden zu haben 'anders' zu sein." Grinste ich und legte mich mit dem Rücken gemütlich auf Liliths Bett, als die Schwarzhaarige sich von mir weg drückte und sich darauf hin mit dem Rücken zur Wand stellte. Typisches Beuteverhalten, dachte ich mir grinsend und verschrenkte die Arme hinter den Kopf. Ich ging nicht darauf ein, dass sie meinte dass es ihr unangenehm war, wenn ich ihr nahe kam. Ich würde sie später spüren lassen was wirklich unangenehm sein würde. Stattdessen sprach ich lieber weiter über ihre Schwächen. "Sonst hättest du mir wohl kaum deinen kompletten Lebenslauf erzählt, Liebes." Kniff ich die Augen lächelnd zusammen.
Ich spürte, dass sie mich beobachtete, doch ließ es wohlwollend zu. Mir war klar, wie ich auf sie wirkte und was ich bei jedem auslöste. Die Augen wieder öffnend sah ich an die Decke des mit Samt bekleideten Himmelbettes und fragte mich, wann dessen Besitzerin von ihrer Mission zurück kehren würde und noch mehr interessierte es mich, ob sie Erfolg gehabt hatte. Da vernahm ich die Stimme des Engelchen, die fragte, wie es ihrem Vorgänger ergangen war. "Wen kümmert das schon." Zuckte ich nur belanglos mit dne Schultern und wirkte dabei leicht desinteressiert.
Dann setzte ich mich mit einem Ruck auf und sah das Engelchen mit eisernen Blick an. Ich hob die Hand und winkte es mit meinem Zeigefinger zu mir. "Komm her, ich will dir etwas sagen." Ließ ich finster erklingen und ließ ihr vorerst freie Hand, ob sie meinem Verlangen folgen würde.

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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Fr Jul 17, 2015 2:25 pm

Midori

Ich lief Camael hinterher und sah mich in diesem schönen Garten um, während er mir die meisten meiner Fragen beantwortete. Es waren ziemlich viele Fragen, die ich ihm gestellt haben musste, was mir jetzt mit einem Schlag klar geworden war, da ich ihn pausenlos reden hörte und er wirkte mir ja nicht gerade, wie die Quasselstrippe vom Dienst. Ich hatte sogar das Gefühl, ihn mit meinen Fragen zu nerven, doch nützte es mir ja nicht viel, sie für mich zu behalten. Es war immerhin wichtig, dass ich so viel wie möglich darüber in Erfahrung brachte, sonst würde mir das Training noch schwerer fallen, als so oder so schon. Außerdem konnte ich ihm so vielleicht vermitteln, dass ich ernsthaft an dem Training interessiert war und das ich mich so gut wie ich nur konnte, einbringen würde. Ich hoffte damit, seine schlechte Laune wieder etwas anheben zu können, da er ja alles andere als begeistert gewirkt hat, als man ihm mitgeteilt hatte, dass er mich zu einem Seraphim ausbilden müsste.
Ich hatte soweit alles verstanden, da blieb Camael plötzlich stehen und hielt mir seine Hand hin. Im ersten Augenblick starrte ich ihn ziemlich perplex an, da ich keine Ahnung hatte, was er nun von mir wollte. Als Camael dann aber meinte, wir würden fliegen, sah ich ihn ungläubig an. Ich hatte jetzt zwar keine Höhenangst aber dennoch hatte ich ein mulmiges Gefühl dabei, mit einem mir wildfremden, gutaussehenden Mann einfach mal so über dem Himmel zu fliegen... Das klang ja schon so absurd. Wie sollte man da schon die Fassung bewahren können? Ich zögerte aus diesem Grund auch etwas, nahm dann aber schließlich doch noch seine Hand an. Ich wollte ja nicht, dass er gleich noch vor Ungeduld platzte. Er wirkte zwar wie jemand, der relativ ruhig und gefasst war, doch musste auch er irgendwo seine Grenzen haben und diese wollte ich ja nicht schon am ersten Tag austesten.
Ich nahm seine Hand und schluckte etwas leer, ehe ich die Augen zusammenkniff und kurz darauf völlige Schwerelosigkeit verspürte. Wir flogen über die verschiedensten Dächer und über einen riesigen Magd, auf welchen sich unglaublich viele Engel tummelten. Ich versuchte mir die Gegend hier schon mal ein wenig einzuprägen, damit ich mich nicht wenn es hart auf hart kam, noch verlief. Das wäre ziemlich kontraproduktiv für mich und Camael würde es bestimmt auch ziemlich nerven oder wen auch immer.
Als wir endlich gelandet waren seufzte ich einmal erleichtert aus. Endlich wieder festen Boden unter den Füßen! Auch wenn die Aussicht unglaublich schön von dort oben war, war mir das hier noch immer lieber!


Ophelia

Ich hatte Luzifer nach wie vor gut im Blick und knirschte hier und da mal mit meinen Zähnen, da mir seine oberflächliche Art doch ziemlich auf die Nerven ging. Es war mir vollkommen egal, wer er war. Er kannte mich nicht einmal und wagte es sich, ein Urteil über mich zu bilden. Das nannte ich mal pure Selbstzufriedenheit! Wie schaffte es jemand wie er, nur so lange am Leben zu bleiben? Warum hatte Gott ihn nicht von Anfang an umbringen lassen? Er war doch mächtig genug, oder...? Auch wenn er jetzt Herrscher über die Finsternis war und der perfekte Gegenpol zu Gott, so war Luzifer doch nur ein ehemaliger Engel mit einer düsteren Seele und einer kalten Aura. Wieso schaffte es also nicht der Mann, der ihn erschaffen hatte, ihn zu zerstören? Damit wären doch alle Probleme gelöst!
„Glaubt mir, dass meiste habe ich Euch noch gar nicht erzählt und ich hatte auch nicht vor, dies zu tun“, meinte ich nur genervt auf seine Bemerkung hin, dass ich ihm wohl meinen Lebenslauf erzählt hätte. Ich hatte zwar einige Dinge preisgegeben, aber noch längst nicht alles und mehr würde ich über mich nicht erzählen und noch weniger über meine Familie! Die ging ihn nun gar nichts an und ich war auch ganz glücklich darüber, dass er mich noch nicht darüber ausgefragt hat. Desto weniger er über sie wusste, desto besser.
Dann antwortete Luzifer aber, wie es dem Engel vor mir ergangen war und schien ziemlich desinteressiert, weswegen ich mir etwas auf die Unterlippe biss. Der Kerl war absolut selbstverliebt! Ihn interessierte nichts und niemanden außer sich selbst. Solange er seine eigenen Ziele verfolgen konnte, benutzte er seine Untertanen und sollte diese nicht mehr spurten, warf er sie einfach weg. An jeder Ecke im Himmel hörte man, wie grausam Luzifer doch war, nur war es irgendwie ganz anders, wenn er mit einem mal so vor einem stand -naja eher lag.
Ich zuckte etwas zusammen, als sich Luzifer mit einem Ruck aufsetzte und mich mit seinem Blick förmlich durchbohrte. Ein dicker Klos bildete sich in meinem Hals, als er mich zu sich winkte und meinte, dass er mir etwas sagen wolle. Für einen kurzen Augenblick zögerte ich und blieb wie angewurzelt an der Wand stehen, doch dann entschied ich mich dafür, ihm lieber nicht zu widersprechen, weswegen ich kurz vor dem Bett zum stehen kam und ihm in die Augen sah. Auch wenn ich Augenkontakt lieber gemieden hätte. „J-Ja?“, fragte ich nun schon etwas ängstlicher.  
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Fr Jul 17, 2015 5:49 pm

○ Camael ○

Wenigstens hörte mir die Nephilim zu und unterbrach mich nicht als ich ihr den Haufen an Fragen die sie mir gestellt hatte beantwortete. Wobei mich das auch gewundert hätte, schließlich hatte sie auch danach gefragt.
Offenbar hatte die Blonde meine Handlung überrascht, denn sah sie mich erst nur erstaunt an. War es etwa unter Menschen ungewöhnlich sich die Hände zu geben? Oder war es gar eine verbotene Geste? Ich hoffte nicht, aber selbst wenn dann würde sie lernen müssen, dass es hier im Himmel nichts Besonderes war. Dann wich jedoch der verwirrte Ausdruck nach meinen erklärenden Worten der ansteigenden Angst. Ich behielt die Geste bei und wartete. War es für Menschen und Nephilim die unter solchen gelebt hatten so schlimm zu fliegen? Sie hatten doch diese Flugmaschienen entwickelt, um auch in den Lüften zu herrschen, wie konnte man da Angst haben. Prüfend zog ich die Brauen zusammen, doch schon darauf legte sie ihre Hand in meine. Für einen Augenblick erhaschte ich das Bild ihrer Hand in meiner. Sie war un einiges kleiner und auch grazieler als die meinen. Weich und zart fühlten sie sich an. Ohne auf diese Eindrücke weiter einzugehen ließ ich meine Flügel wachsen und breitete sie der Länge nach aus, ehe sie mich und meine Schülerin empor schwangen. Ich flog die kürzeste Strecke zur zukünftigen Behausung der Nephilim. Dabei passierten wir die wohlhabenden Wohnviertel, die nicht all zu weit von Grundstück des Rats angesiedelt waren. Hier waren vor allem hochrangige Engel mit ihren Familien beheimatet. Dann folgten die mittelständischen Bezirke, wo mehrere Märkte auszufinden waren, die immer gut besucht schienen. Über einen von ihnen folgen wir, bis wir in die abgeschiedenere Landschaft ankamen. Was Städte und Dörfer anging, musste ich zugeben ähnelten wir den Menschen sehr: von überbevölkerten Großstädten, bishin zu ruhigen Dörfern hatten sich die Engel zusammmen gefunden. Doch dort wo wir landeten, war weit und breit nichts außer der Landschaft und das riesige Gebäude, wofür sichtlich keine Mühen gescheut wurden. "Das ist das Haus der zukünftigen Seraphim." Erklärte ich ihr und kam dabei nicht drumherum zu bemerken, dass die Nephilim blass um die Nase geworden war.
Wir gingen durch die gewaltigen Tore und kamen an einem breit auslaufenden Flur an. Zwei Engel stand in der Nähe und unterhielten sich. "Der Herr sei mit euch." Begrüßte ich die beiden und sie drehten sich zu uns und erwiderten den Gruß. "Was kann ich für euch tun?" Fragte die rothaarige Frau. "Meine Schülerin benötigt ein Zimmer. Sie wurde zur Seraphim ernannt." Berichtete ich und die rothaarige Schönheit schenkte uns ein bezauberndes Lächeln. "Ich Gratuliere! Wir freuen uns ein neues Gesicht bei uns wissen zu dürfen." Redete sie hauptsächlich mit der Nephilim. Sie sprach sich kurz mit ihrem Kollegen ab, ehe sie sich wieder zu uns wandte. "Komm, ich zeige dir dein Zimmer." Sagte sie gut gelaunt und führte uns durch die Licht durchfluteten und räumlichen Flure. Ich folgte ihr stumm bis sie an einem Zimmer anhielt. "Das hier wird deins werden." Verwies sie auf eine schlichte Tür, dann ging sie wieder zurück. Ich blieb mit meiner Schülerin weiterhin vor der Tür stehen. "Auf diesem Gebäude liegt ein Segen, das ist eine Art heiliger Zauber. Jedes Zimmer ist speziell für seinen Bewohner ausgerichtet. Dafür musst du aber die erste sein die es öffnet, um deine persönliche Einrichtung vorfinden zu können. So wird dir jeder Wunsch erfüllt, den du diesbezüglich haben kannst." Erklärte ich der Blonden sachlich.
Mal sehen wie sich ihr Zimmer einrichten würde.



○ Luzifer ○

Dass sie sich über mich zu ärgern schien erfreute mich. Ja, ich war schadenfroh. Aber das war nur ein kleiner Ausschnitt von den vielen Vorzügen die ich vorweisen konnte.
"Du wirst noch singen, da mache ich mir keine Gedanken." Trällert ich als sie meinte, sie hätte mir das meiste noch nicht einmal erzählt. "Denn irgendwann singen sie alle." Fixierte ich das Engelchen und grinste finster. Nun hatte mich die Neugier gepackt. Ich wollte alles über sie wissen. Alles. Jedes noch so finstere Geheimnis, jeden noch so schmutzigen Gedanken. Doch war ich eine sehr langatmige Persönlichkeit und hätte nicht so viele Schlachten gewonnen wenn meine Geduld sofort dem Bach hinab ging. Ich würde später einen meiner Dämonen beauftragen ihr Informationen zu entlocken. Seien sie nun brauchbar oder nicht.
Sie erschrak als ich mich urplötzlich aufsetzte. Gut. Sollte sie ruhig Angst bekommen. Ich kniete mich auf, dass wir ungefähr gleich groß waren, als sie mir entgegen sah. Wie gefesselt von ihren goldenen Augen wandte ich kein Stück den Blick von ihr ab.
Langsam erhob ich meine Hand um ihr eine Haarsträhne beiseite zu streichen. Wie konnte sie, die ein Engel war, an Selbstzweifel leiden, wo Vater sie doch ebenso perfekt erschaffen hatte wie all die anderen Engel? Meine Finger fuhren nun ihre Wange hinab bis zu ihrer Kehle, über das Schlüsselbein zur Mitte wo ich über die kleine Kuhle unter ihrem Hals fuhr. "Ich habe Gefallen an dir gefunden." Musterte ich sie anzügig und griff pfeilschnell um ihre Kehle. Er war nicht zu fest dass sie um ihren Atem beraubt wurde, allerdings hart genug um sie spüren zu lassen, welche Kraft ich besaß und dass es mir ein leichtes wäre sie in dieser Situation auszulöschen. Wieder ihrem Gesicht sehr nahe fand sich ein lüsterndes Grinsen auf meinen Lippen wieder. "Von nun an" ,hauchte ich ihr entgegen, "wirst du mein neues Spielzeug sein." Hatte ich sie Wort wörtlich in meiner Hand.


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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Fr Jul 17, 2015 8:51 pm

Midori

Ich folgte Camael und blieb vor dem riesigen Tor stehen. Ich konnte nur schief lächeln, als die beiden sich so 'komisch' begrüßten. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken, dass das hier eine Sekte war. Aber zum Glück wurde ich bereits eines besseren belehrt, daher ließ ich die beiden einfach mal machen, da ich eh keine Ahnung hatte, wie ich mich der jungen, hübschen rothaarigen Frau gegenüber verhalten sollte. Daher lächelte und nickte ich hin und wieder mal, damit die Frau sicher gehen konnte, dass ich auch wirklich wusste, was hier eigentlich vor sich ging, auch wenn es mir noch immer ziemlich surreal vorkam. Irgendwie, wie ein langer Traum, aus welchem ich nicht erwachen konnte.
Als soweit alles besprochen wurde, folgte ich Camael die Gänge entlang und kam dann hinter ihm zum Stehen. Er stand vor einer Tür und erklärte mir, dass das Zimmer nach meinen eigenen Wünschen und meiner Person eingerichtet sein würde. Ich fand es unglaublich interessant und hätte am liebsten sofort die Tür aufgerissen, allerdings zögerte ich etwas länger, da ich irgendwie ziemlich Angst hatte.
Langsam legte ich meine Hand an die Türklinke und schloss kurz meine Augen. Bitte nicht dunkel, bitte nicht dunkel, bitte nicht dunkel! betete ich in Gedanken und öffnete dann mit einem Ruck die Tür. Ich musste mich ziemlich zusammenreißen, nicht mit offenem Mund da zustehen. Der Raum war hell eingerichtet, überwiegend weiß. Auch hätte ich niemals gedacht, dass das Zimmer hinter der Tür so groß sein würde.
Man musste eine dicke Treppenstufe hinauf gehen, um zum großen Himmelbett zu gelangen. Dort standen zwei große weiße Kerzen, welche in silbernen Kerzenhalter standen. Um das Bett herum war blaues... Feuer? Ebenfalls stand ein großer weißer Schrank im Raum, ein großes weißes Bücherregal, ein runder Tisch und zwei Stühle. Das Fenster besaß eine gepolsterte Fensterbank, wo man Nachts den Himmel beobachten konnte. Die Vorhänge waren ebenfalls weiß, wiesen aber silberne Verzierungen auf, wie auf allen Möbeln silberne Verzierungen waren. Und dann fiel mir etwas ins Auge, was mich die Augen weiten ließ. Auf dem weißen, runden Tisch stand neben einer Vase mit weißen Rosen ein Bilderrahmen, mit einem Bild von den Kindern aus dem Waisenhaus und mir. Das Bild hatten wir erst vor wenigen Tagen geschossen und es war auch bei mir Zuhause, wo es auf dem Nachttisch stand.
Ich ging in das Zimmer, nahm den Bilderrahmen und stellte es auf einen von den zwei weiß, silbernen Nachtschränken neben meinem Bett. „Jetzt ist es perfekt...“, sagte ich leise und eher zu mir selbst. Dann schüttelte ich aber den Kopf, ging die Treppenstufe wieder runter ging wieder zu Camael. „Das Zimmer ist schön... danke“, sagte ich leise zu der rothaarigen Frau und zu Camael. Ich würde nach wie vor etwas Zeit brauchen, um mich hier einzugewöhnen, doch machte es einem so etwas einfacher.
„Und was machen wir jetzt? Gehen wir trainieren?“, fragte ich Camael dann und sah zu ihm hinauf,


Ophelia

Ich war restlos mit der Situation überfordert, als Luzifer mich anfasste. Ich hatte keine Ahnung, wie ich reagieren sollte und zu allem Überfluss war es mir auch reichlich unangenehm, nach so langer Zeit wieder Berührungen zuzulassen. Ich konnte es noch nie leiden, doch jetzt würde ich es über mich ergehen lassen müssen. Er wirkte ziemlich bedrohlich und schüchterte mich mit seiner Art und Weise ein, auch wenn ich es mir selbst nicht zugestehen wollte. Seine ganze Art hatte sich verändert und ich hatte nicht einmal eine Vorahnung, was er als nächstes tun könnte. Auch wenn ich hin und wieder mal einen Blick in seine Augen riskierte, hatte ich keine Ahnung, was der Mann vor mir dachte oder gar fühlt.
Ich zuckte stark zusammen, als Luzifers Hand blitzschnell zu meiner Kehle ging und dann auch noch zudrückte. Ich bekam zwar noch recht gut Luft, doch war es mehr als unangenehm, dass er mir zu einem mal wieder so nah war und zum anderen mich jeden Moment einfach erwürgen konnte. Da ich mir wegen seinem Gemütszustand eh so unsicher war, war ich mir nicht mal sicher, dass er mich nicht doch hier und jetzt tötete. Ich musste höllisch aufpassen, was ich jetzt sagen würde. Klar war, dass ich nicht wieder frech werden und ihn reizen durfte. Auf die Idee kam ich zum Glück auch nicht, da mir der Ernst der Lage durchaus bewusst war. Doch würde er mich wirklich hier und jetzt umbringen? Wenn er wirklich bereit war, dies zu tun, hätte er nicht mehr länger ein 'Spielzeug', welches ihm die Zeit vertreiben würde, wenn ihm danach war.
Plötzlich durchfuhr meinen Körper ein Blitz. Ich zuckte stark zusammen und bekam wieder diese fürchterlichen Kopfschmerzen. Ich legte meinen Kopf -so gut es halt ging- in den Nacken und meine Augen drifteten weg, während ich schmerzerfüllt keuchte. Noch nie war es geschehen, dass ich zwei Visionen so schnell hinter einander hatte. Immerhin hatte ich, bevor Luzifer das Zimmer betreten hatte, gesehen, wie meine Mutter das Heilmittel für meine kleine Schwester bekam. Wie sie weinte, weil ich nicht wiedergekommen war... weil ich sie und meine kleine Schwester alleine gelassen hatte. Genau wie Vater es getan hatte...
Ich sah vor meinem inneren Auge den Himmel, es war ein Tag wie immer. Die Sonne war am Scheinen und die Engel im Himmel hatten gute Laune. Dann wurde das Bild etwas klarer. Ich sah einen einen Mann mit weißen Flügeln. Seine Aura war hell strahlend und nahezu überwältigend... Ein Seraphim schätzte ich. Bei ihm war ein Mädchen mit blonden Haaren und blauen Augen. Die beiden umgab ein blaues Feuer. Das Mädchen konnte es nicht kontrollieren und der Seraphim hatte nicht schnell genug handeln können... Er verbrannte bei lebendigem Leib, genau wie sie und der Wald, in dem die beiden waren verbrannte mit ihnen zusammen. Plötzlich hörte ich Luzifers Stimme, welcher immer ein und das selbe Wort flüsterte. Ein und den selben Namen... Ein Name, welcher schlussendlich auch mir über die Lippen kam.
„F-Filia...“, sagte ich leise, ließ dann aber die Hände, welche während der Vision zu denen von Luzifer gewandert waren fallen. Alles um mich herum drehte sich und ich war schon längst vor Luzifer in die Knie gegangen. Doch dann schaffte ich es nicht mehr, mich bei Bewusstsein zu halten und sackte in mich zusammen. Einzig und allein Luzifers Hand war es, welche mich noch -mehr oder weniger- oben hielt. Doch dann umhüllte mich wieder die Dunkelheit. Die kalte, lieblose Dunkelheit, welche mich jede Nacht holte und in ihren Bann zog...
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Sa Jul 18, 2015 1:40 pm

○ Camael ○

Als ich es ihr erklärt hatte, was es mit der Tür auf sich hatte, zögerte sie als sie den Klinke berühren wollte und hielt kurz inne. Mit vor der Brust verschenken Armen beobachtete ich sie und konnte mir nicht vorstellen, was sie zu überlegen hatte. Einfach Tür aufschlagen und hinein gehen, Ende. Ich lehnte mich etwas vor um einen besseren Blick auf das Zimmer zu haben, wenn die Blonde es öffnen würde, da riss sie aus heiterem Himmel die Tür auf und ich konnte gerade noch zur Seite ausweichen, dass ich diese nicht mitten ins Gesicht gedonnert bekam. Hinter mir hörte ich ein Kichern, dass sofort aufhörte als ich zu dessen Besitzerin sah. Unschuldig lächelte mir die Rothaarige entgegen. Etwas davon mitbekommen zu haben schien meine Schülerin nicht, aber das war vermutlich besser so. Ich malte mir bereits aus, wie das Training mit ihr werden würde, wenn sie sich dort genauso geschickt anstellte. Na großartig. Ich hatte da ja einen erstklassigen Fang gemacht.
Dann sah ich mit nun erstickter Neugier in ihr Zimmer. Weiß, das viel mir als erstes auf. Weiß, groß, geräumig und ... blaues Feuer? Tatsache. Um ihr Himmelbett, welches auf einer kleinen Anhörung durch Treppen zu erreichen war, loderten blaue Flammen. Überrascht zog ich die Augenbrauen hoch, jedoch waren sie das einzige was sich an mir regte.
Ich ließ der Nephilim Zeit, um ihr neues Reich zu bestaunen, schließlich passierte es nicht alle Tage, dass man ein gesegnetes Zimmer bewohnen durfte. Auch als Engel nicht. Es war eines der vielen Privilegien, die angehenden und bereits ausgebildeten Seraphim geschenkt wurden. Zugegeben, das Leben als Seraphim hatte seine Vorzüge. Doch würde ich mich nicht davon blenden lassen, oder gar es als nur vorteilhaft bezeichnen. Immerhin gab es auch hierbei Schattenseiten, die man nicht sofort erkannte und dich leicht von dem dargebotenen Luxus blenden ließ.
Ich sah, wie die Nephilim ein Bild in die Hand nahm. Von meiner Position am Türeingang aus, konnte ich nicht ausmachen was darauf zu erkennen war, aber sie stellte es auf einen Nachttisch neben ihrem Bett und murmelte dabei, dass es nun perfekt sei.
Ohne dass ich sie dazu auffordern musste, kam sie zu mir zurück und bedankte sich. "Schön dass es dir gefällt." Freite sich die Engelsdame, ich versetzte dem Ganzen jedoch einen Dämpfer. "Alle Schüler belegen solch ein Zimmer, dafür brauchst du dich nicht bedanken." Meinte ich kühl und drehte mich zu dem Engel hinter mir um. "Wir kommen alleine zurecht." Versicherte ich ihr, ehe sie daraufhin nickte und in den Gängen verschwand.
Dann erklang schon die nächste Frage. Ich seufzte, bevor ich antwortete. "Nein." Sah ich auf die Blauäugige. "Komm mit, ich zeige dir die wichtigsten Räumlichkeiten, danach hast du für den Rest des Tages frei. Morgen wird deine Ausbildung dann richtig beginnen." Ging ich hinaus auf den Flur.
So führte ich sie zum Essenssaal. Er war groß angelegt, mit hoher Spitzbogendecke und Marmorsäulen versehen. Die ebenfalls hohen gothischen Fenster waren abwechselnd mit Mosaiken von den Erzengeln und anderen hochrangigen Seraphim und Landschaften bestückt. Zudem waren im inneren des Raumes lange Tische mit Glasplatte, beposterte Stuhle und prachtvoll funkelnden Kronleuchtern zu finden. "Hier bekommst du zu jeder Zeit eine Mahlzeit." Sagte ich und bemerkte, dass unser Ankommen nicht unbemerkt unter den Schülern die hier aßen blieb. Sie begannen zu tuscheln und in unere Richtung zu sehen. "Lass uns weiter gehen." Sagte ich unbeirrt und überspielt so, dass mir diese Art von Aufmerksamkeit unangenehm war. Wir verließen den Saal und ich führte sie zum Gemeinschaftsraum. Ebenfalls ein großer sehr weit auslaufender Raum, dessen Fenster das warme Licht herein ließen und eine Menge an Sitzmöglichkeiten anbot. Gemälde waren an den Wänden zu sehen und zur linken Seite hinaus führten offene Bögen zum Garten. Auch hier waren einige Engel anzutreffen und ich ging nicht ganz in den Raum hinein, sondern blieb im Türrahmen stehen. Hir war die selbe Reaktion wie im Essenssaal zu beobachten. "Das ist einer der drei Gemeinschaftsräume. Wenn du weiter durch gehst kommst du zu den anderne zweien. Sie sind durch die Türen dort miteinander verbunden." Erklärte ich der Nephilim. Dann kehrte ich dem Zimmer den Rücken zu, ehe einer der anderen Schüler auch nur auf die Idee kam, zu uns zu kommen. Der Weg führte uns dann zu der Trainingseinrichtung. "Hier wird das praktische Kämpfen und Einsetzen deiner Fähigkeiten trainiert." Erklärte ich als wir vor den Hallentoren ankamen. Jedoch ging ich nicht mit ihr hinein. Es würde die anderen bloß stören. Ich deutete mit einem Kopfnicken auf die gegenüberliegenden Türen. "Und dort werden die theoretischen Grundlagen und Techniken für Kämpfe und allgemeinen Fähigkeiten unterrichtet. Du wirst allerdings auch noch die Entstehungslehre und unsere Geschichte zusätzlich lernen müssen, weil du niemanden hattest der dir das bereits früher beigebracht hatte." Erklärte ich ihr. "Wir werden uns morgen hier treffen." Gab ich meiner Schülerin Bescheid.
Ich wollte gerade ein weiteres Mal das Wort erheben, da ging hinter mir auf der Trainingsseite ein Tor auf und drei Schüler kamen heraus. Zuerts war noch Lachen zu hören und eine heitere Stimmung war zu spüren, dann schlug diese allerdings um. Stille. Ich sah genervt ins Leere. "Camael?" "Ja?" Drehte ich mich um und sah in unsichere Gesichter, die dann in heller Freude erstrahlten. "Sie sind es wirklich?" "Siehst du!" "Was machen sie hier? Wollen sie etwa einen Schüler übernehmen?" Redeten die drei dreidurcheinander. Es waren noch relativ junge Engel und durch meinen Status glaubten sie wohl mich siezen zu müssen. "Nein. Ich habe bereits eine Schülerin." Gab ich kühl wieder und die Engel sahen hinter mich auf die Nephilim. "Komm, wir gehen." Drehte ich mich zu der Blonden um und ging.
Ich begleitete sie noch bis zu ihrem Zimmer. "Ich werde später jemanden schicken der dir angemessene Kleindung bringt." Dann verabschiedete ich mich mit einem nicken. "Bis Morgen." Verdammt. Wir waren solche Begegnungen immer unangenehm, zumal ist doch gar nicht so bewundernswert war. Aber in dieser Einrichtung war ich leider Gottes berühmt berüchtigt. Das würde es nicht leichter machen die Nephilim zu unterrichten.




○ Luzifer ○

Ich liebte dieses Gefühl der Macht, die ich über jemanden ausüben konnte. Es war für mich wie eine Droge und es dürstete mich nach mehr. Zu wissen, dass niemand mir entwas entgegensetzen, niemand mir etwas anhaben konnte, dafür würde ich über Leichen gehen. Ich war ihnen allen überlegen und sie waren nicht ansatzweise in der Lage, sich mit mir messen zu können. Es gab mir ein Gefühl der Kontrolle, dass ich es war, vor dem sie aus Ehrfurcht erzitterten und sich verbeugten. Warum sollte also ausgerechnet einer dieser unbedeutenden Menschen dies erleben? Ich war die perfekte Person dafür. Ich war das erste Wesen das Vater je erschuf. Ich war in jeglicher Hinsicht unfehlbar.
So war es auch jetzt, als ich das Engelchen fest im Griff hielt. Ich hatte die Kontrolle über sie, die Macht über ihr Schicksal zu entscheiden. Nur ein Griff und ich könnte ihre Seele herausreißen. Dies schien ihr bewusst zu sein, denn war ihr vorheriges vorlautes Verhalten verschwunden und ich spürte die Angst die ihr über den Rücken krabbelte. Mit siegesicherem Grinsen fixierte ich sie. "Hat es dir die Sprache verschlagen, Liebes?" Raunte ich ihr spöttisch entgegen. Dann zuckte das Engelchen plötzlich als würde es von einem Blitz getroffen sein. Ihr Kopf fiel zurück und sie verdrehte die Augen nach hinten, bis man das weiße darin sah. Hätte ich dies nicht schon des öfteren bei Engeln gesehen würde ich glauben, dass ein Dämon gerade in sie einfährt. Doch konnten Dämonen nur die Körper der Sterblichen übernehmen, nicht die von Engeln. Misstrauisch beobachtete ich das Geschehen, bis sie etwas sagte, das mich vor Unglauben zeitweilig erstarren ließ. Sie hatte doch tatsächlich von meiner [iFilia[/i] gesprochen! Ich wollte wissen was das Geschöpf vor mir sah. Wo war sie? Ging es ihr gut? Wer war bei ihr? Ich wollte es wissen. "Was ist mit ihr!" Rief ich der Schwarzhaarigen entgegen, doch erschlaffte diese daraufhin bloß und viel auf die Knie. Was wusste sie? "SAG ES MIR!" Donnerte ich ihr dunkel entgegen, doch sie verlor das Bewusstsein. Erst jetzt bemerkte ich dass ich ihr den Hals so zugedrückt hatte, dass sie mit Sicherheit blaue Flecken davon tragen würde. Blindlinks warf ich sie auf Liliths Bett. Zorn durchsetzte die Züge meiner Mine als ich auf den Boden starrte.
Ich erhob mich und gesellte mir zu den Wachen die draußen vor der Tür standen. "Schickt Azul in meine Gemächer." Befahl ich den einen der Dämonen, ehe ich mich auf den Weg dorthin machte.
Wenn das Engelchen irgendetwas über meine Filia wusste würde ich es erfahren. Alles. Egal wie.
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Sa Jul 18, 2015 2:55 pm

Midori

Camael hatte ein geschicktes Händchen, alles Gute was ich hier im Himmel sah, zu etwas neutralem zu machen, so dass man sich darüber kaum noch erfreuen konnte. Ich fragte mich, was ihn so derart stumpf gemacht hatte. War es vielleicht die Ausbildung zu einem Seraphim oder lag es einfach an den Dingen, die er schon erlebt hatte? Ich wusste zwar nicht wie alt Camael war, doch schien er auf jeden Fall älter als die anderen hier zu sein. Das verriet mir nicht nur sein Aussehen, sondern auch die Tatsache, dass er bereits seine Ausbildung zu einem Seraphim in der Tasche hatte. So eine Ausbildung würde doch sicherlich einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Ich hatte zwar keinen Plan wie lange, aber es würde sicherlich etwas dauern. Ob wohl jeder gleich lange dafür brauchte? Camael hatte ja gesagt, dass es hier einem Internat auf der Erde ähnelte. In den Schulen auf der Erde war es so, dass die Schüler entweder mit dem Unterrichtsstoff klarkommen mussten oder sie wurde einfach eine Klasse zurückgestuft. Letzteres würde hier sicherlich nicht vorkommen. Die Regeln waren hier mit Sicherheit unglaublich streng was dies bezüglich anging. Engel kannte man bei uns auf der Erde als perfekte Geschöpfe, wenn sie genauso waren, wie man sich auf der Erde es erzählte, dann dürften sie mit Sicherheit nicht schwächeln.
Camael ließ mir nicht weiter Zeit, um darüber nachzudenken, denn er ging schon los und sagte mir, er würde mir jetzt alles zeigen. Dieses Gebäude sah von außen schon so riesig aus, dass es sicherlich eine Weile dauern würde, bis wir mit dem Rundgang durch die 'Schule' fertig waren. Aber das sollte mich nicht weiter stören, ich kümmerte mich jetzt viel lieber darum, mir alles einzuprägen. Immerhin hatte ich keine Lust, mich hier irgendwo zu verlaufen und Pläne, die dafür sorgen sollten, dass sich die Neuen hier nicht direkt verliefen, würde es mit Sicherheit auch nicht geben, auch wenn das mal eine ganz praktische Idee wäre.
Wir begannen die kleine Rundtour mit dem Essensaal, welchen ich bestaunte. Ich hatte noch nie etwas vergleichbares gesehen und ich haute es so dermaßen um, dass mir fast die Fenster aus Mosaik nicht aufgefallen wären. Aber auch nur fast. Besonders der eine Engel, welcher auf dem Fenster zusehen war, ließ mich etwas grübeln. War das Camael oder bildete ich mir das bloß ein? Er sah ihm auf jeden Fall verdammt ähnlich.
Ich folgte meinem Lehrer weiter durch die zahlreichen Gänge und Zimmer und sah mir alles genau an und hörte Camael auch genau zu, wenn er mir etwas erklärte. Das ich hier auch einen theoretischen Teil haben würde, dachte ich mir schon, auch wenn ich nur wenig Lust hatte. Tja Schule musste wohl sein... Ie gitt!
Meinem Lehrer schien es reichlich unangenehm zu sein, als mit einem mal drei andere Engel seinen Namen sagten und ihn fragten, ob er sich einen Schüler aussuchen würde. Er schien hier unglaublich berühmt zu sein... Peinlich das ich so wenig über ihn bescheid wusste. Aber ich würde mich später einfach mal in die Bibliothek verkrümmeln, um mich etwas schlau über ihn schlau zu machen. Immerhin sollte ich wissen, mit wem ich eigentlich trainierte, außerdem sollten mich die anderen Engel nicht für völlig verblödet halten. Außerdem würde das nur mein Interesse an der ganzen Sache unterstützen und Camael sollte ja wissen, dass ich engagiert der ganzen Sache gegenüber trat, auch wenn ich ihm vielleicht nicht sagen sollte, dass ich mich über ihn informiert hatte, käme sonst vielleicht ein bisschen... seltsam? Creepy?
Ich schüttelte schnell den Kopf, folgte Camael dann aber wieder zurück zu meinem Zimmer. „Okay“, sagte ich, als er mir mitteilte, dass er später jemanden zu mir schicken würde, der mir angemessene Kleidung bringen würde. Ich wusste zwar jetzt nicht, was an meiner so schlecht war, doch wenn er der Meinung war, dass sie hier nicht hin passte, dann war das wohl so. Außerdem wollte ich ja nicht noch mehr aus der Masse herausstechen. „Dann bis Morgen“, verabschiedete ich mich von Camael, verbeugte mich noch einmal höflich und ging dann in mein Zimmer, wo ich die Tür hinter mir schloss und zu meinem Bett ging, auf welches ich mich fallen ließ und nach oben starrte. „Was für ein Tag!“, murmelte ich leise.


Azul

Ich sah grinsend zu dem Dämon, welcher an einer Wand gekettet war. Einzig und allein die schweren Stahlketten ließen seinen schwer verletzten Körper noch oben hängen. Er war sichtlich erschöpft und schien mir auch kurz davor zu sein, einzuknicken. Würde mich auf jeden Fall nicht wundern. Er hatte viele Schnittwunden und auch Verbrennung. Die eine Verletzung war größer als die andere aber schmerzen würden sie wohl alle gleich viel. Ich würde schon noch dafür sorgen, dass dieser kleine dreckige Bastard sprach. Das war bisher bei jedem gelungen und auch er hier würde keine Ausnahme sein. Immerhin hatte mir Luzifer befohlen, ein paar Informationen aus ihm heraus zu kitzeln, welcher er scheinbar vor unserem Meister zu verbergen versuchte. Eine ziemlich dumme Idee, aber wenns ihn glücklich machte und ich meinen Spaß bekommen würde, sollte mir dies schlichtweg egal sein.
Der Dämon öffnete gerade seinen Mund, um etwas zusagen, als plötzlich ein paar Wachen in die Zelle kamen. „Azul, du sollst zu Luzifer kommen“, sagten sie und ich seufzte nur theatralisch. „Schade... Jetzt wo es endlich angefangen hatte Spaß zu machen!“, sagte ich, wandte meinen Blick dann aber von den Wachen ab und sah stattdessen zu dem Dämon, welcher noch immer an der Wand hing. „Scheint so, als würde es für dich doch noch einen Gott geben“, grinste ich, legte dann aber die mit Dornen besetzte Peitsche in meiner Hand auf einen morschen Holztisch mit weiteren Folterinstrumenten und verließ anschließend die Zelle.
Die Wachen hatten mir auf dem Weg zu Luzifers Gemach erklärt, dass er wohl alles andere als gut gelaunt war, weswegen ich wieder einmal seufzte. Ich bekam den Typ meistens nur zu Gesicht, wenn er mies drauf war, dann war es meine Aufgabe gewesen, ihn wieder besser zu stimmen, in dem ich seine Befehle perfekt ausführte und er einen Grund hatte, siegessicher zu grinsen. Denn eins war klar... So sah ihn hier jeder am liebsten.
Ich klopfte kurz an dem Zimmer von meinem Gebieter an, öffnete dann aber auch schon die Tür und verbeugte mich tief vor Luzifer. Dann erhob ich meinen Oberkörper aber wieder und sah tief in seine Augen. Sein Ausdruck auf dem Gesicht verriet mir, dass die Wachen nicht gelogen hatte. Er sah wirklich ziemlich wütend aus und ich fragte mich, welche Laus ihm wohl über die Leber gelaufen war. Es war schon eine Weile her, seitdem ich ihn so mies gelaunt gesehen hatte, doch seitdem diese Trottel von Dämonen nicht in der Lage waren, ihm seine Filia zurückzubringen, geschah es immer häufiger, dass er mies gestimmt war. Wundert mich aber nicht weiter. War halt schlechtes Personal.
„Was gibt’s? Soll ich wieder für Euch ein paar Informationen aus jemandem herausbekommen?“, fragte ich. Das war schließlich hier meine Hauptaufgabe und ich wollte ja nicht selbstzufrieden klingen... aber ich war ziemlich gut darin. Wenn nicht sogar der Beste unter diesen ganzen Pfeifen hier unten. Tja, mein Hass gegen alles und jeden hier unten doch von großem Vorteil. Immerhin gab es keine stärkere Macht als Hass. Sie war eine unverzichtbare Waffe und im Grunde war es auch die einzige, mit der ich kämpfte.
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   So Jul 19, 2015 7:11 pm

○ Camael ○

Ich verließ so unauffällig wie es mir möglich war, das Institut. Es war mir schon beinahe peinlich, wenn mich Schüler ansprachen. Warum? Wie es aussah war ich einfach nicht einer derjenigen, die sich ihrem Ruhm und in der Bewunderung anderer badeten. Das lag nicht in meiner Natur. Und wofür wollten sie mich schon bewundern? Dass ich der erste Nachfahre der Erzengel war spielte seinen Teil dazu bei, doch hatte ich nichts geschafft, was andere nicht auch bewerkstelligen konnten. Zumindest war ich dieser Ansicht.
Wie dem auch sei, ich versuchte nicht weiter darüber nachzudenken. Stattdessen breitete ich meine Schwingen aus, als ich aus dem Gebäude trat und stieg empor in die Lüfte. Die Landschaft überfliegend kamen schon bald darauf die Märkte zum Vorschein. Für Gewöhnlich hielt ich mich von ihnen fern. Zu viel Gedränge, zu viel Trubel. Zu viele Engel. Doch hatte ich der Nephilim gesagt, dass sie noch anständige Kleidung bekam und die einzigen Frauenkleider an die ohne weiteres herankam waren die meiner Mutter oder meiner Schwester. Da ich nicht einmal in meinen kühnsten Träumen auch nur daran denken würde, die Garderobe meiner Mutter zu durchforsten und die Kleidung meiner Schwester alles andere als das was ich unter anständig empfand, blieb mir nichts anderes übrig als mich selbst darum zu kümmern. Deshalb landete ich in einer ruhigen abgelegten Gasse, dann atmete ich einmal tief durch ehe ich mich unter die Leute mischte. Ich zog einige Blicke auf mich, ignorierte diese jedoch gekonnt. Stände voller Früchte, Getränke und Schmuck passierend gelangte ich schließlich zu einem Stand der Kleidung anbot. "Der Herr sei mit Euch. Wie kann ich behilflich... Herr Camael." Klang es überrascht. Ich nickte grüßend. "Der Herr sei auch mit Euch." "Was kann ich für Sie tun?" "Ich suche eine schlichte Damenbekleidung." Der Engel nickte verstehend. "Und in welcher Größe, wenn ich fragen darf?" "Ungefähr in der Größe." Erhob ich die Hand und zeigte bis wohin meine Schülerin mir ging. "Einen Moment bitte." Suchte der Brünette seine Stoffe durch. "Ah, hier habe ich etwas sehr schönes. Feinste Stickereien und edelste Seide mit elegantem Schnitt." Er legte mir das Kleid vor. "Ich suche etwas... simpleres." "Verstehe, verstehe..." murmelte der andere eher zu sich selbst und schien nun sämtliche seiner Waren durchzusuchen. "Was halten sie davon?" Legte er das Kleid vor mir auf dem Tisch aus. "Einfach geschnitten, aber hochwertiges Material aus Pegasushaar." Ich fühlte den Stoff. Weich und hauchfein. "Das nehme ich." "Ausgezeichnete Wahl!" Freute sich der Mann.
Daraufhin verließ ich den Markt und machte mich auf den Weg zu meinem Haus. Es lag nahe dem Ratsgebäude, war jedoch geräumig und hatte sogar eine eigene Gartenanlage. Ich hatte nie verstanden warum Vater uns - das hieß mir und meinen Geschwistern - dieses Haus vermacht hatte. Mir persönlich hätte ein weniger protzigrs Grundstück gereicht, doch da war ich wohl der einzige.
Nun war es an der Zeit, dass ich meine Sachen packte und sie ebenfalls ins Institut brachte, schließlich wohnten Schüler und Mentoren dort, während der Zeit der Ausbildung. Ich hatte der Nephilim lediglich den für Schüler zulässigen bereich gezeigt, den Abteil der Mentoren war für Schüler unzugänglich.
Als ich in meine Etage gehen wollte, kam mir Ariella entgegen. "Camael! Willkommen zurück. Ist deine Mission gut verlaufen?" Fragte meine jüngere Schwester und lächelte mir entgegen. "Zu gut, fürchte ich." Brummte ich und wuschelte ihr durch das schwarze Haar. "Was ist denn passiert?" Folgte sie mir mit den Armen hinter den Rücken verschenkt, als ich die geschwungene Marmortreppe hinauf ging und in mein Schlafzimmer einbog. "Ich habe eine Schülerin bekommen." "Was? Du bist ein Mentor?" Fragte sie ungläubig, dann begann sie zu lachen. "Die Arme tut mir leid!" Ich schenkte ich darauf hin einen vorwurfsvollen Blick. "Nimm doch nicht alles so ernst." Grinste sie etwas kleinlaut. "Ich werde im Institut wohnen, bis die Ausbildung abgeschlossen ist. Pass bitte auf, dass Josephiel sich nicht meine Etage krallt." Bat ich Ariella. "Werde ich. Aber darf ich dich und deine Schülerin besuchen?" "Tu was du nicht lassen kannst." Während des Gesprächs hatte ich meinen Kleiderschrank ausgepackt und alles Reise bereit gemacht. Ariella begleitete mich zur Tür. "Ich werde Josephiel Grüße von dir ausrichten." Sagte sie und ich nickte als Einwilligung. Dann fiel sie mir urplötzlich um den Hals. Mich wieder fassend erwiderte ich kurz ihre Umarmung, ehe ich diese löste und mich auf den Rückweg ins Institut machte.
Dort angekommen fragte ich die Dame am Eingang ob die meiner Schülerin das Kleid bringe. Dann bezog ich ein Zimmer und packte meine Sachen aus.




○ Luzifer ○

Ungeduldig saß ich in dem schwarzen Ledersessel vor dem lodernden Kamin und starrte ins Feuer. Zähneknirschend verengte sich mein Griff um die Armlehnen wie von selbst, als ich an die Worte des Engelchens dachte. Was hatte sie gesehen? Wie war es möglich, dass sie überhaupt über meine Filia bescheid wusste, oder zumindest sie gesehen hatte? Vielleicht hin das mit Liliths Misson zusammen und die Dämonin war erfolgreich gewesen. Doch sicher konnte ich mir bei all dem nicht sein. Ich musste es wissen. Sofort!
Nach einer mir schier unendlich lang erscheinenden Zeit, klopfte es an der Tür und der hasserfüllten Energie nach zu urteilen, war es Azul. Nicht viele meiner Untergebenen waren mit einem derartigen Hass ausgestattet. Der Sessel stand seitlich zum Eingang, weshalb ich Azul aus dem Augenwinkel wahr nahm. Der einztige Seraphim kniete sich vor mir und als ich ihm mit einem Handwink aufforderte sich zu erheneben, tat er wie ihm geheißen. Er erkundigte sich nach seinem Auftrag. "Ich will, dass du dem Engel in Lilith Zimmer einen Besuch abstattest. Wenn es notwendig ist bring sie in den Kerker, mir soll es recht sein." Sprach ich mit einer solchen Ruhe in der Stimme, dass der brodelnde Aufruhr der in mir herrschte für jeden Spürbar war. Dann löste ich meinen Blick von den Flammen des Kamins, stand auf und sah dem Dämon entgegen. Mit langsamen Schritten ging ich um den Sessel bis ich vor Azul stand. Mich gegen den Sessel lehnend, hatte ich nach dem Glas auf dem Beistelltisch gegriffen und nahm nun einen Schluck. "Deine Methoden sind effektiv, Azul. Deshalb will ich, dass du alles über sie heraus findest. Vor allem was es mit ihrer Vision von meiner Filia auf sich hat. Jedes noch so kleine Detail, jede noch so unwichtige Erinnerung. Ich will alles wissen was uns weiter bringt sie mir zurück zu bringen." Sprach ich kraftvoll und voller unterdrückter Wut. Hätte Vater damals seine Seraphim nicht ausgeschickt, um meine Tochter zu töten, hätte ich mich nie von ihr trennen müssen. So aber war es allein seine Schuld!  Das Glas in meiner Hand zersprang. Die Scherben gingen klirrend zu Boden. Mein Zorn hatte sich noch lange nicht gelegt. Ich ging über die Scherben hinweg, die unter meinen Füßen knirschten, auf Azul zu bis ich ihm genau gegenüber stand und ihn fest in die Augen sah. "Tu alles damit sie spricht." Gab ich ihm den Freibrief, das Engelchen selbst unter qualvollen Schmerzen zu töten, schließlich konnte ich sie wieder zurückbringen.
Ich wandte mich von ihm ab. "Du kannst jetzt gehen und etwas... Spaß haben." Hatte ich begonnen die Scherben die noch in meiner Hand steckten heraus zu ziehen, während ich den letzten Teil finster zu ihm herüber grinste.
Das leppische kleine Ziehen, dass durch meine Hand ging war nichts im Vergleich zu anderen Schmerzen denen ich im Laufe der Jahrtausende ausgesetzt wurden war. Bloß so unbedeutend wie der Flügelschlag eines Schmetterlings. Wahrer Schmerz war etwas anderes. Wahrer Schmerz betäubt all deine Sinne und lasst dich glauben, du seist am liebsten ausgelöscht, damit endlich diese Tortur aus Qual und Leid endet.

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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   So Jul 19, 2015 11:35 pm

Midori

Ich hatte mein Zeitgefühl verloren und starrte nach wie vor nur nach oben und war meinen Gedanken ausgeliefert. Wie ging es Marta und den anderen? Würde sie es so ganz ohne mich schaffen? Würde es ihnen überhaupt auffallen, wenn ich plötzlich weg war oder wären sie zu sehr beschäftigt, um es überhaupt zu bemerken? Fragen über Fragen tummelten sich in meinem Kopf und ich seufzte leise, ehe ich das Kopfkissen in meine Arme nahm und mich auf die Seite drehte, wo ich bloß gedankenverloren an die Wand starrte.
Lange blieb mein Blick nicht an der Wand haften, denn er schweifte direkt zu dem Feuer, welches sich ca. einen halben Meter vor mir befand und blau aufleuchtete. Es passte gut in das Zimmer hier, doch machte es mir irgendwie Angst. Immerhin hatte ich keine Lust, mitten in der Nacht bei lebendigem Leibe zu verbrennen. Da konnte ich mir nun wirklich eine angenehmere Art und Weise zu sterben vorstellen. Und warum eigentlich Feuer? Würde Wasser hier denn nicht viel besser rein passen?
Ich rieb mir etwas die Schläfe und seufzte erneut, ehe ich mich aufsetzte und mich etwas im Zimmer umsah. Es war wirklich schön... doch war mir das, welches ich auf der Erde hatte, um einiges lieber. Alleine schon weil es auf der Erde war. Das mochte für Engel zwar völlig verrückt klingen, aber ich war doch lieber auf der Erde als im Himmel, oder in diesem sogenannten 'Paradies'. Es war für mich ein Neuanfang und mit diesen tat ich mich immer besonders schwer. Ich mochte es lieber, wenn mein Alltag Struktur aufwies und ich Dinge tat, die ich immer machte. Es gab mir ein Gefühl von Sicherheit, welches hier schon verschwunden war, als man mich hierher verschleppt hatte.
Ich starrte etwas auf den Boden, als es plötzlich an der Tür anklopfte. Etwas verwirrt starrte ich diese an, erinnerte mich dann aber wieder an Camael Worte. Er hatte gesagt, dass er mir jemanden schicken würde, der mir angemessene Kleidung brachte. Wahrscheinlich, damit ich hier nicht noch mehr auffiel.“I-Ich komme!“, sagte ich und stand dann hastig vom Bett aufstand und zu der Tür ging, welche ich sofort öffnete. Es war die rothaarige Frau von vorhin, die mich auch schon zum Zimmer begleitet hatte. Sie lächelte mich an und hielt mir dann ein Kleid hin. „Hier. Das hast mir dein Mentor gegeben“, sagte sie. Ich nahm das Kleid an und bestaunte es. „A-Aber das kann ich doch nicht annehmen!“, sagte ich sofort und musterte sie etwas unsicher. „Doch. Ich bin mir sicher, dass du darin bezaubernd aussehen wirst“, lächelte mich die rothaarige Schönheit wieder an und hatte ihre Hände auf meine Schultern gelegt. Etwas unsicher nickte ich. „Ich geh dann mal wieder. Sag mir Bescheid, solltest du etwas brauchen.“ Ich nickte bloß und bedankte mich bei ihr, ehe ich wieder zurück ins Zimmer ging und die Tür hinter mir schloss.
Im Zimmer schweifte mein Blick kurz zum Fenster aus welchem ich den strahlenden blauen Himmel betrachtete. „Ich glaube ich mache gleich einen kleinen Spaziergang...“, murmelte ich zu mir selbst, schüttelte dann aber meinen Kopf und lief zu dem großen weißen Kleiderschrank, mit der silbernen Verzierung, als ich diesen öffnete, blieb mir ein Klos im Hals stecken, ehe meine Augen auf funkelten. „Ich glaub's ja nicht!“, sagte ich und sah in den Inhalt des Schrankes, in welchem all meine Klamotten von der Erde vorhanden waren. Sogar meine Schuluniform! Ich hängte das Kleid schnell an einen der Bügel und nahm dann meine Schuluniform heraus. Kurz zögerte ich, zog sie mir dann aber an. Sie saß wie angegossen! Ich wollte sie noch ein letztes mal tragen, bevor ich mich an die Sachen gewöhnen musste, die man hier so trug.
Ich lächelte zufrieden, beschloss dann aber, mir noch ein wenig die Beine zu vertreten, weswegen ich mein Zimmer verließ und nach draußen auf den großen Hof ging. Hier waren so viele Blumen... Es sah traumhaft schön aus! So schön, dass ich mich nach einiger Zeit so sehr in den ganzen Blumen verloren hatte, dass ich gestehen musste, dass ich mich wohl oder übel verlaufen hatte. Ich seufzte wieder einmal und fuhr mir dann kurz durch das Haar, ehe ich einfach in irgendeine Richtung ging. Ich schien bei den Trainingshallen zu sein, so viel hatte ich mir dann doch bei Camaels Vortrag merken können. Etwas unsicher sah ich mich um, sah dann aber jemanden aus der Halle kommen. Ich zögerte kurz, entschied mich dann aber zu ihm zu gehen, sonst würde ich hier sicherlich nie den Weg zurück finden...
„H-Hey“, sagte ich und lächelte den Jungen ein wenig an. „T-Tut mir leid, dass ich dich störe... Aber ich bin neu hier und hab mich verlaufen... Könntest du mir helfen die Zimmer wiederzufinden?“, fragte ich und lächelte etwas unsicher. Der fragte sich jetzt wahrscheinlich, was für ein Volltrottel da vor ihm stand. Aber naja, da musste ich jetzt einfach durch. Und mehr als 'Nein' sagen konnte er ja auch nicht, oder?


Azul

Ich hörte Luzifer genau zu und hatte dabei auch auf seine Mimik und Gestik geachtet. Jeder Volltrottel hätte seine Wut gemerkt, weswegen man jetzt lieber vorsichtig mit ihm umgehen sollte. Ich wollte gar nicht wissen, wie er reagieren würde, wenn Lillith zurück kam und ihre Mission schlecht abgelaufen war. Tja, manchmal glich das versagen bei einer Mission schon einem Selbstmord. Auch wenn ich mir nur schwer vorstellen konnte, wie Luzifer Lillith tötete. Dafür kannten sich die beiden einfach schon zu lange. Wenn es allerdings um seine Filia ging, war mit Luzifer nicht mehr zu spaßen. Hoffentlich konnte sie ihm erfreuliche Nachrichten überbringen, sonst sähe es wirklich schlecht aus...
Ich zog eine Augenbraue hoch, als Luzifer mir mitteilte, dass das Engelchen auch ruhig sterben könnte, grinste dann aber. Da würde ich heute sehr viel Spaß haben~ „Gut, ich geh dann mal“, meinte ich schmunzelnd und ließ Luzifer mit seiner verletzten Hand alleine. Wutbrüche dieser Art standen eigentlich schon an der Tagesordnung, weswegen ich mich davon nicht mehr einschüchtern ließ. Also lief ich gut gelaunt die langen Flure zu Lillith's Zimmer entlang. Ohne anzuklopfen öffnete ich die Tür und sah das Engelchen auf dem liegen. Ich war etwas verwirrt, da sie gar nicht wie ein Engel wirkte, sondern im ersten Augenblick wie ein Dämon wirkte, aber gut, was es damit auf sich hatte, würde ich ja herausfinden. Dann konnte ich Luzifer vielleicht noch ein paar Interessante Dinge erzählen. Grinsend hob ich mir das bewusstlose Mädchen auf die Schultern und verschleppte sie in den Kerker, wo ich sie direkt an zwei dicke Ketten fesselte. Die Ketten gaben ihr den nötigen Halt, um ihren Körper aufrecht zu erhalten. Ich wollte, dass sie mir in die Augen sah, während ich dabei war, sie und ihren Willen zu brechen!
Um diesen dreckigen kleinen Bastard überhaupt wach zu kriegen, nahm ich mir eine mit Dornen besetzte Peitsche und begann, sie damit zu schlagen. Dieses Folterinstrument war eines meiner Liebsten. Die kleinen Schnitte waren keinesfalls lebensbedrohlich, aber unglaublich schmerzhaft. Außerdem mochte ich es, wenn ihre Blutspritzer meine Haut erreichten. Es war einfach ein wundervolles Gefühl!
Nach einiger Zeit begann sich die junge Frau vor mir zu bewegen und keuchte schmerzerfüllt, ehe sie langsam die Augen öffnete und ich die Peitsche wieder zurück auf den Tisch legte. Ich ging zu ihr hin und hob ihr Kinn bloß grob an. Sie war noch immer nicht ganz wach und wirkte recht benebelt, doch dies interessierte mich herzlich wenig. „Na? Auch mal wieder wach~“, grinste ich diabolisch. „Wo bin ich und wer seit Ihr?“, verlangte das Mädchen zu wissen. „Du bist noch immer in der Hölle und vor dir steht dein schlimmster Alptraum~“, schnurrte ich frech grinsend, weswegen sie mich nur angewidert ansah. Ich lachte bloß und entfernte mich wieder etwas von ihr. „Luzifer hat mir befohlen ein paar Dinge über dich herauszufinden und über das, was du in deiner Vision gesehen hast. Du hast Glück gehabt. Eigentlich foltere ich meine Gäste hier unten bis zu deren Tot, allerdings will ich über dich Dinge in Erfahrung bringe, die nicht mal du selbst weißt, dass bedeutet ich werde eine Technik anwenden, die etwas angenehmer ist.“ Naja... angenehmer war diese Art von Informationsbeschaffung zwar nicht, aber sie verhalf wenigstens zu einem schnellen tot. Es war äußerst schmerzhaft, verhalf aber zu einem schnellen Tot und diese Art von Gnade ließ ich nun wirklich nicht oft walten.
Ich ging wieder auf die dunkelhaarige zu und legte meine Hand auf ihr Gesicht, schloss dabei meine Augen und sprach eine alte Formel. Ich hatte damit die Chance in ihren Geist einzutauchen und konnte auf diese Art und Weise sehen, was das Engelchen schon alles erlebt hatte und sah sogar Dinge, die nicht mal sie selbst wusste. Sie war ab jetzt ein offenes Buch für mich.
Ich hörte einen lauten Schrei, welcher mich allerdings keineswegs abschreckte. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass sie unglaubliche Schmerzen haben würde. Aber es war ja schon zu Ende. Nach nur wenigen Minuten schienen ihre Klagerufe das scheinbare Maximum erreicht zu haben und ich war mir sicher, dass sie für jeden zu hören waren, starb der Engel vor mir und ich ließ wieder von ihr ab. Ich nahm meine Hand von ihrem Gesicht und musterte das Mädchen etwas erstaunt, grinste dann aber breit. „Das wird Luzifer sicherlich gefallen!“, sagte ich breit grinsend, löste dann aber die Ketten von ihren Handgelenken. Sofort fiel sie hin und ich hob sie wieder mal auf meine Schulter, ehe ich sie zurück in Lilliths Zimmer brachte und sie dort im Bett ablegte, ehe ich zurück zu Luzifer ging, um ihm ein paar erfreuliche Nachrichten zu übermitteln.
Ich klopfte an seiner Zimmertür an, öffnete sie dann aber und sah ihm direkt in die Augen. „Ich denke Ihr habt mit dem Engelchen keinen doch so schlechten Fang gemacht... Da gibt es einiges zu erzählen!“, sagte ich breit grinsend. „Jetzt aber erst mal zu Filia... Das Engelchen hat gesehen, wie Filia im Himmel war. Ein Seraphim war bei ihr und man hatte ihm scheinbar beauftragt, sie ebenfalls zu einem Seraphim auszubilden. Es scheint bei der Ausbildung einen Unfall zu geben und beide verbrennen. Aber bevor Ihr Euch aufregt... Die Vision fand weit in der Zukunft statt. Auch Filia würde einige Zeit brauchen, bis sie soweit kommt. Uns bleibt also noch genügend Zeit, um sie hier runter zu holen“, erklärte ich und atmete dann einmal tief ein. „Der Name von dem Engel ist Ophelia. Sie ist vor 500 Jahren entstanden. Erinnert Ihr euch noch, wie Ihr vor 500 Jahren Gott dazwischen gefunkt seit und die Entstehung der Engel für einige Zeit lang lahm legen wolltet? Ophelia ist einer der Engel, die genau an diesem Tag entstanden sind. Wir hatten ja eigentlich die Information bekommen, dass alle Engel von damals gestorben sind, aber Ophelia hat diesen Angriff nicht nur überlebt, sondern hat auch einen Teil Eurer Energie in sich aufgenommen, was ihre schwarzen Flügel und dieses seltsame Aussehen erklären. Außerdem ist das auch ein weiterer Grund, warum sie Visionen von Filia hat. Die beiden scheinen eine kleine, aber dennoch vorhandene Verbindung zu haben, welche auf Eure Energie aufgebaut ist.“ Ich machte eine kleine Pause und lehnte mich dann mit verschränkten Armen vor der Brust an den Türrahmen, ehe ich Luzifer breit angrinste. „Und da gibt es noch was. Ihr erinnert Euch doch sicherlich noch an den Engel, welcher vor Ophelia da war, oder?“ Mein Grinsen wurde breiter und auch diabolischer. „Dieser Mann war niemand geringeres als Ihr Vater. Jedoch weiß sie nicht, dass er hier umgekommen ist, da der Hoherat wie immer alles unter Verschluss hält. Ophelia hat also von nichts eine Ahnung“, sagte ich und grinste nach wie vor. „Das Engelchen leidet übrigens unter starken Selbstzweifeln, dass bedeutet... Egal wie stark sie sich auch gibt... Es ist alles nur eine Show, dass wurde mir klar, als ich sah, welch böse Alpträume sie doch Nacht für Nacht quälten.“ Ich lachte laut auf, machte mich dann aber zum Gehen bereit, bevor mir noch etwas einfiel. „Sie ist übrigens hier runter gekommen, um dieses komische Kraut zu holen. Ihre kleine Schwester hat eine 'unheilbare' Krankheit und leidet darunter. Das Engelchen ertrug es nicht, ihre Schwester so zu sehen und kam hier runter, um dem Leid ein Ende zu bereiten. Die Wachen waren leider nicht schnell genug und ein weißer Falke hatte das heilende Kraut zu ihrer Mutter gebracht, welche sich jetzt um die kleine Schwester kümmert. Welch nobles Opfer“, sagte ich nur vor Sarkasmus triefen. Von wegen nobel. Dieses Engelchen war einfach nur dumm! Eine Närrin!
Ich knirschte etwas mit den Zähnen. „Dieses dumme Miststück hat im Himmel so viel Leid erfahren und ist einfach immer noch nicht bereit, sich von dem Himmel loszusprechen!“, sagte ich nun sichtlich gereizt. „Meiner Meinung nach solltet Ihr sie einfach hinrichten. Den Anfang hab ich ja schon übernommen... Sie liegt tot in Lilliths Bett“, meinte ich nur Anteilslos. „Wenn es das wars gehe ich mal wieder zurück in mein Spielzimmer und kümmere mich um meinen anderen Gast da unten“, sagte ich etwas schmunzelnd. Immerhin hatte ich ja noch einen anderen Dämon zum Reden zu bringen~
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Mo Jul 20, 2015 8:01 pm

◇ Mercutio ◇

Man war das Training anstrengend gewesen! Obwohl das was ich im Alleingang versucht hatte zu unternehmen, nicht wirklich als 'Training' bezeichnet werden konnte, oder? Schließlich hatte ich bloß so gut es ging mein Zirkeltraining mit den in der Halle zur Verfügung stehenden Geräten gemacht, so wie auf der Erde sonst auch. Und genau das hatte ich jetzt gebraucht. Es lenkte mich zumindest ab und gab mir wenigstens etwas vertrautes in dieser mir noch fremden Welt. Klar, die Halle hatte zwar keine Ehrlichkeit mit dem alten, heruntergekommenen Studio von Philippe, aber das Training an sich war es, was mir Routine brachte. So hatte ich während ich jetzt schon hier war mindestens einmal pro Tag trainiert. Wenn ich so darüber nachdachte, konnte ich es immer noch nicht so richtig begreifen, dass ich tatsächlich schon seit drei Tagen im Himmel war und dann auch noch hier untergebracht wurde. Hier! In einem Internat für Seraphim. Das allein war schon aufregend genug für mich, aber als ich erfahren hatte, dass ich bald meinen Vater kennenlernen würde, konnte ich es mir nicht mehr verkneifen wie ein Honigkuchenpferd auf Droge bei diesem Gedanken dauer zu grinsen. Einer meiner größten Wünsche ging damit schon bald in Erfüllung! Und wieder merkte ich, wie ich bei dem Gedanken daran bis über beide Ohren grinste. Dass die anderen in der Halle mich für verrückt halten müssten, weil ich ohne dass jemand auch nur etwas gesagt hätte, mir einen abfreute, war mir egal. Selbst wenn es sie stören sollte, was es aber offensichtlich nicht tat - zumindest hoffte ich das - dann müssten sie sich damit nun mal abfinden, denn: ich würde endlich meinen Vater kennen lernen! Es war schon fast zu schön, um wahr zu sein. Ich hatte meiner Mutter auf Anhieb geglaubt als sie mir erzählt hatte, dass er etwas besonderes war und in gewisser Weise gehörte er ja sogar auch zu einer 'Spezialeinheit'.
Den Schweiß mit dem Arm von meiner Stirn abwischend machte ich mich auf den Weg hinaus aus der Halle. Zum Glück gab es für heiße Tage ein 'Freiluftgelände', oder wie man das auch immer nannte. Askael hatte mir zwar gesagt, dass es die Übungsplätze für den Flugunterricht seien, aber auch dass man bei Gelegenheit dort trainieren konnte. Jedenfalls besser als sich in der stickigen Halle in eine Pfütze zu verwandeln, auch wenn heute die Temperatur angenehm war. Ich legte die Hand gegen das Tor, um es zu auf zu drücken und trat hinaus. Ich rubbelte mir durch das von Schweiß nasse Haar und spürte wie ich Hunger bekam, als mich eine unsichere Mädchenstimme fragte, ob ich ihr helfen könne ihr Zimmer wieder zu finden, da sie sich verlaufen habe. Ich drehte mich zuerst überrascht um - da ich nicht damit gerechnet hatte, dass noch jemand auf dem Gang war - nur um noch mal überrascht festzustellen, dass mein Gegenüber aussah aus einem Manga oder Anime entsprungen. Den ersten Moment überwunden lächelte ich sie an. "Klar! Denke mal du wirst im Mädchenabteil dein Zimmer haben?" War es doch eher eine Feststellung, als eine eigentliche Frage. Auch wenn ich es mich in eine missliche Lage brachte, wenn ich dort hingehen würde. Und wenn schon. Ich marschierte los. "Weist du ich hatte mich bei meinem ersten Tag hier auch verlaufen. Und zwar im Mädchenwohnheim." Gestand ich ihr. "Hatte mich schon gewundert, warum mich die alle so schräg angesehen haben." Lachte ich, mich selbst auf die Schüppe nehmend.
Es dauerte nicht all zu lange, bis wir im Flügel des Schülerwohnheims ankamen. "Da wären wir! Links gehts zu den Mädels, rechts zu den Jungs. Wenn man einmal den groben Grundriss im Kopf hat geht's eigentlich mit dem zurechtfinden." Meinte ich gut gelaunt, wurde dann aber von meinem knurrenden Magen unterbrochen. Ich sah zu meinem Bauch hinab, dann entschuldigend zu meiner neuen Bekanntschaft. Verlegen kratze ich mich am Hinterkopf. "Tja, ich geh mal lieber duschen und dann was essen." Verabschiedete ich mich von ihr. "Man sieht sich!" Hob ich zum Abschied die Hand und ging den Gang hinunter.
Erst später, als ich in meinem Zimmer war und unter der Dusche stand, fiel mir auf, dass ich der blonden Bella gar nicht meinen Namen gesagt hatte und mich auch nicht nach ihren schlau  gemacht hatte. Mist. Aber ich beruhigte mich mit dem Gedanken, dass wir uns sicher noch irgendwann mal über den Weg laufen würden. Hoffentlich, denn bis jetzt  mochte ich sie.


○ Luzifer ○

Man hatte mich nachdem Azul gegangen war, bald darauf mit einem Dämonen belästigt der Unruhen gegen mich stiften wollte. Die Hand mit einem Tuch säubernd, steckten noch einige kleinere Glassplitter in meinem Fleisch, doch dafür hatte ich jetzt keine Zeit. Solch einen Parasiten musste man zerquetschen! Mit dieser Made wusste ich genau umzugenen, gerade jetzt wenn ich mich in einer so aufgebrachten Stimmung befand. Ich gab dem Boten bescheid, er solle den Thronsaal vorbereiten und machte mich mit kreftigen Schritten auf.
Ich empfang das Gesindel im Thronsaal. Die Finger spreizend, stemmte ich die Hände gegeneinander mit übereinander geschlagenen Beinen. Die Schreie des Dämons waren bis in der Halle zu hören, schallten in den schmalen, hohen Gemäuern wieder und wurden immer lauter und verzweifelter desto näher sie kamen.
Die Wächter öffneten die Tore und der Schädling wurde von zwei weiteren Wachen hereingeschleift. Er drehte und wand sich in den Griffen der mit Muskel bepackten Dämonen, versuchte sich mit Händen und Füßen, Zähnen und Klauen irgendwie einen Weg aus den sternernden Umklammerung meiner Wachen zu entkommen. Doch das gab es nicht. Es gab kein Entkommen. Nicht hier in meinem Reich. Niemand entkam mir, das war noch nie geschehen. Er würde sich die Seele aus dem Leib schreien, wenn man ihn nur lang genug hier lassen würde. Seine Stimme war bereit rau und kratzig von der Anstrengung und strapazierte mein Nervenkostüm! Wäre ich in guter Laune, hätte ich mir an die Schläfen gegriffen und jemanden leidend gebeten ihm zum Schweigen zu bringen, damit ich einen schwächeren Eindruck von mir Preis gab, um des Jäger-Beute-Spiels Willen. Doch mir war nicht nach Spielchen. "SCHWEIG!" Mein Gebrüll übertönte das hysterische Gekreische, was bis vor wenigen Augenbicken schier unmöglich schien und hallte nach. Der Rebell verstummte auf Anhieb. "Was glaubtest du, würdest du mit deinen kleinen Anschuldigungen erreichen?" Fragte ich mit unterschwelliger Bissigkeit und ließ den vor mir auf die Knie Geworfenen nicht aus den Augen, blinzelte sogar nicht einmal. Ich wollte, dass er sich von meinen Blicken durchbohrt fühlte, wollte dass er litt.
Oh... ich würde das hier sehr genießen.
"Lasst ihn los!" Befahl ich den Wachen, die gehorchten. Ich erhob mich und knackte langsam und genüsslich mit dem Nacken. "Ich war es nicht! Ihr müsst mir glauben! Ich bin nicht schuldig!" Tränen und Rotz liefen nur so über sein Gesicht. Seine Stimme war brüchig, aber er war fest entschlossen weiter zu leben, das konnte ich in seinen Augen sehen. Also war es an der Zeit ihm einen Strich durch die Rechnung zu machen. "Ich war es nicht... Ihr müsst mir glauben! Ich war es nicht..." wimmerte er armselig. Ich streckte wortlos meine Hand gegen den Feigling, drehte dann das Handgelenk um und ließ meine Hand langsam höher steigen. Zeitgleich wurde der Dämon starr, als hätte man ihm etwas eingeflößt, dass all seine Muskeln verkrampfen ließ und begann langsam über den Boden zu schweben. "NEIN! BITTE HERR! ICH HABE NICHTS GETAN!" Lansam ließ ich ihn gegen seinen Willen zu mir hinauf kommen und er versuchte sich sogar zu wehren, doch war er mir unterlegen. Zorn brodelte in meinem Inneren und wartete nur hinaus gelassen zu werden. Ich schloss kurz die Augen. "Sei. Einfach. Still!" Presste ich die Worte durch meine zusammen gebissenen Zähne. Er hielt den Mund unter bibberndem Kinn. Noch immer die Aigen verschlossen zug ich die Augenbrauen hoch und legte dann den Kopf schief. "Hörst du das?" Fragte ich. "Klingt doch viel besser als die Lügen eines Verräters!" Wurde ich mit  jedem Wort lauter bis ich ihn ohne Umwege anbrüllte. "Nein! Ich war es nicht! Ich schwöre es! Ich habe nichts ...!" Daraufhin schloss ich meine Hand zur Faust, was den Dämonen zum würgen und röcheln brachte. "Da du nicht auf diskrete Anmerkungen reagierst, werde ich es dir eben direkt sagen: Halt dein Maul!" Funkelte ich ihn mit vor Wut verzerrtem Gesicht an. Die Geräusche die er nun von sich gab, waren um ein vielfaches angenehmer und befriedigten mich. Er versuchte etwas zu krächzen. Ich spitze die Ohren. "Oh, was denn? Hast du mir noch etwas zu sagen?" Er würgte weiter. Dann war etwas zu vernehmen. "... wa ... was...?" "Was was? Was ich mit dir vorhabe?" Fragte ich. Dann entspannge ich mein Gesicht und legte eine überlegende Maske auf. "Weißt du," ich leckte mir über die Lippen, "weißt du was mir aufgefallen ist? Es gibt keine Panik, wenn die Dinge vorhersehbar sind. Selbst wenn die Dinge grauenvoll sind. Wenn ich morgen den Legionen erzähle, dass irgendein Dämon enthauptet wird, oder ich eine ganze Kaserne in die Luft fliegen lasse - sagen wir wegen Meuterei -, gibt es keine Panik. Weil all diese Dinge bereits eingeplant sind. Es steckt schon bereits in den Köpfen fest. Aber wenn ich niemanden etwas darüber sage, wenn ich Stillschweigen darüber bewahre, bis der große Moment gekommen ist...! Dann, nur dann gibt es einen Schockmoment. Und das Opfer selbst, bleibt im Ungewissen. Das wiederum schürt Angst. Bis zum letzten Augenblick."

Den Dämon von innen nach außen zu stülpen war eine Wohltat gewesen. Ich hatte ihn zwar zuerst samtliche Gliedmaßen abgetrennt - und das nicht mit einem Messer, immerhin hatte ich selbst dafür genügend Kräfte - war dann aber spontan dazu umgestiegen,  ihn bei vollem Bewusstsein den Rumpf aufzureißen und mit seinen Innereien zu spielen. Nun verzierte er meinen Palast. Die Beine, Hände, den Rumpf und den Kopf hatte ich und jeweils in eine Himmelsrichtung aufgespießt und seinen Darm wie Ketten darum gebunden. Die Lungen, Leber, Nieren und das Herz hatte ich meinen Höllenhunden zum fraß vorgeworfen und meine kleinen Lieblinge wussten ein gutes Mal zu schätzen! Seine Seele hatte ich langsam und schmerzvoll auseinander gerissen und sie dann zerstört.
Ich war wieder in meinem Zimmer, um mich vom Blut dieses Verräters zu säubern, da kam Azul herein. Ich musste gestehen, ich war jetzt schon etwas entspannter, dadurch dass ich jemanden gehabt hatte an den ich mich austoben konnte. Azul fing dann auch gleich an mir zu berichten. Gefasster als bei unserem letzten Zusammentreffen zog ich lediglich die Brauen hoch und wischte mir das Gesicht ab. "Mekne Tochter? Ein Seraphim?" Ließ ich mich auf deZunge zergehen und sah eine Zeit lang auf das Tuch. Dann musste ich lachen. "Sieht ziemlich nach Michaels Fingerabdruck aus!" Lachte ich weiter. Meine Filia im Himmel. Als Seraphim. Und der Vision nach zu urteilen die mir Azul schilderte, hatte ich ihr genügend meiner Macht geschenkt.
Als Azul aber glaubte mich über die Kenntnisse meiner eigenen Taten informieren zu müssen, versetze das meiner Freude einen Dämpfer. Aber interessant war es trotzdem, was diese... Ophelia anging, des das hatte ich nicht gewusst. Und auch nicht dass ihr Vater der letzte Besucher in meinem Reich gewesen war.
"Das weiß ich doch schon längst." Machte ich eine Winkte ich ab, als  er meinte sie hätte starke Selbstzweifel und ihr starkes Auftreten wäre bloß eine Farce. Die Geschichte des Engelchens interessierte mich nun im Nachhinein doch nicht mehr so brennend, aber ich hörte sie mir trotzdem an. Vielleicht kamen mir diese Informationen irgendwann zu gute? Immerhin hatte ich nun ein Ass im Ärmel. "Hier" warf ich dem Purpurhaarigen das Tuch entgegen, damit auch er sich wenigstens um Gesicht säubern konnte. Jedoch als er meinte ich solle das Engelchen auslöschen, wurde ich ernst. "Niemand hat dich nach deiner Meinung gefragt." Sagte ich ruhig und sah in das Feuer des Kamins. Wenn sie wirklich etwas von meiner Kraft absorbiert hatte, war sie von meines Gleichen. Meine Kraft floss durch ihren Körper. Ich hatte mich so lang nach einem Nachfahren gesehnt. Nach einem Kind. Und nun hatte ich so gesehen gleich zwei. Ich lächelte. Doch dann verformte es sich zu einem teuflischen Grinsen. Das Engelchen konnte ich leicht unter meiner Kontrolle halten. Bei meiner reinen Tochter, meiner Filia, wusste ich es jedoch nicht, wobei ich damit rechnete, dass sie nicht viel mächtiger sein konnte als ich, da ich sie damals nur aus  einem meiner Kraft erschaffen hatte. Ich wollte das meine Familie nun komplett war. Es musste nicht heute geschehen nicht morgen. Ich wusste dass soetwas Zeit beanspruchte. Doch schon bald würden wir zusammen sein und mit ihrer Hilfe würden wir den Himmel stürmen, Vater, Michael und ihre Anhänger würden fallen und für die Menschen hätte endgültig die letzte Stunde geschlagen!



Zuletzt von Lioness am Do Jul 23, 2015 2:50 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Mo Jul 20, 2015 9:43 pm

Midori

Ich sah den Jungen etwas verwirrt an, als er mich für einen Moment so anstarrte, lächelte dann jedoch etwas, da ich ziemlich erleichtert war, dass er so hilfsbereit war. „Danke“, sagte ich und lief dann auch schon mit ihm los. Wir kamen recht zügig voran, was mir zeigte, dass er schon etwas länger hier sein musste, oder sich zu mindestens recht gut hier auskennen musste. Wenigstens einer, von uns, der das hin bekam... Ich bekam nur einen kleines Seufzer über meine Lippen, ehe ich mir wieder größte Mühe damit gab, mir die Gegend gut einzuprägen. Ich hatte immerhin keine Lust mich noch ein zweites mal zu verlaufen.
Wir kamen schneller als erwartet wieder am Mädchenwohnheim an. Auf dem Weg dort hin, hatte er mir erzählt, dass er sich an seinem ersten Tag direkt hier verlaufen hatte, weswegen ich mir ein kleines Lachen nicht verkneifen konnte. Das müsste für ihn sicherlich unglaublich unangenehm gewesen sein, aber es war schön zusehen, dass er darüber stand und jetzt auch darüber lachen konnte. Das war eigentlich die beste Lösung für peinliche Momente, dass wusste ich als aller beste. Gefühlt mein halbes Leben bestand nur daraus, mich zu blamieren, was wahrscheinlich daran lag, dass ich unglaublich tollpatschig war.
Ich drehte mich zu dem Jungen um und wollte mich eigentlich gerade bei ihm bedanken, als ich plötzlich ein lautes Geräusch hörte. Zuerst sah ich mich etwas verwirrt um, sah dann aber wieder zum Jungen vor mir und verstand erst jetzt, dass es sein Magen war, welcher so laut geknurrt hatte. Ich musste mir ein kleines Lachen verkneifen und noch bevor ich hätte etwas sagen können, verabschiedete er sich von mir. Kurz sah ich ihm nach, schüttelte dann aber lächelnd den Kopf. „Komischer Kauz“, sagte ich leise und nur für mich, ging dann aber zu den Räumlichkeiten der Mädchenwohnheime. Dort fand ich -wer hätte es gedacht- ohne Hilfe und ohne langes suchen mein Zimmer. Dort ging ich zu dem Bücherregal, schnappte mir ein paar Bücher und begann sie dann auf meinem Bett zu lesen.
Nach einer halben Stunde knurrte jedoch mein Magen und ich sah auf die Uhr. Das Mittagessen hatte ich bereits 'verschlafen' weswegen ich jetzt wohl eher ein frühes Abendessen zu mir nehmen würde. Seufzend stand ich auf, stellte die Bücher wieder zurück ins Regal und verließ wieder mein Zimmer. Erstaunlicherweise hatte ich schon nach kurzer Zeit den Speisesaal gefunden -lag wohl daran das ich hier etwas zum Futtern bekommen würde, klar, dass mir dieser Weg im Gedächtnis blieb...-
Ich nahm mir etwas zu Essen und setzte mich dann an einen Platz, wo ich die großen Fenster gut beobachten konnte. Mein Blick schweifte zu dem Bild, an dem ich glaubte Camael zusehen. Ich grübelte etwas vor mich hin, wobei ich den Kopf etwas schief legte. War er es nun, oder war er es nicht? Hmm... ich würde ihn morgen einfach mal fragen.


Azul

Ich fing das Tuch, welches mir Luzifer zu warf und wischte mir dann das Gesicht sauber, ehe ich das Tuch wieder weglegte. Eigentlich war es gar nicht nötig gewesen, immerhin würde ich mich gleich erneut 'bekleckern'. Ich hatte immerhin vor, mich noch mit dem anderen Dämon zu begnügen, welcher im Kerker auf mich wartete. Ich konnte es kaum noch abwarten, erneut seine qualvollen Schreie zu hören. Es war doch jedes mal aufs Neue wie Musik in meinen Ohren. Es gab nichts besseres, als jemanden zu foltern!
Ich grummelte leise, als Luzifer mir sagte, dass niemand nach meiner Meinung gefragt hätte. Pff! Da wollte man mal helfen und dann bekam man direkt eine so unfreundliche Behandlung. Inzwischen sollte ich mich ja daran gewöhnt haben, aber ehrlich gesagt ging es mir noch immer auf die nerven, wenn er mich so von oben herab behandelte. „Ich bin dann mal weg“, meinte ich nur schlecht gelaunt, drehte mich dann aber um, um zugehen. Doch bevor ich nur einen Schritt machen konnte, erstarrte ich und sah perplex in das Augenpaar vor mir. Was zum...?! Wie konnte die denn noch leben? Ich dachte sie sei tot! Sie war tot! Da war ich mir 100%ig sicher.
Vor mir stand niemand geringeres als der Engel, welchen ich gerade eben noch getötet hatte. Ihre blasse Haut zierten nach wie vor unzählige Schnittwunden, welche ich ihr mit der Dornenpeitsche zugefügt hatte. Ich sog einmal tief die Luft ein und musterte Ophelia nach wie vor, was sie nicht zu mögen schien, doch sie sah müde aus, sehr müde sogar und auch irgendwie... verändert... Aber das kümmerte mich recht wenig. Ich wollte wissen, wieso sie am leben...- Natürlich! Warum war mir das nicht gleich eingefallen?! Wenn Ophelia wirklich aus Luzifers Energie entstanden ist, dann würde so ein einfacher Zauber, wie ich ihn bei ihr angewendet hatte, nicht wirken. Luzifer selbst würde ja auch nicht an so einem einfach Zauber zu Grunde gehen. Ein Seraphim auch nicht. Leise schnaubend ging ich an dem Engelchen vorbei. „Ich geh mich dann mal etwas amüsieren“, meinte ich zähneknirschend und ging dann zurück in den Kerker, um dem Dämon wieder einen Besuch abzustatten.


Ophelia

Ich wachte mit Kopfschmerzen auf und setzte mich im Bett hin. Ich hielt mir meinen schmerzenden Kopf und kniff die Augen etwas zusammen, als ein stechender Schmerz durch eben diesen fuhr. Mein Blick wanderte zu dem Spiegel im Zimmer und ich sah in die Augen meines Spiegelbildes, ehe mein Blick zu dem Hals wanderte. Er wies blaue, gelbe und lila Flecke auf. Ich spürte die Schmerzen und versuchte mich daran zu erinnern, wie ich sie bekommen hatte. Achja... Luzifer... Mein Blick wanderte wieder weiter und ich sah vom Spiegel weg, ehe ich an meinem Körper herunter sah. Ich hatte einige Schnittwunden, welche etwas weh taten, doch war es nicht so dramatisch, wie es aussah.
Ich zuckte etwas zusammen und hielt mir meinen schmerzenden Kopf, ehe ich erneut keuchte und wieder das Blonde Mädchen mit blauen Augen vor mir sah. Diese Vision war anders, als die die ich zuvor hatte. Sie hatte gerade ihre Prüfung zum Seraphim bestanden, fand sich dann aber plötzlich in der Hölle wieder und war bei Luzifer. Was hatte das zu bedeuten? Zwei unterschiedliche Visionen zeigten das Schicksal der gleichen Person. Wie war das nur möglich?!
Als die Vision zu Ende war, robbte ich zur Bettkante und stand dann langsam auf. Ich war noch etwas unsicher auf den Beinen, schaffte es dann aber zu der Tür und öffnete diese. Ich wusste zwar nicht wo sich Luzifers Zimmer befand, folgte aber einfach der mächtigsten und dunkelsten Aura von allen und ich hatte Erfolg. Ich fand Luzifer in seinem Zimmer, bei ihm war dieser Kerl... Der war wohl überall. Doch glücklicherweise verschwand er, nachdem er mich genug angestarrt hatte und meinte, er würde sich noch etwas 'amüsieren' gehen wollen.
„L-Luzifer?“, fragte ich etwas unsicher. und hielt die Hände etwas vor meiner Brust. „Ich hatte wieder eine Vision... Diesmal war sie anders. Das Mädchen hat die Prüfung bestanden u-und kurz darauf war sie hier in der Hölle zu sehen. Bei Euch“, sagte ich. „I-Ich hab keine Ahnung was das alles zu bedeuten hat. Das einzige was für mich logisch klingt, ist dass die Zukunft abänderbar ist und zwischen den Zeitpunkten der beiden Visionen etwas geschehen ist, was die Zukunft beeinflusst hat.“
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Lioness

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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Mo Aug 03, 2015 10:18 pm

◇ Mercutio ◇

Mit einem Tuch um die Hüften gewickelt und einem weiteren mir auf die Schultern geschmissen, machte ich die knarrende Holztür des Badezimmers auf und trat in mein Zimmer zum breiten hölzernen Spiegelschrank. Er war nichts besonderes, ein schlchtes Möbelstück aus Mahagoni und mit kleinen Gravuren in den Ecken der Spiegelseiten versehen, doch war das Holz durch die Jahrzehnte abgenutzt, die Ecken waren angekatscht und stumpf geworden, der Spiegel mit einem leichten gelblichen Schleier versehen, auf dessen Oberfläche viele kleine Kratzer zu erkennen war, wenn man konzentriert darauf achtete. Ohne groß auf diese Kleinigkeiten zu achten schob ich die Tür auf und sah in den Schrank, wusste aber genau wo welche Einkehrbung, wo welcher Kratzer saß. Ich kramte etwas hervor das mich stark an eine Toga erinnerte. Es war nicht das was ich auf der Erde gewohnt war, aber was war in letzter Zeit in meinem Leben schon gewohnt? Die Schranktür wieder schließend, erblickte ich mein Spiegelbild und musste schräg grinsen, als ich mich so ansah. Schon komisch wie sich mein Schicksal entwickelt hatte, auch wenn ich nicht völlig an Schicksal und was noch so dazugehörte glaubte, dass wir hilflos einer höheren Macht und deren Plände für uns ausgeliefert waren. Vielleicht weil ich diesen Gedanken nicht mochte. Ich konnte nicht akzeptieren dass wir nicht unsere Zukunft selbst mitgestalten konnten.
Die Toga, oder was es auch immer sein sollte, war schnell angezogen und mein Blick fiel auf das Fenster. Der Ausblick war mir ein sehr vertrauter, schließlich zeigte es meine Heimat. Auch wenn ich wusste, dass es nicht echt war, dass meine Heimat nicht hier war, sondern unten auf der Erde in Italien, half es dennoch etwas über das Heimweh hinweg. Wenn ich aus dem Fenster sah auf den kleinen Hafen, dessen Steg durch die Gezeiten und auf unf ab gehenden Menschen gezeichnet und deformiert war, die angelegten Boote die sich im Takt der Wellen wogen und der rissige mit Gras und Unkraut durchsetzte Bürgersteig, der an der verbeulten und löchrigen Straße angrenzte. Ich sah alles genau so wie auf der Erde wenn ich aus meinem Zimmer auf die Straße sah und selbst mein Zimmer hier war identisch mit dem der Erde. Ein kleiner aber beschaulicher Raum, bestehend aus viel Holz. Ja es half, aber immer wenn mich das Heimweh schlimm packte, fasste ich an das Lederband an meinem Arm. Mein Nonno hatte es mir zum Abschied gegeben damit ich etwas hatte was mir vertraut war und immer wenn ich es anfasste oder ansah, konnte ich meine Familie vor mir sehen. Ja, es half.
Mein Magen holte mich aus meinen Gedanken und machte mich beinahe wahnsinnig! Deshalb ging ich auch ohne Umwege in den Esssaal und packte mir eine gehörige Portion auf den Teller. Mir war aufgefallen dass es hier eigentlich alles gesunde an Essen gab was man sich vorstellen konnte, vorallem viel Öl und Fisch. Wirkliches Fleisch hatte ich bis jetzt noch nicht gesehen. Als ich mich nach einem Platz umblickte, erkannte ich doch tatsächlich die Blonde von eben wieder. Mit guter Laune und einem breiten Lächeln setzte ich mich gegenüber von ihr und schaufelte mir erstmal etwas in den Mund, um es herunter zu schlucken ehe ich sie grüßte.   "So sieht man sich wieder." Grinste ich die Blonde an, merkte dass sie abwesend auf eine der Mosaikbilder starrte. "Das ist Erzengel Camael," hatte ich die Ellenbogen auf die Tischplatte gestützt und mit dem Zeigefinger wanderte ich von ihm zu der Mosaikfigur in der Mitte, "der älteste Sohn von Erzengel Michael." Dann sah ich von den Abbildern zu dem Mädchen und grinste. "Cool, was?" Meinte ich damit sowohl die Leistung diese wirklich schönen Kunstwerke zu kreieren, als auch überhaupt die Tatsache dass von Erzengeln die Rede war. Ich nahm immer wieder zwischen durch etwas in den Mund und schon bald war mein Teller,  der mir eben noch voll schien, gähnend leer. Das Gefühl wie der Magen sich langsam füllte tat gut. "Ach, sorry, hatte ganz vergessen mich vorzustellen. Ich bin Mercutio Francesco di Gregorio. Aber Curio reicht." Zwinkerte ich ihr zu.




○ Luzifer ○

Azul zog von dannen, merklich verärgert darüber, dass ich keinen Wert auf seine Meinung hegte. Doch hätte ich sie hören wollen, hätte ich ausdrücklich danach gefragt. Zudem hatte er etwas gesagt was mir nicht gefiel, nämlich dass ich das Engelchen... Ophelia, auslöschen sollte. Nein. Sie war wie ich, sie war meiner würdig. Zumindest etwas mehr als der Rest beider Welten. Ausgenommen meine Filia. Also hatte ich mit meinem Interesse an ihr doch einen guten Riecher gehabt. Sie war für einen niedrigen Engel etwas besonderes.
Als hätte sie meine Gedanken belauscht erschien sie wie gerufen auf meiner Türschwelle. Charmant grinsend drehte ich mich zu Ophelia um, da ich bis dato noch mit dem Rücken zur Tür stand. Leicht lehnte ich mich gegen den Sessel, wie zuvor als ich das letzte mal mit Azul gesprochen hatte. "Sprich Liebes." Munterte ich sie auf ihr Anliegen mir mitzuteilen, als sie zaghaft meinen Namen sagte. Sie berichtete mir, dass sie eine weitere Vision hatte von meiner Filia. Dieses mal meinte sie, es müsste sich etwas verändert haben, da meine Filia nun die Prüfung bestanden hatte und bei mir in der Hölle war. Das hörte ich doch gerne. Und ich wusste nur zu gut was sich in dieser kurzen Zeit getan hatte. Jetzt wusste ich nämlich wo meine Tochter war und konnte mir zusammenreimen was Michael mit ihr vor hatte.
"Sag mir eins," legte ich den Kopf schräg und sah sie aus den Augen eines Raubtiers an, "waren Azuls Foltermethoden so effektiv, dass du mir nun freiwillig deine Visionen gestehst?" Fragte ich sie mit sanfter Stimme in der jedoch etwas auf sie lauerte. Nun hatte ich sie scheinbar soweit. Verschüchtert stand sie mit den Händen vor der Brust da. Ich stieß mich ab und trat mit langsamen Schritten zu ihr, bis ich vor ihr stehen blieb. Ich erhob die Hand, eine mächtige Hand die einer Pranke gleich kam, und nahm sachte eine Ophelias dunklen Haarsträhnen zwischen die Finger. "Glaubst du immer noch, dass du Gott etwas bedeutest? Würde er dich so sehr leiden lassen, wenn du eines seiner geliebten Geschöpfe wärst?" Flüsterte ich ihr zu und hob dann die Strähne an, bis ich ihren Duft tief einatmete. "Dabei hat er gerade bei dir ganze Arbeit geleistet." Sah ich ihr tief in die Augen.
Mich überkam urplötzlich die Lust. Ich wollte mich an ihrem Fleisch ergötzen, mich selbst dabei besser fühlen und in Extase verfallen. Ich wollte ihren Körper erkunden, ihn besitzen.
Ich ließ die Strähne aus meinen Fingern gleiten. Das Grinsen breitete sich wieder auf meinem Gesicht aus, dieses mal anzüglich, als ich ihre wohl geformten Rundungen mit meinem Blick durchforstete. Ich beugte mich zu ihr vor, spürte die Spannung, das Knistern zwischen uns. "Vater ist deiner nicht würdig." Hauchte ich ihr entgegen.  

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Azumi
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   Mi Aug 05, 2015 2:53 pm

Midori

Ich hatte gar nicht wahrgenommen, dass sich jemand gegenüber von mir hinsetzte. Erst als dieser jemand zu sprechen begann, erwachte ich aus meiner Starre und sah dann in die Augen meines Gegenübers, wo ich überrascht feststellen musste, dass es der Junge von vorhin war, welcher mich netterweise zurück ins Mädchenwohnheim geführt hatte. Er beantwortete mir meine Frage, ohne dass ich sie überhaupt gestellt hatte und erzählte mir, dass es sich bei der Person auf dem Mosaikbild tatsächlich um Camael handelte. Er schien hier tatsächlich eine Berühmtheit zu sein, was sich mir spätestens dann bestätigte, als mir der Junge, welcher sich als Mercutio Francesco di Gregorio herausstellte, mir erzählte, dass Camael der älteste Sohn von Erzengel Michael sei. Camael schien einen unglaublich hohen Rang zu haben, da fragte ich mich, wie der Hoherat auf die Idee kam, ausgerechnet ihn für einen Nephilim verantwortlich zu machen. Wahrscheinlich dachten die, dass ich sonst nicht in die Pötte kommen würde...
Ich grummelte etwas und stocherte in meinem Essen rum, ehe ich mich wieder an den Jungen vor mir erinnerte, und schnell den Kopf schüttelte, ehe ich ihn anlächelte. „'Tschuldige“, sagte ich schnell. „Freut mich, ich bin Midori Kahoko“, lächelte ich, dachte dann aber kurz nach. „Ich hab ehrlich gesagt keinen Spitznamen...“, sagte ich und lächelte etwas schief. „Du kannst dir gerne für mich einen aussuchen, wenn dir Midori zu schwer ist“, grinste ich frech, schmunzelte dann aber kurz. „Dein Name klingt sehr Italienisch... Warum das? Ich habe hier oben noch niemanden gesehen, der irgendwelche Namen besitzt, wie sie auf der Erde vorkamen“, sagte ich nachdenklich und sah Curio dann fragend an. Vielleicht war er ja genauso wie ich ein Nephilim, auch wenn die Chance dafür wohl eher gering stand. Naja, hoffen durfte man ja.
Ich hörte damit auf, in meinem Essen herum zu stechen und begann endlich damit es zu verspeisen, da mein Magen sonst noch einen unangenehmen lauten Ton von sich geben würde. Doch wieder versank ich in Gedanken. „Ich schätze ich sollte mich glücklich schätzen, einen Lehrer wie Camael zu haben...“, murmelte ich plötzlich geistesabwesend, seufzte dann aber. Ich konnte den Kerl nicht ausstehen! Die ganze Zeit hat er so getan, als wäre ich ein Nichts und Niemand, als würde ich mir keine Mühe geben und wäre sonst wie schlecht und dazu noch diese Emotionslosigkeit. Fürchterlich! Der benahm sich wie ein eingeschnapptes Kind!
Ich biss mir kurz auf die Lippe und legte dann mein Besteck beiseite, ehe ich meinen Ellenbogen auf dem Tisch legte und meinen Kopf mit meiner Faust abstützte. Mein Blick wanderte zu Curio und ohne das er etwas gesagt hatte lächelte ich ihn einfach an. Er war das komplette Gegenteil von Camael und bei ihm fühlte ich mich irgendwie... wohl.



Ophelia

„I-Ich hätte Euch von Anfang an gesagt, was ich in der Vision gesehen habe, nur hat mich niemand zu Wort kommen lassen“, sagte ich und hörte Luzifer aufmerksam zu und als er dann schon wieder auf mich zuschritt, ging ich einige Schritte zurück. Jedoch spürte ich schon kurz darauf die Tür in meinem Rücken und begann etwas schneller zu atmen. Ich konnte mich nicht daran erinnern, die Tür zugemacht zu haben. Aber vielleicht hatte es ja dieser Dämon gemacht, als er das Zimmer verlassen hatte. Nur schön blöd, dass ich davon nichts mitbekommen hatte, sonst hätte ich mir definitiv noch ein paar Fluchtwege offen gehalten. Als mir Luzifer dann auch noch so nah kam und eine meiner Haarsträhnen zwischen seine Finger nahm, schluckte ich leer.
„Ich habe nie geglaubt, dass Vater mich liebt“, flüsterte ich. „Ich bin mir nicht mal sicher, ob Vater überhaupt in der Lage ist zu lieben. Gefühle vernebeln einem die Sinne. Sie trügen das Urteilsvermögen und ein Mann in seiner Position kann es sich nicht erlauben falsche Entscheidungen zu treffen. Gefühle stören nur“, sagte ich schließlich leise und sah etwas beiseite. Es war irgendwie seltsam solch gefühllose Worte aus meinem Mund zu hören. Immerhin gehörte ich zu den gefühlvolleren Engeln dort oben. Ich gehörte zu denen, die es einfach nicht schafften so zu funktionieren, wie es Vater wohl am liebsten hätte. Das bewies nur einmal mehr, dass ich voller Fehler und Makel war. Etwas, was Gott da oben wohl nur ungern hatte. Wir sprachen immerhin vom 'Paradies', da sollte doch alles perfekt sein...
Ich erhob langsam meinen Blick wieder und sah dann in die Augen von Luzifer, welcher ein seltsames Grinsen auf seine Lippen gelegt hatte und mich zu mustern schien. Etwas unwohl drückte ich meine Arme gegen meine Oberkörper, damit er endlich damit ich mich irgendwie von seinen brennenden Blicken auf meiner Haut schützen konnte. Ich fühlte mich ziemlich unbehaglich und auch mein Blick wanderte wieder zur Seite, da ich dem von Luzifer nicht länger stand halten konnte. Ich konnte bereits seinen warmen Atem auf meiner Haut spüren und schluckte erneut leer. Da war wieder diese unangenehme Nähe. Es wurde plötzlich ganz heiß um mich herum und ich atmete nur noch stoßweise. "H-Hört endlich auf mich so anzusehen...!", sagte ich leise und unsicher.
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BeitragThema: Re: The Game of Heaven and Hell   So Aug 09, 2015 10:18 pm

◇ Mercutio ◇

Das blonde Mädchen wirkte leicht abwesend, als ich mich ihr mit meinem vollen Namen vorgestellt hatte, womit sie nun über meine Abstammung bescheid wissen musste - welcher Engel hatte schon einen solchen langen und dazu noch eindeutig italienischen Namen? - kam allerdings schnell wieder zur Besinnung und entschuldigte sich höflicher Weise, ehe sie sich als Midori Kohako vorstellte. Seltsamer Name für einen Engel, dachte ich mir. Doch bevor ich sie deshalb hatte fragen können, hagte sie wegen den meinen nach. Kurz sah ich sie verdutzt an, eher mir klar wurde dass sie keinen blassen Schimmer darüber hatte und ich musste lachen. "Das liegt daran, dass ich Italiener bin!" Lächelte ich ihr breit entgegen und legte den Kopf schief. "Du bist auch ein Nephilim, oder? Ich mein, sonst  hättest du allein wegen meines Namens bescheid gewusst was ich bin und 'normale' Engel haben keine Nachnamen." Erklärte ich ihr freundlich gestimmt und gab ihr aber zu verstehen, dass ich Midori als einen schönen Namen empfand, der keinen Rufnamen benötigte. Ich freute mich jedenfalls einen anderen Nephilim kennen gelernt zu haben und dazu noch eine so hübsche!
Als sie in ihrem Essen herum zu stochern begann, redete ich darüber, wie seltend es war einen Nephilim zu treffen und dass es einem Wunder glich, dass wir uns begegnet waren. Ich war total begeistert jemand anderen von der Erde zu treffen, dem es ähnlich ergehen musste wie mir und realisierte nur halbwegs, dass sie etwas murmelte, was ich allerdings nicht ganz verstehen konnte. Dann seufzte sie und sah mir lächelnd entgegen. Ich spürte wie ich etwas nervöser wurde und es in meinem Bauch zu kribbeln begann, überspielte es aber indem ich ihr entgegen grinste. "Was bedeutet eigentlich 'Midori'?" Fragte ich interessiert und lehnte mich hervor. "Und woher kommst du?" Fragte ich hinterher, da mir nicht sicher war zu welcher Nation ich sie zuordnen sollte, zumal die Erde immer interkultureller wurde.



○ Luzifer ○

Das Englchen war nicht nur von Selbstzweifeln geplagt, wie ich feststellte, sondern auch noch der Ansicht, dass Vater gar nicht in der Lage sei Emotionen zu fühlen. Dass er es sich nicht leisten konnte, sich von seinen Gefühlen leiten zu lassen. Er wäre in einer zu hohen Position, um soetwas zuzulassen. Und das war in meinen Ohren der größte Schwachsinn den ich seit langem gehört hatte. Vater sollte gefühlstot sein? "Du amüsierst mich, kleine Ophelia." Raunte ich ihr verrucht entgegen und sah ihr unentwegt in die Augen. "Vater ist vieles, aber emotionslos garantiert nicht." Sagte ich abschätzig. "Überleg doch mal. Er hat uns alle nur erschaffen, um nicht einsam sein zu müssen. Würde das ein Wesen tun, dass keine Gefühle kennt? - Nein, oh nein. Er ist egoistisch, wenn nicht sogar einer größten Egoisten. So wie ich. Wir sind uns in vielen Dingen gleich, Vater und ich. Er hat mich als sein exaktes Ebenbild erschaffen. - Und genau das ist es was ihn an mich gestört hat. Ich bin kein steinherziges Geschöpf.  Ich funktioniere nicht einfach und habe meinen eigenen Willen. Ich bin frei. Lasse mir keinen anderen Willen aufzwingen. Deshalb war ich Vater schon lange vor meinem Fall ein Dorn im Auge." Erzählte ich ruhig aber mit begleitender Mimik. "Vater ist in der Lage zu lieben. Zu Beginn liebt er alle seine Geschöpfe. Auch dich liebte er, ob er es noch tut wage ich stark zu bezweifeln. Doch aus Liebe kann Hass wachsen. - Du siehst also, er ist durchaus fähig zu fühlen."
Als ich ihr immer näher gekommen war, war mehr als nur auffällig, dass es ihr unangenehm wurde, dass ich Lust bekam. Ich lekte mir genüsslich über die Lippen als sie meinte ich solle sie nicht so anstarren und dachte gar nicht daran den Blick von ihr abzuwenden. "Aber warum denn?" Fragte ich grinsend und zog die Augenbrauen hoch. "Warum sollte ich die Augen von etwas abwenden, was doch so betörend ist?" Ich hatte ihr jegliche Fluchtmöglichkeit abgeschnitten und die Arme links und rechts an der Seite von Ophelia an gegen die Wand gestemmt. Ich beugte mich zu ihr hinunter, bis nur noch ein geringes Stückchen fehlte, um die Distanz zwischen uns zu überbrücken. "Du bist schwach, Engelchen, sehr schwach. Aber ich sehe etwas in dir, etwas kräftiges. Ich werde dir noch Stärke beibringen." Mit den letzten Worten hatte ich ihr in den Schopf gegriffen und zog an ihm, dass sie ihren schlanken Hals entblößte und begann mit der Zunge darüber zu fahren. Dann biss ich ihr in die Halsbeuge. Zuerst leicht dann immer fester. Ihre Hand drückte ich mit meiner gegen die Wand und ich drang mit meinem Knie zwischen ihre Beine. Ich wurde immer heißblütiger, je länger Ophelia bei mir war.
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